Seit der Eröffnung des Kanaltunnels im Jahr 1994 dominiert Eurostar den Schienenverkehr. Am 14. November 1994 fuhr der erste grenzüberschreitende Zug vom Bahnhof Waterloo International ab (der später nach St. Pancras verlegte) und markierte damit einen Meilenstein in der Zukunft des Bahnreisens.
Allerdings dürfte das Monopol von Eurostar in den kommenden Jahren enden, und zahlreiche Konkurrenten wollen mitmachen.
Laut einem aktuellen Nachrichtenbericht des International Railway Journal ist Ferrovie dello Stato Italiane (FS Group) der jüngste Konkurrent, der seinen Hut in den Ring wirft. Berichten zufolge hat die italienische Staatsbahn Hitachi Rail einen Auftrag für 19 Hochgeschwindigkeitszüge erteilt, um das Angebot zu erweitern und im Jahr 2029 einen neuen grenzüberschreitenden Dienst über den Kanaltunnel zwischen Paris und London einzuführen.
Der Deal mit einem Gesamtwert von rund 2 Milliarden Euro (rund 1,7 Milliarden Pfund) sieht vor, dass der Betreiber zusätzlich zu den Verbindungen London und Paris auch die Frequenzen auf Strecken wie Paris nach Lyon und Paris nach Marseille erhöht.
Gianpiero Strisciuglio, CEO und General Manager von FS, sagte: „Die neuen Züge und das neue Wartungszentrum Maisons-Alfort Pompadour sind grundlegende Elemente für den Start der Verbindung Paris-London, ein Projekt, das für unsere Vision der ‚Metro of Europe‘ von zentraler Bedeutung ist, einem integrierten Hochgeschwindigkeitsnetz, das Europas Großstädte zunehmend verbinden wird.“
Berichten zufolge werden die neuen Züge eine Internetverbindung der „nächsten Generation“ mit bis zu 10 GB/Sekunde, ein Bistro-Konzept und ein elegantes, komfortables Innendesign bieten.
Allerdings ist Ferrovie dello Stato Italiane nicht der einzige Betreiber, der in den kommenden Jahren mit den Diensten von Eurostar konkurrieren wird. Im November 2025 berichteten wir über das frühere Versprechen von Virgin Trains, „das Eurostar-Monopol zu beenden“, als die Gruppe von Sir Richard Branson eine Investition in Höhe von 700 Millionen Pfund anstrebte.
Branson sagte in der Erklärung von Virgin: „Virgin ist kein Unbekannter darin, preisgekrönte Bahndienstleistungen anzubieten, und so wie wir die etablierten Anbieter in den Bereichen Flug, Kreuzfahrt und Bahn erfolgreich herausgefordert haben, sind wir bereit, es noch einmal zu tun. Wir werden die Route über den Ärmelkanal nachhaltig aufmischen und den Verbrauchern die Wahl bieten, die sie verdienen.“