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Bergkapelle
letzte Änderung: 10/12/2004
 
   
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Bergkapelle Illingen
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Alte Linden, die unter Naturschutz stehen, überschatten die Bergkapelle, die den Sieben Schmerzen der Mutter Gottes geweiht ist.

Ihr Gründungsdatum ist ungewiß.

Überreste einer spätgotischen Kapelle, nämlich zwei Gewölbeschlußsteine mit Kerpen-Wappen und dem Wappen der Familie Schwarzenburg, ferner zwei Stücke einer Rundsäule sowie der Gedenkstein mit dem Bildnis Heinrichs von Kerpen, legen nahe, daß Heinrich von Kerpen der Erbauer der Kapelle um das Jahr 1555 war. Im Vorhof erkennen wir auf der linken Seite ein ähnliches Epitaph Heinrichs von Kerpen, wie es in der Illinger Pfarrkirche steht. Dieses hat in der ersten Kapelle als Altarplatte gedient.

1575 ließ Hans von Kerpen die Kapelle abbrechen und aus den Steinen ein Taubenhaus bauen. Rund hundert Jahre später (zwischen 1663 und 1668) baute Johann Daniel von Kerpen die Bergkapelle, auf deren alten Standort noch umherliegende Trümmer und Reste hinwiesen, am vorigen Platz wieder auf.

Von 1668 bis 1801 lebten bei der Kapelle Eremiten, auch Kapellenbrüder genannt. Sie waren Laienbrüder, die nach der Armutsregel des heiligen Franziskus lebten. Dem entsprach ihr "Habit", eine mit Strick umschlungene Kutte. Zu ihrer Aufgabe gehörten die Aufsicht und Bewachung der Kapelle sowie der Küsterdienst und die Verwaltung der Opfergelder. Sie lebten von Almosen, die sie in den umlegenden Dörfern sammelten.

1901 brach man die alte Kapelle ab und ersetzte sie, wie es in der Urkunde zur Grundsteinlegung heißt, "durch eine neue, würdigere und schönere" im neugotischen Stil. Sie wurde neben den Standort der alten Kapelle um die Breite des heutigen Küsterhauses versetzt errichtet.

Herzstück des Heiligtums ist das aus dem Jahre 1797 stammende Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter Gottes, das besondere Verehrung genießt.

Täglich pilgern gläubige Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung zu der Gnadenstätte, um Trost und Hilfe zu suchen.

Seit 1955 findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Oktober eine Prozession von Roma- und Sinti-Familien aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Belgien und der Schweiz, die sogenannte "Zigeunerwallfahrt", statt. Die Stationen der Sieben Schmerzen Mariens führen auf der Zufahrtsstraße zur Kapelle hin.