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Wellesweiler
letzte Änderung: 11/2/2008
links unten im Plan der Kasbruch

Sehenswürdigkeiten:
alte ev. Kirche - 18.Jh., Ringwall auf dem Maykesselkopf

Gruben & Stollen | www.saarlandbilder.deKarte | Ortsverzeichnis

Grube Wellesweiler


© rosar link www.neunkirchen.de

Stollenmundarchitektur des sog. "Palmbaumstollens" der ehemaligen Grube Wellesweiler, 1816 angeschlagen. Wohl der älteste erhaltene Stollenmund im Saarbergbau. Im Inneren des Stollens die geologische Rarität eines Siegelbaumes. (link www.denkmal.saarland.de)

Gruben & Stollen


Junkerhaus
Quelle: link www.wak-geschichte.de

Das Junkerhaus ist der Rest eines ehemaligen fürstlichen Hofgutes, das auf den Fundamenten eines spätmittelalterlichen Edelmannssitz gründet

Burgen & Schlösser

Der Stadtteil Wellesweiler
der Stadt Neunkirchen Quelle:
link home.t-online.de/home/gs-wellesweiler/wswr.htm

Erste Spuren von Menschen gibt es im Kasbruch und der näheren Umgebung vor ca. 5.000 Jahren.

Auch Spuren von Kelten sind festzustellen, die sich zwischen 1000 und 500 v. Chr. hier niederließen und von denen die Namen "Blies" (von blesa = die Fließende) und "Kasbruch" (von kasne = Eiche, also Eichenbruch, wobei Bruch ein feuchtes, oft sumpfiges Gelände ist) abgeleitet sind.

Vor 2.000 Jahren gab es eine Eisenschmelze am Westrand des Pfuhlswaldes.

Ab 57 beherrschten die Römer unser Gebiet und vermischten sich mit den Kelten. Ein römisches Kastell soll sich auf dem Waldhügel "Maykesselkopf" (gegenüber Möbel Martin) befunden haben, wohin sich die Einwohner bei feindlichen Angriffen zurückzogen und ihr Vieh im "Kuhstallerloch" versteckten.

In der Germanen-/Frankenzeit (ab ca. 500 n. Chr.) erhielt die Siedlung den Namen "Weldeßwilre" oder "Weldeßwiler", (abgeleitet von lat. "villa") von dem der heutige Name abstammt. 797 ist der Name mit "veroldis villaris" urkundlich belegt.

1320 besitzen Gerhard und Simon von Heppenheim Güter in "Weldichwilre".

1424 erhält Conrad von Morsheim 1/4 am Dorf und Gericht "Wellesweiler" als Lehen.

1551 gibt es erste Kohlelieferungen von Wellesweiler an den Hof von Zweibrücken.

Von 1575 gibt es eine erste Urkunde über eine Kohlengrube im Kohlengrubenwald, in dem Bauern mit Erlaubnis des Grundherrn nach Kohlen graben durften.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden durch Krieg, Brandschatzung, Mord und Pest fast alle Einwohner ausgerottet.

Durch Ansiedlung von Schweizern, Mitteldeutschen und Österreichern entstand Ende des 17. Jahrhunderts wieder eine kleine Gemeinde. 1707 leben 87 Personen hier. 1720 werden 11 Familien gezählt; 1741 18 Haushalte.

1753 wurden bisher privat betriebenen Kohlengruben (Bauerngruben) in Wellesweiler verstaatlicht.

1758 wurde am Standort einer älteren Kapellenruine die Stengelsche Kirche eingeweiht.

1761 wurde Johann Wilhelm Tobä erster Lehrer in Wellesweiler.

Eine entscheidende wirtschaftliche Entwicklung entstand durch die wachsende Bedeutung der Wellesweiler Grube (im Bereich Möbel Martin und Alte Schmiede), die 1779 die förderstärkste Grube im Saarrevier und noch 1835 die bedeutendste Zeche im Bereich von Neunkirchen war. 1849 wurde mit 49.000 to die höchste Fördermenge erreicht. Sogar bis zu 20 Koksöfen wurden hier bis 1858 betrieben. 1935 wurde die Grube nach mehreren Bränden und wegen Erschöpfung der Lagerstätten stillgelegt.

1820 wohnten in Wellesweiler 481 Personen; 1843 dann 658 und 1867 dann 1056 Personen; 1900 dann 2131 Personen.

1850 wurde die Eisenbahn, von der Rheinschanze aus Bexbach kommend, über Wellesweiler nach Neunkirchen geführt, ohne allerdings in Wellesweiler einen Haltepunkt einzurichten, da sie dort abgelehnt worden war (erst 1878 wurde dieser Haltepunkt realisiert).

1864 war der Baubeginn des neuen Schulhauses gegenüber der Stengelkirche.

1893 Einzug in das zusätzliche zweite Schulhaus in der Ernst-Blum-Straße.

1922 schloss sich Wellesweiler der Stadt Neunkirchen an und hörte damit auf, ein selbständiger Ort zu sein.

1927 wurde der Schulhausneubau in der Pestalozzistraße eingeweiht, der 1982 aufgegeben und zu Wohnhäusern umgebaut wurde.

1951 wohnten in Wellesweiler 5214 Personen; 1974 dann 7050.

1961 Einweihung des neuen Schulhauses und Belegung mit evangelischen Klassen; 1968 erweitert.

1970 Beginn der christlichen Gemeinschaftsschule mit katholischen und evangelischen Schülern.

1993 Einrichtung eines neuen Schulkindergartens an der Grundschule Wellesweiler.

In der Grundschule Wellesweiler ist auch eine Filiale der Stadtbücherei Neunkirchen untergebracht.

Die Grube Wellesweiler Quelle: link www.delfslotta.de

Die Grube Wellesweiler war eines der ältesten Bergwerke des Saarlandes gewesen. Das Ausgehende der Flöze am Nordhang des Bliestales und ihre flache Lagerung um 5 Grad bis 10 Grad schufen ideale Voraussetzungen für die schon im 16. Jahrhundert einsetzende Kohlengräberei. Erstmals wird der Steinkohlenbergbau bei Wellesweiler im Jahr 1575 genannt, wobei man nur aus den im jeweiligen Flöz aufgefahrenen Strecken gefördert hat. Um 1771 wurden dann erste Versuche einer querschlägigen Flözausrichtung begonnen. Dieser Wechsel in der Kohlenabbautechnik hatte auch eine interne Standortverlagerung am Gewinnungsort Wellesweiler zur Folge. Die bis dahin in den Waldgebieten nördlich des Ortes ausgeführte Kohlengräberei war fast ausschließlich in Form des sog. "Pingenbaus" durchgeführt worden. Die neuen Kohlengewinnungspunkte des Stollenbaus suchten hingegen das Bliestal auf. Der sog. "Untere Stollen" der Grube Wellesweiler erreichte 1769 eine Länge von 167 m. 1773 verfügte die Grube bereits über vier Stollen, in denen 32 Arbeiter nach Kohlen gruben. Die Einführung dieser neuen Abbautechnik ließ die Grube zwischen 1779 und 1792 zur förderstärksten Grube des Saarreviers werden. Durchschnittlich ein Viertel der Produktion aller Saargruben wurde in diesem Zeitraum in Wellesweiler zutage gefördert. Um 1815 waren dann fünf Flöze, die von verschiedenen Tagesstrecken aus angegriffen wurden, in Abbau. Man beschäftigte etwa 80 bis 90 Bergleute und förderte jährlich rd. 10.500 Tonnen. Im Jahre 1816 wurde der sog. Palmbaumstollen oberhalb des Bliespegels angeschlagen.

Nach der Eröffnung der Grube König im Jahre 1821 ging die Förderung zunächst zurück. Zur Klärung der Lagerungsverhältnisse und zur Identifizierung der Wellesweiler- und Neunkircher Flöze wurden Untersuchungsarbeiten auf dem rechten Bliesufer durchgeführt. 1823 wurden die bislang mit Nummern bezeichneten Flöze mit Namen verdienter Bergbeamter und Mineralogen belegt (Sello, Heusler, Fulda und Becher). Im Jahre 1826 begann sich der Absatz infolge einer Erhöhung des Kohlenpreises der Grube König zu heben und gestaltete sich in den nächsten 10 Jahren sehr lebhaft. Im Jahre 1836 trat sogar ein Arbeitermangel auf. In dieser Zeit wurden weiterhin die Flöze Nöggerath, Koch und Hardt erschlossen, ein Pulverturm erbaut und das 1822 erbaute Zechenhaus vergrößert. Bis zum Jahre 1842 nahmen Absatz und Förderung weiter zu. Bei Aus- und Vorrichtungsarbeiten trat man auf die Flöze Derschau und Martins, die Belegschaft belief sich auf rd. 300 Mann. Das Jahr 1842 brachte mit 49.273,25 Tonnen bei 337 Mann Belegschaft die höchste Förderung, die bis 1894 nicht mehr erreicht werden konnte.

Seit 1842, besonders bedingt durch den Umstand, dass die Pfälzische Ludwigsbahn bzw. deren 1850/1851 erfolgten Anschlüsse nach Heinitz und Reden in Betrieb genommen wurden, ging die Förderung immer stärker zurück, da das Absatzgebiet in der Pfalz und im Elsaß weitgehend von den beiden anderen Gruben übernommen wurde. 1842 erbaute die Wellesweiler Grube auch eine Kokerei mit 20 Öfen. Da der Koks jedoch qualitätsmäßig gegenüber dem der Grube König abfiel, musste der Betrieb der Kokerei im Jahre 1858 eingestellt werden.

Der Betrieb der kleinen, durch schwierige Lagerstättenverhältnisse und Störungen gekennzeichneten und von Schlagwettern und Grubenbränden mehrfach heimgesuchten Grube beschränkte sich bis zum Ende der 1850er Jahre auf den Abbau der hangenden Flöze über den 1822 und 1825 in Angriff genommenen Tagesstrecken Helene und Katharina. Letztgenannte blieb bis zum Jahr 1860 noch in Betrieb, obwohl man schon seit 1859 ausschließlich durch den Palmbaumstollen die Förderung zu Tage brachte. 1860 begann man vom Palmbaumstollen aus mit der Ausrichtung des noch unverritzten Feldes am sog. Kissel. 1870 erfolgten der Aufschluss des Spezialsattels und das Teufen eines Wetterschachtes im Burggraben. Das Projekt einer großen Tiefbauanlage im Schmalwieser Wald musste wegen des ungünstigen Ausfalls der Aufschlüsse im Jahre 1873 aufgegeben werden, hingegen wurde im Jahre 1875 am Südhang des Kohlgrubenwaldes ungefähr in der Mitte des Feldes ein Förderschacht niedergebracht, mit dem man unterhalb der Palmbaumstollensohle in Abständen von 22 m, 30 m und 60 m die Mittelsohle bzw. die erste und zweite Tiefbausohle ansetzte.

Da die Grube nur für den Landabsatz förderte, konnte sich das Bergwerk nicht entwickeln. Absatz und Förderung gingen zurück, zumal die Grube Frankenholz eine ständige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen hatte. Die jährliche Förderung lag zwischen 7.000 t und 29.000 t. Größere Fördermengen sind für die Jahre 1872 und 1890/1891 überliefert (32.850 t bzw. 32.500 t). Der Förderung entsprechend schwankte die Belegschaftszahl zwischen 60 und 180 Mann.

Die geringe bergwirtschaftliche Bedeutung der Grube Wellesweiler hielt auch im 20. Jahrhundert an, obwohl man 1898/1899 einen Pelzer-Ventilator anstelle des 1846 erbauten Wetterofens einsetzte, im Jahre 1900 einen sog. Ventilatorschacht bis zur 1. Tiefbausohle niederbrachte, 1902 eine Kaffeeküche errichtete, 1917 einen Eisenbahnanschluss mit Seilbahn herstellte und 1918 ein Kompressorenhaus erbaute. Der Abbau bewegte sich bis 1918 hauptsächlich auf der Mittelsohle sowie auf der 1. und 2. Tiefbausohle in den Flözen Heusler, Nöggerath, Koch, Becher, Fulda und Nasse l und 2. Die Förderung erfolgte über den Schacht bis zur Palmbaumsohle und durch diesen nach über Tage.

Im Jahre 1921 gliederte die französische Verwaltung die Grube Wellesweiler der neuerrichteten Division Bexbach an. Für das Jahr 1922 wird eine Nettoförderung von 68.912 Tonnen angegeben. 1923 wurde die Grube Wellesweiler mit der Grube Bexbach durch eine 1374 m lange Richtstrecke verbunden, die in Wellesweiler gewonnenen Steinkohlen wurden im Schacht Bexbach 2 zu Tage gefördert. Schlagzeilen machten in den nächsten Jahren nur noch Brände, die wiederholt ausbrachen und an Heftigkeit zunahmen. Im Februar 1932 verkündete die französische Bergverwaltung die Stillegung der Grube Bexbach-Wellesweiler zum 15. April. Aufgrund massiver Proteste der Bevölkerung und der Bergleute wurde dieser Stillegungsbeschluss zunächst zurückgenommen. Als dann im Jahre 1935 weitere Brände in der Grube auftraten, musste der Gewinnungsbetrieb fast vollständig aufgegeben werden und die Schließung vorbereitet. Von der 642 Mitglieder zählenden Belegschaft wurden 130 nach Frankenholz und 50 zur Grube König verlegt. Die Kohlenförderung wird am 15. Mai 1936 eingestellt. Am 31.12.1936 waren alle Schächte verfüllt und mit eisenbewehrten Betonplatten abgedeckt.