Eine Reise durch den Bliesgau

empfehlenswerter Link:
www.derbliesgau.de

Orte im Bliesgau: (mit JS)

Orte im Bliesgau: (ohne JS)

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Ballweiler
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Biesingen
Bischmisheim
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Blieskastel
Blieskastel - Höfe
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Bliesmengen-Bolchen
Bliesransbach
Blumenauer Mühle
Böckweiler
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Orte in Frankreich:

Bliesbruck
Blies-Ebersing
Bliesschweyen
Bliesguersviller
Frauenberg
Gregersberg

1. Eine kurze Charakterisierung

Der Bliesgau ist eine der schönsten Landschaften des Saarlandes. Als Grenzen gelten im Westen die Saar, im Süden die Grenze zu Frankreich und im Osten zu Rheinland-Pfalz. In diese Richtungen setzt sich die Landschaft in ähnlicher Weise fort, zur Pfalz hin etwas rauher, um bald in den Pfälzer Wald überzugehen. Demgegenüber bildet die nördliche Begrenzung der bewaldete Höhenzug südlich von St. Ingbert - in diesem Bereich liegen seine Kuppen bei knapp unter 400 m., als westliche Verlängerung der Sickinger Höhe, von ihr getrennt durch das breite Bliestal. Jenseits der Saar setzt sich der Höhenzug in der Spicherer Höhe fort. Das ganze sind zwei geologischen Schichtstufen. Für diejenigen, die es wissen wollen: Die Schichtstufen treffen sich in Frankreich in einem Bogen um St. Avold - wer auf der Landstraße sich schon mal in Richtung Metz bewegt hat, kennt den Anstieg bei Longeville - und die nach Norden verlaufende erreicht bei Überherrn wieder das Saarland. Am besten läß sich dieser Höhenzug vom Schwarzenbergturm aus verfolgen. Hinter dem bewaldeten Höhenzug liegt, wie im Falle des Bliesgaues, eine sanfte Hügellandschaft, die sich so fortsetzt bis in westlicher Richtung die nächste Hügelkette folgt, beim Beispiel unserer Landstraße nach Metz bleibend, erreichen wir diese, wenn wir hinter Courcelles-Chaussy die französische Nied überquert haben. Klarer noch ist sie an der Departements-Straße 3 von Bouzonville nach Metz zu erkennen. Das ganze setzt sich so fort bis in die Champagne.

Namensgebend für den Bliesgau ist die im nördlichen Saarland entspringende Blies (Quellort Gronig bei Oberthal, also weit außerhalb des Bliesgaues; Mündung bei Sarreguemines). Bei Einöd tritt sie ins Bliesgau ein. Ihr Tal und das ihrer direkten oder indirekten Nebenflüsse bestimmen die ganze Landschaft. Die einzigen nennenswerten Täler, deren Bäche sich in die Saar ergießen, sind das Saarbach- und das Wieschbachtal. Bei Sarreguemines (zu deutsch Saargemünd) mündet die Blies schließlich in die Saar, nicht ohne zuvor bei Bliesbruck einen kurzen Abstecher nach Frankreich gemacht zu haben.

Der Bliesgau ist, abgesehen vom kurzen Streifen an der Mosel zwischen Perl und Nennig, die mildeste Gegend des Saarlandes. Deswegen gab es hier früher auch reichlich Weinbau, welcher vor nicht allzulanger Zeit bei Reinheim rekultiviert wurde. Reicher Obstbau und südländische Vegetation wie der Mandelbaum - daher der Name der Verbandsgemeinde Mandelbachtal - verleihen der Gegend ein fast mediterranes Erscheinungsbild. Das milde Klima rührt daher, daß wir es hier gewissermaßen mit einem der nördlichsten Zipfel mediterranen Klimas zu tun haben. Über das Rhonetal strömt die warme Luft des Mittelmeeres bis ins Burgund um von dort aus bekanntlich über die Burgundische Pforte das Oberrheintal zu erreichen. Aber auch wir bekommen, abgeschwächter freilich, über die Südchampagne und Lothringen davon ab, kanalisiert durch die Vogesen im Osten und die Höhenrücken der Lothringischen Schichtstufen im Westen.

Nicht nur das Klima, auch die Haus- und Hofbauweise kam zu uns über diesen Weg. Weniger die röischen Dächer mit "Mönch und Jungfrau" Ziegeln, wie sie in Lothringen ihr nördlichstes Vorkommen haben, aber die traufseitige Stellung der Höfe zur Straße und die breiten Vorplätze, auf denen früher das Ackergerät aufgestellt wurde, sind charakteristisch. Diese Bauweise findet sich bis in die Westpfalz hinein. Demgegenüber steht die sogenannte fränkische Hofbauweise mit giebelseitigen Häusern und langen Hinterhöfen, wie in der Vorderpfalz und im Elsaß.

2.

Historisch gesehen bildete der Bliesgau nie eine politische Einheit. Seit dem Hochmittelalter lag der westliche Teil im Herrschaftsbereich fer Grafen von Saarbrücken (später Fürstentum Saarbrücken-Nassau), Im Osten gab es Besitzungen der Grafen von Veldenz (später Herzogtum Pfalz-Zweibrücken), und die Mitte stand unter der Herrschaft der Bliesgaugrafen mit Sitz in Blieskastel. Letztere tauchen urkundlich erstmals Ende des 11.Jh. auf und starben 1237 aus. Die Tochter des letzten Grafen, Elisabeth, stiftete 1234 das Kloster Gräfinthal. Danach fiel die Herrschaft in den Besitz der Kurfürsten von Trier. Nach mehrfachem Besitzerwechsel wurde sie schließlich 1660 als Mannlehen an die Freiherren von der Leyen vergeben. Sie bauten die Burg zu einem stattlichen Schloß aus, von dem sich heute noch die Orangerie erhalten hat, verlegten ihre Residenz aber erst 1773 von Koblenz nach hierher. Seitdem wurde Blieskastel zu einem beachtlichen Residenzstädchen ausgebaut. Lange währte die "Herrlichkeit" jedoch nicht, denn schon 1793 wurden die Herrschaften von französischen Revolutionstruppen verjagt und das Schloß niedergebrannt. Nach dem Ende der Franzosenherrschaft 1815 verlief die Grenze zwischen der Preußischen Rheinprovinz und der Bayerischen Pfalz mitten durchs Bliesgau, was sich heute noch in der politischen Aufteilung - im westen Stadtverband Saarbrücken - im Osten Saarpfalz-Kreis - wiederspiegelt.

3.

Von Saarbrücken aus gesehen lassen wir den Bliesgau mit dem Vorort Bischmisheim beginnen. Gerade in der Saarbrücker Gegend ist dessen genaue Grenze nicht eindeutig zu bestimmen. Der waldige Höhenzug wird hier indifferent, weil er südlich von Rohrbach- und Grumbachtal durchschnitten wird und nach Norden sich mit den nur geringfügig niedrigeren Bergrücken des Saar-Kohlebeckens vereint. Dem Bliesgau ähnelnde Wiesenfluren gibt es u.a. bereits auf dem Scheidter Berg und gab es vor der Bebauung auch auf dem Eschberg. Wie dem auch sei. In Bischmisheim endet das zusammenhängende Waldgebiet und es öffnet sich die charakteristische hügelige Feld- und Wiesenlandschaft. Bemerkenswert ist die evangelische Kirche, die als achteckiger Zentralbau 1822-24 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet wurde. Sie ist einer der wenigen Bauten des Klassizismus im Saarland.

wird fortgesetzt!

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