Östlich der Hauptstadt Madrid, im Stadtteil San Blas-Canillejas, kollidiert ein Postkartenbild brutal mit dem Industriegebiet, den Lastwagen und den Mülldeponien drumherum: eine große Wassermasse, umgeben von Klippen, als wäre plötzlich ein Stück des Hoces del Río Duratón dorthin teleportiert worden. Es handelt sich um die Ambroz-Lagunen, im Plural, da zu dieser Hauptlagune weitere kleinere, permanente Lagunen und verschiedene temporäre Teiche hinzukommen. Folgen Sie einfach den Anweisungen auf Google Maps, um diese eigenartige und bis vor Kurzem unbemerkte Enklave zu erreichen.
Offensichtlich sind diese Lücken nicht durch Zauberei entstanden. Im Jahr 1977 erhielt das Bergbauunternehmen Tolsa die Genehmigung, dort für 30 Jahre Sepiolith abzubauen (ein vielseitiges Mineral, das von der Herstellung von Katzenbetten bis hin zur Nanotechnologie verwendet wird). Im Jahr 2007 wurde mit der Vertragserfüllung die Förderung eingestellt und die entstandenen Erdlöcher mit Wasser aus dem Grundwasserspiegel gefüllt. Fast zwei Jahrzehnte lang wurde der Ort einem Renaturierungsprozess unterzogen, der bald die Aufmerksamkeit von Nachbarn, Wissenschaftlern und Umweltschützern auf sich zog.
Die ersten Daten wurden 2016 von einer Gruppe Entomologen erhoben. Zwischen 2020 und 2022 schlossen andere zoologische, botanische und ökologische Gruppen die Arbeit ab und veröffentlichten den Biodiversitätsbericht, der zeigte, dass dort 1.080 Wirbellose, 156 Vögel, 13 Säugetiere, 449 Pflanzentaxa, 11 verschiedene Herpetofauna-Arten und 55 Pilzarten lebten.
Damit wollte man verhindern, dass Tolsa das Gebiet erneut ausbeutet, da es dies bereits 2019 beantragt hatte. Im März 2018 wurde der Schutzplan für die Lagune von Ambroz zum Schutz, zur Erhaltung und zur Wiederherstellung genehmigt, der den Weg für eine Änderung des allgemeinen Stadtplans von Madrid öffnete, sodass das Gebiet als ökologisch interessant erklärt wurde. Die offizielle Einstufung als Naturschutzgebiet wurde erfolglos beantragt und es begann ein Kampf zwischen Nachbarn, Umweltschützern, Politikern und Geschäftsleuten um die Zukunft des Gebiets. Im April 2026 genehmigte die Autonome Gemeinschaft Madrid die Erweiterung der Mine mit der Zusage, dass nach dem Ende der Ausbeutung im Jahr 2037 neue dauerhafte Lagunen entstehen werden.