Alarmanlage
Glücklicherweise weiß man heute, dass es sich bei diesem als Ardentía oder brennendes Meer bekannten Spektakel weder um eine Legende noch um einen Mythos handelt. Hinter diesem Phänomen steht, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, eine adaptive Strategie: ein Abwehrmechanismus, der verhindern soll, dass er zur Nahrung für seine Fressfeinde wird.
Diese als „Einbruchalarm“ bekannte Theorie geht davon aus, dass diese Mikroorganismen (Noctiluca scintillans) werden von Copepoden gejagt, die im Zooplankton vorkommen und bei der Aufnahme ebenfalls glänzen, da sie durchsichtig sind. Dadurch sind sie eine leichte Beute für Fischlarven. Noctilucas haben ihre Feinde in Alarmanlagen verwandelt, um Hilfe anzulocken.
Über die wissenschaftliche Erklärung hinaus ist das brennende Meer ein großartiges Beispiel für die Schauspiele, die die Natur uns bieten kann. Und auch einer der schwer fassbaren Orte, wenn es darum geht, von Kameras erfasst zu werden, daher sind die ersten Bilder von Bränden aktuell.
Mythen, Legenden und Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer
Das brennende Meer, zitiert von Jules Verne in seinem Werk Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer Als er die Reise der Nautilus durch eine phosphoreszierende Wasserschicht beschrieb, galt dies jahrhundertelang als Mythos der Seefahrer, die den Indischen Ozean befuhren.
Das Phänomen wurde von der Wissenschaft erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts offiziell erfasst und häufig im Indischen Ozean und in Gebieten in der Nähe von Indonesien entdeckt. Dieses leuchtende Spektakel konnte man aber auch an den Küsten Somalias, der Phosphorescent Bay in Puerto Rico oder den Küsten Galiziens beobachten.
Es gibt seit der Antike eine Verbindung zwischen der Noctiluca und Meereslegenden. Zu diesen Geschichten gehört diejenige, die sie mit dem Ursprung des Begriffs „stella maris“ in Verbindung bringt. An Tagen mit ruhiger See bildeten die blauen Leuchtstofflampen rund um die Boote eine Kielwelle, die den Seglern eine problemlose Navigation ermöglichte. Diese poetische Vision durchdrang schließlich die Seefahrertradition, die das schützende Licht des Wassers mit der Führung der Jungfrau von Carmen, der Schutzpatronin des Meeres, verband.