Langstreckenflüge schienen sich jahrelang in eine Richtung zu entwickeln: immer größere Flugzeuge, große Drehkreuze und Tausende von Passagieren, die über große Flughäfen wie London, Frankfurt, Dubai oder Doha geleitet wurden. Der Airbus A380 war wohl die maximale Ausprägung jenes Modells, von dem sich übrigens immer mehr Fluggesellschaften verabschieden.
Man könnte fast sagen, dass der Trend jetzt umgekehrt ist: Ein Single-Aisle-Flugzeug, dessen Aussehen viel näher an der Kurzstrecke (Modelle wie die A320 oder die B737) als am traditionellen Bild eines Interkontinentalflugs liegt, beginnt, die Flugverbindungen neu zu gestalten. Und das alles für ein Flugzeug, den Airbus A321XLR. Ein Modell, das es Fluggesellschaften ermöglicht, den Atlantik mit weniger Sitzplätzen zu überqueren, aber mit einer Kostenstruktur, die realisierbare Strecken ermöglicht, die zuvor möglicherweise keinen großen Großraumflug gerechtfertigt hätten.
Das Ergebnis ist eine Änderung der Logik: weniger Notwendigkeit, Passagiere in einem Drehkreuz zu konzentrieren und mehr Möglichkeiten, Städte wie New York direkt mit Ibiza und Valencia zu verbinden (Hallo, United).
Das Flugzeug, das den Einsatz erhöht
Seit Jahrzehnten ist eine der ungeschriebenen Regeln im Langstreckenflug einfach: Wer eine Interkontinentalstrecke eröffnen will, muss ein beträchtlich großes Flugzeug füllen. Das funktioniert super zwischen Madrid und New York, London und Los Angeles oder Paris und Miami. Aber was passiert, wenn der Vorschlag eine Route wie Philadelphia-Porto oder Montreal-Palma de Mallorca umfasst?
Möglicherweise besteht Bedarf. Sogar eine ziemliche Nachfrage. Aber vielleicht nicht genug, um einen Großraumflugzeug die ganze Saison über profitabel mit 250, 300 oder mehr Passagieren zu befördern. Und der XLR reduziert diesen Aufwand.
Airbus gibt an, im Vergleich zu Konkurrenzflugzeugen früherer Generationen bis zu 30 % weniger Treibstoff pro Sitz zu verbrauchen. Laut Airbus kann es bis zu 4.700 Seemeilen – etwa 8.700 Kilometer – fliegen und bis zu elf Stunden in der Luft bleiben. Und das alles mit der Betriebswirtschaftlichkeit eines Single-Aisle-Flugzeugs. Und das macht es gerade für Fluggesellschaften interessant. Hier zählt jeder Euro. Der große Reiz für Fluggesellschaften besteht daher darin, dass sie mit diesem Flugzeugmodell in kleineren Märkten mit geringerer Kapazität und damit weniger Risiko agieren können.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Air Canada ausdrücklich davon spricht, damit „Sekundärmärkte“ direkt zu bedienen. Die Fluggesellschaft hat 30 Einheiten bestellt und setzt diese bereits im Rahmen einer Strategie ein, die Ziele wie Berlin, Toulouse, Edinburgh und Palma de Mallorca umfasst.