Jeden Morgen geht ein Mann an einem Geschäft vorbei Fastfood wo es früher eine Nachbarschaftsbäckerei gab. Wir sehen es auch an den Flüssen, deren Eingeweide aufgrund der Dürre zum Vorschein kommen, oder an all den Stränden, an denen wir unsere Kindheit geschützt unter Pinien verbrachten und die heute von Kränen und Menschenmassen überschwemmt werden.
Jahrelang hatte der Satz „Das alles war ländliche Gegend“, den Ihr Vater (oder meiner) gut sagen konnte, als er sah, dass die Obstgärten seiner Kindheit zu einer Wohnsiedlung geworden waren, so etwas wie ein Meme. Allerdings kam diese Geste aus Solastalgie.
Der Begriff wurde 2005 vom australischen Philosophen Glenn Albrecht geprägt und setzt sich aus der Etymologie zusammen sōlācium (Trost) und die griechische Wurzel –Algie (Schmerz) bezieht sich auf die Angst, die beim Betrachten einer vom Klimawandel betroffenen Landschaft entsteht, aber auch auf Episoden wie Gentrifizierung, Dürre oder Bergbau.
Während wir uns von den verheerenden Bränden in Spanien in diesem Sommer erholen, ist Solastalgie wichtiger denn je. Vor allem, wenn es darum geht, neue Emotionen zu erkennen, die durch den eigenen Einfluss auf die Umwelt entstehen.
Dieses Gefühl wird Solastalgie genannt.
(Ein trockener Brunnen in La Mancha, aus der Gedichtsammlung Añil von Miguel Galanes)
Jemand, der das chilenische Patagonien liebt, reist im Urlaub oft in diese Gegend. Doch eines Nachts sah er Lichter auf der anderen Seite der Berge. Zuerst voller Neugier – und dann voller Schmerz – entdeckte er, dass es ein Feuer war. Dann begann er Traurigkeit zu empfinden, dann Schmerz, Wut und verschiedene Emotionen. Am nächsten Tag war er sehr traurig und untröstlich, als er sah, dass dieses Gebiet, das für ihn und sein Leben so wichtig gewesen war, durch von Menschen verursachte Brände zerstört wurde.
Es ist die Geschichte, die mir Felipe Landaeta Farizo, transpersonale Psychologin und Professorin an der Universität Adolfo Ibáñez in Chile, erzählt: „Der Mensch mit Solastalgie empfindet Schmerz für ein Gebiet, das nicht mehr so ist, wie es war „Wir merken, dass es mit der Zeit immer schlimmer wird“, erzählt Felipe Condé Nast Traveler.