Balthasar Wilhelm Stengel
* 1748 1824

Quelle: link www.uni-saarland.de/verwalt/presse/campus/1999/4/

Hinsichtlich des jüngeren Stengel-Sohns, Balthasar Wilhelm (1748-1824), war es vor allem Oranna Dimmig aus Berlin, die Biographie und Werdegang in ein neues Licht rückte. Balthasar Wilhelm gelangte erst auf Umwegen zum Architektenberuf. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Staatswirtschaft in Halle und Jena hatte er im Nassau-Saarbrückischen eine Verwaltungslaufbahn begonnen. Von 1785 bis 93 dauerte seine kurze, aber erfolgreiche Karriere als Architekt des Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken, deren wichtigste Zeugnisse, wie die Gärten des Ludwigsbergs oder das Saarbrücker Schauspielhaus die Französische Revolution jedoch nicht überlebten. Minoti Paul aus Saarbrücken ließ in seinem Beitrag einen Bereich der Ludwigsberger Gartenanlage, die Bauten des Dianenhains, aufleben. Balthasar Wilhelms Tätigkeit für das Theater - er war hier Architekt, Bühnenbildner und Schauspieler - thematisierte Klaus Güthlein: Stengel war mit den Innovationen des damals führenden französischen Theaterbaus vertraut und zählte mit Friedrich Gilly, Karl Friedrich Schinkel und Karl von Fischer zu den frühesten Rezipienten dieser Ideen in Deutschland. Details auch zum späteren Lebensweg ab 1793, nach der Flucht aus Saarbrücken, förderte Oranna Dimmig zutage: 1807 legte Stengel einen Plan zum Wiederaufbau des abgebrannten Saarbrücker Schlosses vor; ungünstige Zeitabläufe verhinderten leider die Realisierung.

Bauwerke: Schloß Dillingen (1789-91), Umbau von Schloß Karlsbrunn (1786), reformierte Kirche in Ludweiler (1786/87), in Saarbrücken: Ludwigsberg (ab 1785), Orangerie (verschwunden), Schauspielhaus (verschwunden), Häuser Mainzerstraße 1-3 und 2-4 (1792), außerhalb des Saarlandes: ev. Kirche in Drulingen (1790)

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