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Ostertal
& Ostertalbahn
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Orte im Ostertal
erstellt am 28.1.2008 – letzte &Aumnl;nderung: 1.4.2008

Die Oster ist ein Bach im nordöstlichen Saarland. Sie entspringt in zwei Quellen nahe Oberkirchen, fließt in südlicher Richtung und mündet nach 28 km in Wiebelskirchen in die Blies.

Nachdem das Gewässer in den 1970ern über weite Strecken begradigt wurde, wurde es in jüngerer Zeit weitgehend renaturiert.

Die Oster gab auch der Ostertalbahn ihren Namen.


Strecke der Ostertalbahn
Zeittafel Ostertal
Die folgende Zeittafel gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte des mittleren Ostertals
Quelle; link www.heimatverein-ostertal.de

6000 - 3000 v. Chr. Mittelsteinzeit. Erste Spuren menschlicher Besiedlung in unserer Gegend. zahlreiche Bodenfunde im mittleren Ostertal.

3000 - 2000 v. Chr. Jungsteinzeit. Bodenfunde auf der Gemarkung Selchenbach (Pfalz).

2000 - 750 v. Chr. Bronzezeit. Keine Bodenfunde im mittleren Ostertal.

750 - 200 v. Chr. Eisenzeit und Hunsrück-Eifel-Kultur (Latènezeit). Keltische Besiedlung des mittleren Ostertals. Bodenfunde auf den Gemarkungen Hoof und Selchenbach.

200 v. Chr. - 0 Jüngste Eisenzeit und Spätlatènekultur. Bodenfunde auf den Gemarkungen Hoof und Marth. Funde auf den Niederkircher Fluren "Steinpforr" (1923) und "Zum Wäldchen" (1924) stammen wahrscheinlich ebenfalls aus dieser Zeit.

0 - 400 n. Chr. Römische Kaiserzeit. Relativ dichte keltoromanische Besiedlung. Bodenfunde in den Niederkircher Fluren "Heidenköpfchen" (1928 und 1934/35) und "Steinpforr" (1935) sowie in den Gemarkungen Bubach, Hoof, Marth und Saal.

400 - 900 Frühes Mittelalter. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches besiedeln im 6. - 8. Jhrd. die Franken das weitgehend entvölkerte Land. Gründung der Ostertalorte. Das mittlere Ostertal Teil des Bannforstes Lutra (Kaiserslautern). Landschaftliche Zuordnung zum Wormsgau, dann zum Nahegau.

6. Jhrd. König Childebert II. schenkt der Reimser Kathedrale den nordwestlichen Teil des Bannforstes Lutra, die Gegend um Kusel (Remigiusland). Das mittlere Ostertal verbleibt zunächst als "Königreich" in königlichem Besitz, wird dann aber besitzmäßig durch Schenkungen und Belehnungen an verschiedene Adlige zersplittert.

vor 876 Der Adlige Heririh erhält in "Osternaha", dem mittleren Ostertal mit dem Zentrum Niederkirchen, ein königliches Lehen. Nach dem Tod des Adligen schenkt König Ludwig der Deutsche diese Güter der Frankfurter Salvatorkapelle.

17. Nov. 880 Ersterwähnung des mittleren Ostertals bzw. Niederkirchens in einer Bestätigungsurkunde König Ludwigs III. des Jüngeren für die Frankfurter Salvatorkapelle.

900 - 1200 Hochmittelalter. Entstehung zahlreicher ineinander verschachtelter Grundherrschaften (Gemenglage) im mittleren Ostertal.

12. April 977 Ersterwähnung der Niederkircher Kirche in einer Bestätigungsurkunde Kaiser Ottos II. für die Frankfurter Salvatorkapelle.

Ende 10. Jhrd. Erzbischof Williges von Mainz weist die Ostertaler Güter der Salvatorkapelle dem Kloster Disibodenberg bei Staudernheim zu.

16. Okt. 1152 Mögliche Ersterwähnung von Osterbrücken in einer Urkunde des Klosters St. Remigius in Reims.

1255 Ein Teil der Disibodenberger Besitzungen im Ostertal wird dem Mainzer Domstift übergeben.

1256 Verkauf des restlichen Disibodenberger Besitzes im Ostertal an Graf Gerlach von Veldenz.

1257 Graf Gerlach vermacht seinen gerade erst erworbenen Ostertaler Grundbesitz testamentarisch dem Kloster Wörschweiler zwischen Homburg und Zweibrücken. Ausübung der Vogteirechte durch die Ritter Blick von Lichtenberg.

12./13. Jhrd. Entstehung der Territorialstaaten durch Machtausbau der königlichen Grafen. Das mittlere Ostertal in der Grafschaft Veldenz, Amt Lichtenberg, Schultheißerei Konken.

1262 Ersterwähnung von Selchenbach in einer Urkunde des Klosters Wörschweiler.

13. Jan. 1344 Ersterwähnung von Hoof (und Leitersweiler) in einer Urkunde der Herren vom Steine.

1412/13 Ersterwähnung von Marth in einer Urkunde des Klosters Wörschweiler.

1413 Ersterwähnung von Bubach in einer Urkunde des Klosters Wörschweiler.

10. April 1443 Ersterwähnung von Saal in einer Urkunde des Klosters St. Remigiusberg.

1444 Die Grafschaft Veldenz gelangt im Erbweg an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.

1538 Übertritt der Pfarrei Niederkirchen zur Reformation.

1556 - 59 Auflösung der Klöster im Herzogtum. Grundbesitz des Klosters Wörschweiler gelangt an den Herzog.

1561/62 Gründung der Schule (Kirchspielschule) in Niederkirchen.

1618 - 48 Dreißigjähriger Krieg.

1635 - 1638 Entvölkerung des mittleren Ostertals. Danach Wiederbesiedlung durch Rückkehrer und Zuwanderer.

1677 Alle Ostertalorte werden von französischen Truppen niedergebrannt.

1680 - 97 Die Pfalz, die Saargegend und das Elsass werden infolge der französischen Réunionspolitik zu der französischen Saarprovinz zusammengefasst. Nach ihrer Auflösung treten die alten Fürsten wieder die Herrschaft an.

18. Jhrd. Wiederaufbau und Neuordnung des verwüsteten und verwilderten Landes.

1789 Französische Revolution.

1792 ff. Französische Revolutionsheere besetzen das linksrheinische Gebiet.

1797 Das mittlere Ostertal kommt bei der Neuordnung der eroberten Gebiete zum französischen Saardépartement, Arrondissement Saarbrücken, Kanton St. Wendel.

1800 Bildung der Bürgermeisterei Niederkirchen mit Bubach, Hoof, Leitersweiler, Marth, Niederkirchen, Osterbrücken und Saal. Der Name der Bürgermeisterei richtet sich nach dem Wohnort des Bürgermeisters.

1814 Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug Napoleons erobern Preußen, Osterreicher und Russen unsere Gegend zurück. Die zurückeroberten Gebiete werden bis 1816 von einer österreichisch-bayerischen Landesadministrationskommission verwaltet. Die Bürgermeisterei Niederkirchen gehört zum Kreis Ottweiler.

1816 Auflösung der Kommission. Die Bürgermeisterei Niederkirchen (mit Selchenbach, jedoch ohne Leitersweiler) kommt zum Königreich Bayern (Rheinkreis), Bezirk Kaiserslautern.

1818 Auflösung der bisherigen Bezirke. Das mittlere Ostertal bildet eine eigenständige Bürgermeisterei, deren Sitz und Name sich nach dem Wohnort des jeweiligen Bürgermeisters richtet. Zugehörigkeit zum Landcommissariat Kusel (ab 1862 Bezirk Kusel, ab 1938 Kreis Kusel).

1870 - 71 Deutsch-französischer Krieg. Belastung der Ostertäler durch Einquartierungen, Fourage- und Vorspanndienste.

1876 Gründung der Feuerwehr in allen Orten der Bürgermeisterei.

1900 Niederkirchen wird ständiger Sitz der Bürgermeisterei.

1902/03 Bau der gemeindeeigenen Wasserleitungen.

1914 - 18 Erster Weltkrieg.

1920 Inkrafttreten des Versailler Vertrages. Schaffung des Saargebietes, das 15 Jahre dem Völkerbund unterstellt und wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen wird. Das mittlere Ostertal verbleibt beim Deutschen Reich. Die neue Grenze zum Saargebiet verläuft zwischen Saal und Werschweiler bzw. Niederkirchen und St. Wendel.

1920 - 35 Zahlreiche Ostertaler Arbeiter, die im Saargebiet beschäftigt sind, sind Grenzgänger. Die Zollgrenze schädigt die einheimische Landwirtschaft, Handel und Gewerbe.

1921 - 23 Bau der elektrischen Lichtleitungen.

1933 Beginn der NS-Herrschaft.

1935 Rückkehr des Saargebietes ins Deutsche Reich. Ende der Grenzlage des mittleren Ostertals.

1934 - 38 Bau der Ostertalbahn.

1939 - 45 Zweiter Weltkrieg.

1945 - 47 Militärverwaltung.

1947 Die Bürgermeisterei Niederkirchen (ohne Selchenbach) kommt zum autonomen Saarland, das dem französischen Wirtschafts- und Währungsgebiet angehört. Zuordnung des neuen Amtes Niederkirchen zum Kreis St. Wendel.

1955 Abstimmung über das Saarstatut.

1957 Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland.

1.1.1974 Inkrafttreten der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform. Auflösung des Amtes Niederkirchen und seiner Gemeinden. Das mittlere Ostertal kommt zur Kreisstadt St. Wendel.

1980 Stilllegung der Ostertalbahn für den Personenverkehr.

Ostertalbahn
Bahnstrecke Ottweiler–Schwarzerden

Nach jahrzehntelangen unterschiedlichen Planungen und Bemühungen konnte am 28. Oktober 1934 der erste Spatenstich zum Bau der Ostertalbahn am Standort des späteren Bahnhofs Hoof i.O. vollzogen werden. Am 26. September 1937 erfolgte die Inbetriebnahme der Teilstrecke Ottweiler - Niederkirchen der „vollspurigen Ostertalkleinbahn mit den Bahnhöfen Fürth (Ostertal), Werschweiler und Niederkirchen (Ostertal) für den Personen-, Gepäck, Expreßgut-, Güter-, Leichen- und Tierverkehr und den unbesetzten Haltepunkten Steinbach (Ostertal) und Dörrenbach für den Personenverkehr“. Die Teilstrecke wurde als Kleinbahn der Deutschen Reichsbahn von der Reichsbahndirektion Saarbrücken betrieben. Mit der Eröffnung des Streckenabschnitts Niederkirchen – Schwarzerden am 15. Mai 1938 war die Bahnstrecke durch das Ostertal mit einer Gesamtlänge von 21 km vollendet.

Die hohe Achslast von 22,5 t (statt auf deutschen Nebenbahnen meist üblichen Achslast 16,0 t), sowie die Trassenführung mit wenigen schienengleichen Bahnübergängen (nämlich zwei, wovon wahrscheinlich nur der von Niederkirchen schon vor 1945 existierte), dafür aber 32 Kunstbauwerken (Brücken, Wasserdurchlässe), geringen Steigungen und etlichen langgezogenen Kurven, aber auch der einstige Anschluss ans Glantal (Strategische Bahn Bad Münster am Stein – Homburg (Saar)), via Schwarzerden – Pfeffelbach – Kusel – Altenglan, belegen, dass die 1938 endgültig fertiggestellte Ostertalbahn wohl beim eventuellen Ausfall von Hauptstrecken / Knotenpunkten durch Luftangriffe o. ä. als Umleitestrecke für Militärtransporte vorgesehen war.

Nur 42 Jahre später wurde zum 31. Mai 1980 der Personenverkehr auf der gesamten Strecke eingestellt. Busse übernahmen im Ostertal die Personenbeförderung. Auf der Ostertalbahn verkehrten seitdem nur noch Güterzüge, die die Fa. IWS (Industriewerke Saar) belieferten, die am Endpunkt der Strecke in Schwarzerden einen Gleisanschluss unterhält. Dies war über die Jahre die längste Strecke bis zu einem privaten Übergabepunkt, den die Bahn betrieben hat.

Dies war der Grund, dass im Jahre 1998 schließlich die Strecke insgesamt stillgelegt werden sollte, doch schließlich gelang es dem Landkreis St. Wendel gemeinsam mit Eisenbahnfreunden nach langwierigen und schwierigen Verhandlungen die Strecke zu erhalten. Der Landkreis St. Wendel übernahm zum 1. Januar 2000 als Eisenbahninfrastrukturunternehmen die Unterhaltung und Betriebsführung der Ostertalstrecke.

Mittlerweile verkehrt neben sporadischen Güterzügen eine Museumsbahn auf der Strecke, zu besonderen Anlässen auch mit Dampflokbespannung.

Quelle: link de.wikipedia.org