| 1873 | Der Hütteningenieur Julius Buch gründet bei Völklingen ein Stahlwerk. Sechs Jahre später wird das Werk wieder geschlossen. Die hohen Zölle verteuern die Einfuhr von Roheisen. |
| 1881 | Carl Röchling kauft das stillgelegte Stahlwerk in Völklingen. Er setzt auf die Produktion von Roheisen: 1883 wird der erste Hochofen angeblasen. |
| 1890 | Die Unternehmenspolitik Carl Röchlings zeigt Erfolg: Die Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke sind der größte Eisenträgerhersteller Deutschlands |
| 1891 | Eröffnung des Thomas-Stahlwerks der Völklinger Hütte. Relativ spät führt Carl Röchling das Thomas-Verfahren auf der Völklinger Hütte ein. Deshalb kann jetzt auch die lothringische Minette in Völklingen verhüttet werden. Bis 1963 wird im Völklingen die Minette eingesetzt. |
 Völklinger Hütte 1892 – Quelle: server02.is.uni-sb.de
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 Quelle: server02.is.uni-sb.de/huette
Die Völklinger Hochofengruppe wurde zwischen 1882 und 1916 erbaut und umfaßt sechs Hochöfen und 18 Winderhitzer. Die Hochöfen sind durch Leitungen und diverse Anbauten verdeckt und erst bei näherem Hinsehen erkennbar. Das Bild der Hochofenanlage wird vor allem von den Schornsteinen und den Gasabzugsrohren bestimmt. Aufgrund der hohen Beanspruchung mußten die Hochöfen alle fünf bis zehn Jahre neu ausgemauert werden. Erst in den zwanziger Jahren bildete sich eine einheitliche Hochofensilhouette mit ca. 23m Höhe und einem Gestelldurchmesser von ca. 4,5m heraus.
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| 1897 | Die erste Koksbatterie wird in Völklingen direkt neben den Hochöfen erstellt. Die Röchlings haben viel Erfahrung mit der Verkokung der Steinkohle. Im Sulzbachtal haben sie eine der größten Kokereien im saarländischen Industrierevier betrieben. |
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 Kokerei 1897 – Quelle: server02.is.uni-sb.de/huette
 Quelle: server02.is.uni-sb.de/huette
Während der Sinterprozeß die Schmelzstoffe für den Hochofenprozeß bereitstellte, sorgte die Kokerei mit dem Koks für den Brennstoff und das Reduktionsmittel zur Roheisengewinnung. In den ersten Jahren des Hochofenbetriebs bezog die Völklinger Hütte ihren Koks von der firmeneigenen Kokerei in Altenwald. Ab 1897 jedoch wurden schon die ersten Koksöfen auf dem Gelände der Völklinger Hütte angeheizt. Wie man auf dem Bild erkennen kann, besteht die Kokerei aus mehreren Komplexen (oder auch Batterien genannt), in denen die Koksöfen dicht aneinandergereit angeordnet sind.
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| 1900 | Zwei Jahre zuvor ist die erste Gasgebläsemaschine in Betrieb gegangen, die mit dem Gas aus den Hochöfen angetrieben wird. Die Gebrüder Röchling erkennen sofort die Bedeutung der Gasmaschine für die weitere Entwicklung der Eisenindustrie. Gegenüber der Hochofengruppe wird das Gebläsehaus errichtet. |
| 1911 | Die Hängebahnanlage zur Beschickung der Hochöfen entsteht. Die Völklinger Hütte produziert auf Hochtouren. An den Hochöfen und im Thomas-Stahlwerk wird unter den schwersten Arbeitsbedingungen Eisen und Stahl für den Aufbau der Industriegesellschaft hergestellt. |
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 Quelle: server02.is.uni-sb.de/huette
Der Erzschrägaufzug, oder auch Erzschrägbrücke genannt, wurde im Zeitraum zwischen 1911 und 1918 erbaut. Er ist Teil eines Seil- und Hängebahnsystems, welches die für den Verhüttungsprozeß benötigten Koks- bzw. Erzmengen zu den Hochöfen transportierte. Die beiden Schrägaufzüge stellten in der damaligen Zeit gewissermaßen eine kleine technische Besonderheit dar, da z.B. ihre Steigungen immerhin ca. 48% betragen. Als technische Besonderheiten des Seil- und Hängebahnsystems sind unter anderem die Gesamtlänge der Gleise zu nennen, die ca. 5,8 km beträgt, desweitern die 310 Kippwagen und die 150 Weichen.
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| 1928 | Auch die Sintertechnik bietet die Chance, Abfallprodukte des Verhüttungsprozesse - Feinerz, Gichtstaub - zu recyclen. Das feine Material wird in der Sinteranlage bei 1300° C zu stückigem Material zusammengebacken und dann in den Hochofen eingefüllt. In Völklingen entsteht eine der modernsten Sinteranlagen in Europa - damals auch eine der größten. |
| 1944 | Insgesamt arbeiteten während des Zweiten Weltkrieges etwa 70.000 Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in den Bergwerken, Hütten und Fabriken des Saarreviers. In den Röchling'schen Eisen- und Stahlwerken waren es bis Kriegsende Tausende Frauen und Männer, vorwiegend aus Russland, Polen und Jugoslawien. Aber auch Menschen aus Italien, Holland, Belgien und Luxemburg waren während dieser Zeit unter schwersten Bedingungen im Einsatz in der Eisen- und Stahlproduktion. |
| 1952 | Die Völklinger Hütte hat den Höchststand der Produktion erreicht. Der Bauboom der Nachkriegszeit beschert dem Röchling'schen Eisen- und Stahlwerk satte Umsatzraten. |
| 1965 | Mehr als 17.000 Menschen arbeiten in der Völklinger Hütte. Es ist die höchste Beschäftigtenzahl in der Geschichte der Völklinger Hütte. |
| 1975 | Die weltweite Stahlkrise erfasst auch die Völklinger Hütte. 1982 werden die Eisen- und Stahlwerke in Völklingen und Burbach zu ARBED-Saarstahl zusammengelegt. |
| 1980 | Nahe des Völklinger Eisenwerkes entsteht ein neues Stahlwerk. Im Blasstahlverfahren wird das Roheisen aus den Hochöfen zu Stahl weiterverarbeitet. |
| 1986 | Die Hochöfen der Völklinger Hütte werden stillgesetzt. Tausende von Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Eisenzeit in Völklingen geht zu Ende. |
| 1992 | Teile der stillgelegten Hütte werden unter Denkmalschutz gestellt, das Eisenwerk wird Industriedenkmal. 1994 erklärt die UNESCO die Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe. |
| 1994 | Die UNESCO erklärt die Völklinger Hütte zum "Weltkulturerbe". |
| 1999 | Das Saarland gründet die neue Trägergesellschaft Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur |
| 2000 | Erstmals besuchen mehr als 104.000 Menschen das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. |
| 2004 | In der Möllerhalle wird das Science Center "Ferrodrom - die Erlebniswelt des Eisens" eröffnet. 10-jähriges Jubiläum der Völklinger Hütte als UNESCO-Weltkulturerbe. |
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 Quelle: server02.is.uni-sb.de/huette
Die Handwerkergasse war Sitz der Bauabteilung des Hüttenwerks, die unter anderem für die Aufrechterhaltung eines reibungslosen Produktionsablaufs zuständig war. Für Umbaumaßnahmen und Instandsetzungsarbeiten, die während des laufenden Betriebs anfielen, waren Handwerker der verschiedensten Berufe beschäftigt. So waren z.B. Mitte der fünfziger Jahre über 100 Arbeiter für die Handwerkerkolonne tätig. Reparaturen fanden häufig an Sonn- und Feiertagen und meist unter großem Zeitdruck statt. Heute wird die Handwerkergasse von der Staatlichen Kunsthochschule für ihre Zwecke genutzt.
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