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Bergweiler
letzte Änderung: 15/9/2005


St. Blasiuskapelle - 18.Jh.


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Bergweiler Quelle: link www.am-schaumberg.de

Wo "Bruder Lappes" zu Hause ist

Umrahmt vom Blasiusberg im Osten, vom Holzenberg im Westen und vom Jungenwald im Norden liegt der Tholeyer Ortsteil Bergweiler. Seinen Namen verdankt das Dorf seiner Lage am Fuße des Blasiusberges.

Eingebettet im Tal der Theel, umrahmt vom Blasiusberg im Osten, vom Holzenberg im Westen und vom Jungenwald im Norden, liegt Bergweiler. Früher stand hier ein Schloß, dessen Besitzer "Humbrecht, der Herr von Weiler" war. Nach dem dreißigjährigen Krieg war Bergweiler nahezu ausgestorben- bis auf eine Frau, die jedoch wenig später nach Kastel übersiedelte.

Im 13. Jahrhundert und noch heute im Volksmund einfach Weiler genannt, hat es seinen Amtlichen Namen nach der Lage an dem heute noch einfach "Berg" genannten Blasiusberg. Nach einem Bericht aus dem Jahr 1791 hieß der Ort "Villers im Loch". Bei Erdarbeiten im Jahr 1927 wurde in der Flur "Kioner" ein Grab aus der Spätlatènezeit gefunden, im gleichen Jahr auch eine römische Siedlung. Die einzelnen Fundgegenstände sind im Provinzialmuseum in Trier ausgestellt.

Bergweiler ist ein spät mittelalterlicher Ort im Gebiet des Schaumberges. Die Abtei Tholey war Grundherr für einen teil des Bannes möglicherweise auch für den ganzen Bann. Lehnsherr Humbrecht von Schöneberg lebt heute noch in dem Flurnamen "Humbrechts-Dell" fort. Das Lehen viel später an die Herren von Sötern und um 1692 an deren Erbnachfolger, die Grafen von Öttingen-Katzenstein-Baldern, die es bis zur französischen Revolution 1789 besaßen. Im 17. und 18. Jahrhundert hatten auch die Herren von Hagen und die Freiherren von Warsberg Ländereien in Bergweiler. Um 1789 gab es hier 16 Häuser mit 65 Einwohnern. Der Ortsteil "Lach" ist wahrscheinlich im Anschluss an die 1791 gebaute Ölmühle entstanden. Im Volksmund heißt sie heute noch Ohligmühle. 1920/21 wurde dort ein größeres Sägewerk und eine Getreidemühle errichtet. Der Mühlenteich, der für die Ölmühle das Wasser aus der Teel bezog wir heute noch teilweise in Anspruch genommen.

Der Ortsteil Blasiusberg an der gleichnamigen Kapelle entstand im Anschluss an eine Einsiedelei, die im 18. Jahrhundert von zwei Benediktinern bewohnt war. Die leibeigenen der Abtei Tholey waren zur Wallfahrt zur Blasuiskapelle verpflichtet. Am Markustag fand eine Prozession zur Kapelle statt, bei der Ende des vorigen Jahrhunderts Jahrmarkt gehalten wurde. Die entstehung der Kapelle reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Das anfangs aus Holz gebaute Gotteshaus brannte im Laufe der Jahrhunderte mehrere Male ab.

Die jetzige Kapelle stammt aus dem Jahr 1716. Über dem Portal steht eine lateinische Inschrift, die übersetzt lautet: "Zusammengefallen durch Feuer 1716 wieder Aufgebaut". In der französischen Revolution suchte ein Benediktinerbruder mit Namen Wilhelm Frank Zuflucht auf dem Blasiusberg. Im Anbau der heutigen Sakristei, richtete er sich eine Wohnung ein und lebte hier als Einsiedler. Er ist heute noch im Dorf unter dem Namen "Bruder Lappes" bekannt. Nach einem Gemeinderatsbeschluss von 1855 hat der Nagelschmied Johann König der Gemeinde die Kapelle für 40 Taler verkauft. 1909 ging sie in den Besitz der Pfarrgemeinde Tholey über. Die Kapelle ist bis heute das historische Kleinod des Ortes geblieben. Mitten im Dorf steht die Erasmuskapelle, die der Heimat und Verkehrsverein vor einiger Zeit renoviert hat. Im Himmelbergwald steht das Heiligenhäuschen ein viel besuchter Ort. Die kleine Waldkapelle soll um 1720 ein Offizier aus Dankbarkeit für seine Genesung errichtet haben. Der Sage nach hat das Quellwasser aus der nahen Erzquelle seine schwere Verwundung geheilt. Johann Holz war es, der 1922 in Bergweiler für elektrisches Licht sorgte. Dem Elektrizitätswerk hatte er offenbar ein entsprechendes Angebot gemacht und erhielt am 20. Januar folgende Antwort: "Sie haben es übernommen, für die Gemeinde Bergweiler eine elektrische Lichtversorgungsanlage einzurichten. Vor Inangriffnahme dieses Unternehmens ist die Genehmigung des Telegraphenamtes in Saarbrücken erforderlich, die Sie baldigst nachsuchen wollen. Bei der Anlage der elektrischen Starkstromanlage sind die beiligenden allgemeinen Vorschriften genauestens zu beachten."

Die Baugestaltung und Entwicklung im öffentlichen und privaten Bereich hat Bergweiler in den letzten Jahren noch liebenswerter gemacht. Erinnert sei nur an die Neugestaltung der Dorfmitte, an die Restaurierung alter Bauernhäuser, an die Grünanlagen und an den Blumenschmuck, der überall zu finden ist. Vor 70 Jahren wurde das Dorf in den Heimatblättern "Unsere Saar" folgendermaßen beschrieben: " Von der Blasiuskapelle geht man auf schnell absteigendem Waldweg in zehn Minuten nach dem Dörfchen Bergweiler, welches einzig schön, von Berg und Wald umgeben, zu Füßen des Blasiusberges am eiligen Theelbach liegt. Eine Pracht, im Frühjahr den Ort im blendend weißen Kirschblütenschmuck zu sehen."