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Geschichte von Tholey und die Abteikirche
link www.abtei-tholey.de
– letzte Änderung: 14/9/2005

link www.am-schaumberg.de: Tholey, 634 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt, zählt zu den ältesten Orten im Saarland überhaupt. Funde aus römischer Zeit lassen Rückschlüsse auf einen traditionsreichen und bedeuteten Verkehrsknotenpunkt zwischen Straßburg und Trier sowie Mainz und Metz zu. Die Geschichte von Tholey wurde stark durch das im Ortskern liegende Kloster und auf die römischen Ruinen erbaute 700 Jahre alte Kirche geprägt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Tholey durch die vielfältigen Aktivitäten des benediktinischen Mönchstums. Hier steht das älteste Kloster auf deutschem Boden.

Die 700 Jahre alte Abteikirche steht auf den Resten einer großen römischen Anlage. Den Schaumberg krönte eine Burg: Tholey war schon vor Jahrhunderten ein geistliches und weltliches Zentrum.

Der Versuch, die alte Geschichte von Tholey auf dieser Seite umfassend darzustellen, muss von vorne herein scheitern. Sie füllt nämlich einen Bücherschrank. So bleibt dem Chronisten nichts anderes übrig, als das eine oder an dere Buch herauszuziehen und darin zu blättern, um den Lesern einen unterhaltsamen Text präsentieren zu können. Viele Daten sind bekannt. Zum Beispiel, dass der 'fränkische Diakon Adalgisel, genannt Grimo, in der Domkirche von Verdun zum Diakon ausgebildet wurde und dieser zum Dank im Jahr 634 seine Besitztümer schenkte. Dazu gehörte auch Tholey. Diese Urkunde ist das älteste erhaltene Schriftstück des Ortes. In den römischen Ruinen von Tholey erbaute er eine Kirche, die der Bischof von Trier weihte, und sandte Kleriker dort hin. Mit der Erweiterung der Kirche im achten Jahrhundert begann das benediktinische Mönchtum. Die Vogtei über das Kloster besaßen die Grafen von Blieskastel, die vermutlich auch die Burg auf dem Schaumberg erbauten. Nach ihrem Aussterben fielen Vogtei und Burg im 13. Jahrhundert an die Herzöge von Lothringen. Bis 1787 blieb Tholey Verwaltungsmittelpunkt des Amtes Schaumburg und ging dann im Tausch an Pfalz-Zweibrücken. Kirche und Klosteranlage durchlebten eine sehr bewegte Zeit. 1792 war einer der unrühmlichsten Höhepunkte. Revolutionstruppen aus Frankreich plünderten die Abtei. Die Kirche, das Kloster und alle Häuser wurden Nationalgut und mehrfach versteigert. Mehr als 150 Jahre war Tholey nicht mehr das kirchliche Zentrum von einst,bis es 1949 unter Abt Petrus Borne wieder zu neuem Leben erstand. Die frühgotische Abteikirche zählt zu den bedeutendsten Gotteshäusern im Saarland. Eine Verdichtung römischer Fundstellen liegt nordöstlich des Ortes, im Wareswald. Dort befand sich ein bedeutender römischer Vicus am Kreuzungspunkt zweier Verkehrs- und Handelsstraßen. Die im vergangenen Jahr begonnenen systematischen Ausgrabungen mit ihren reichen Funden haben der Geschichte Tholeys weitere Kapitel hinzugefügt. "Tholey - das Schmerzenskind aller Ortsnamenforschung" nannte der Historiker Max Müller das Dorf am Schaumberg. Ist der Name keltisch, deutsch oderlateinisch? Müller gab der lateinischen Deutung den Vorzug und glaubte, Tholey von "tegula" (Dachziegel) abzuleiten, weil sich schon zur Römerzeit hier Ziegeleien und Töpfereien befanden. Südwestlich des Ortskerns lag früher das Dorf Schweichhausen. Die gesamte Flur trägt Distriktbezeichnungen, in denen dieser Name enthalten ist. In einem Besitzverzeichnis der Abtei St. Maximin in Trierwirdum1200"Husenvor Tholey" genannt, was wohl als Ersterwähnung von Schweichhausen anzusehen ist. Um 1635 ist der Ort nach der Überlieferung untergegangen. Auf dem Tholeyer Bann soll es auch eine Siedlung Ixweiler gegeben haben und den Ort Leichweiler vermutet man zwischen Tholey, Oberthal und St. Wendel. Genauere Aufzeichnungen darüber fehlen jedoch. Wie sah einst die Schaumburg aus, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde? Reste von Mauern, Türmen und Fundamenten lassen eine Zweiteilung des Burgbereiches erkennen. Der Zugang zum ersten Teil führte von der Theleyer Seite her über Wallgräben in eine Vorburg. Der Hauptteil der Burg war durch Gräben, Zugbrücke und Wehrtürme besonders geschützt. Der Eingang befand sich etwa dort, wo heute die Wetterwarte steht. 1912 sollte der erste Aussichtsturmauf dem Schaumberg errichtet werden. Das Bauwerk kam jedoch über einigeMauern nicht hinaus. Der heutige Turm ist der dritte Bau, stammt aus dem Jahr 1970 und ist ein Mahnmal der deutsch-französischen Verständigung. 1915 wurde Tholey an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Königliche Eisenbahndirektion verkündete die Eröffnung "der normalspurigen Bahnstrecke für Personen-, Güter- und Gepäckverkehr sowie für die Abfertigung von Leichen und lebenden Tieren". 1983 fuhr der letzte Zug in Tholey ab. Seither erinnert nur noch das Bahnhofsgebäude an die frühere Schienenverbindung. Eine Sage aus dem Tholeyer Land soll unseren Beitrag abschließen. Als früher die Bergleute nach Türkismühle zum Bahnhof gehen mussten, um von dort aus die Gruben mit dem Zug zu erreichen, trug sich eine geheimnisvolle Geschichte zu. Die Mutter eines Tholeyer Bergmanns war gestorben. Traurig ging der Mann seines Weges nach Türkismühle. Plötzlich sah er an seiner Seite eine weiße Gestalt und erkannte in ihr seine tote Mutter. Sie begleitete ihn von nun an immer, ob er hin oder zurückging. Der Bergmann nahm darauf hin einen Pfarrer mit. Doch dieser sah nichts von der Erscheinung. Das nächstemal brachte er Stola und Gebetbuch mit, betete und sprengte Weihwasser. Von dieser Stunde an wurde die weiße Frau nicht mehr gesehen.

Kleine Zeittafel zur Geschichte der Abtei Tholey
Quelle (auch für das Bild): link www.hasler.net

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