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Sehenswertes in Sulzbach
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Die historischen Salzhäuser
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Salzgewinnung:

Das Sulzbacher Salz war in teilweise weit unter der Erde liegenden Salzlagern gebunden. Erst das einsickernde Wasser ließ es dem Grundwasser zufließen. Danach blieb das so gewonnene salzhaltige Wasser, die Sole, dann entweder auf wasserundurchlässigen Schichten stehen oder es floss auf geneigtem Gelände ab und sorgte unter anderem dafür, dass der Sulzbach immer salzhaltiger wurde. Um dieses salzhaltige Wasser abzufangen, wurde ein Brunnen inmitten einer weitläufigen Anlage in der Sulzbacher Talaue gebohrt, dem bereits 1595 ein zweiter folgte. Der eine Hauptbrunnen mit seinem einfachen Hebewerk befand sich im heutigen Salzbrunnenhaus, der andere an der Südostecke des heutigen Salzherrenhauses. Aus dem Jahre 1629 ist ein dritter überliefert, der sich auf der Grenze zum Gartengrundstück des heutigen Hauses mit der Nummer 13 "Auf der Schmelz" befand.

Der Hauptbrunnen, der vom Saarbrücker Zimmermann Barthel Johler kunstvoll ausgebaut worden war, hatte eine obere Länge von etwa 4,7 Metern und eine Breite von 3,6 Metern. Bis zu einer Tiefe von 3 bis 4 Metern war er mit bis zu 30 Zentimeter dicken Eichenbohlen ausgezimmert. Wie aus alten Abbildungen hervorgeht, hatte man um die Balken herum einen etwa 90 Zentimeter dicken Lehmmantel gelegt, der heute allerdings nicht mehr erhalten ist.

Die Sole wurde mit Hilfe eines zweiseitigen, mit Menschenkraft betriebenen Hebelwerks nach Art der Pußtabrunnen gehoben.

Spätestens 1594 wurde es durch ein anfangs mit Pferdekraft betriebenes Rohr-Ketten-Förderungs-System ersetzt, das spätestens 1629 über Wasserräder betrieben wurde.

Zu eben diesem Zwecke war im Jahre 1607 ein Mühlenweiher angelegt und in Folge neue Leitungen zwischen Weiher und Rad gebaut worden.

Noch heute sind im Innenhof die Überbleibsel dieses früheren halbrund überwölbten Mühlengrabens zu erkennen.

Der Graben lag auf 20 bis 30 Zentimeter dicken eichenen Querbalken; darüber befanden sich noch dickere Längsbalken, die das gesamte Mauerwerk des Kanals trugen - auch hiervon sind noch heute Reste im Brunneninnern selbst zu sehen. Darüber war Erdreich aufgeschüttet. Der ganze Aufbau mit seiner wechselnden Gewölbeform und einer Öffnung etwa in der Mitte lässt den Schluss zu, dass es sich hier um den Antriebskanal für ein Wasserrad gehandelt hat.

Senkrecht im Brunnenschacht befand sich ein hölzerner Zylinder, durch den eine Kette mit Kolben und Werg (Abdichtungsmaterial) die Sole hochführte, die sich oben in ein hölzernes Auffangbecken ergoss. Von dort floss sie weiter durch eine Holzrinne in die Wasserkästen, (große flache, hölzerne Becken) die über dacht werden konnten. Da das Wasser dort zwar schon vorverdunsten konnte aber in Sulzbach generell nur selten genügend konzentrierte Sole vorhanden war, wurden etwa ab 1610 Gradierwerke errichtet. Dadurch, dass sie die Sole in feine Tröpfchen zerstäubten, vergrößerten sie die Verdunstungsoberfläche um ein Vielfaches. Von dort gelangte sie weiter in das Sudhaus, wo sich Ofen, Pfanne und Banken befanden.

Die evangelische Kirche

Die evangelische Pfarrkirche in Sulzbach charakterisiert mit ihren zwei Bauphasen den Beginn und die Blütezeit historistischer Sakralbauarchitektur an der Saar. Der in der Stilwahl avantgardistische Bau der 1850er Jahre leitet zusammen mit der privat genutzten Stummschen Kapelle in Neunkirchen von 1852 die neogotische Kirchenbaubewegung in der sich konstituierenden Industrieregion ein, während die stilwahrende Erweiterung der 1890er Jahre dem wirtschaftlichen und demographischen Aufschwung des Ortes Rechnung trägt.

Geschichtliches

1576 wurde in Sulzbach die Reformation eingeführt. Der evangelischen Kirchengemeinde diente eine kleine Kapelle bis zu deren Zerstörung während des Dreißigjährigen Krieges als Gotteshaus. Kirchenrechtlich gehörte die Kirchengemeinde bis zu ihrer Verselbständigung am 6. Mai 1854 zur evangelischen Gemeinde in Dudweiler.

Die Baugeschichte

Für die auf mehr als 1700 Mitglieder angewachsene evangelische Pfarrei regte der seit 1850 in Sulzbach tätige, aus Berlin stammende Hilfsprediger Julius König, einen Kirchenbau an. Die Pläne für den Kreuzsaal fertigte der Berliner Architekt C. Rüger. Die Grundsteinlegung fand am 9. August 1852 statt, die Einweihung am 1. Februar 1854.

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Kirche für die inzwischen mehr als verdoppelte Mitgliederzahl der Kirchengemeinde zu klein geworden. Man beschloss eine Erweiterung nach Plänen des Saarbrücker Architekten Heinrich Christian Güth. Diese 1897/1898 ausgeführte Baumaßnahme kam einem Neubau nahe. Am 25. Dezember 1898 wurde die umgebaute und vergrößerte Pfarrkirche wieder ihrer Bestimmung übergeben.

[Als Vorbild für die Sulzbacher Kirche darf auch die berühmten Appolinariskirche in Remagen am Rhein genannt sein, 1839-1842 vom Kölner Dombaumeister Ernst- Friedrich Zwirner erbaut (Bild links; Quelle: link www.franziskaner-remagen.de)] Durch die Erweiterung der Kirche in Sulzbach (Bild rechts) ist der ursprüngliche Charakter eines kreuzförmigen Zentralbaues allerdings verlorengegangen.]

Die katholische Pfarrkirche

Aus der Zeit der 1920er Jahre, die für die Baukunst einen eingreifenden Umbruch darstellt, sind im Bereich der Denkmalpflege des Stadtverbandes Saarbrücken nur wenige Kirchbauten vertreten. Unter ihnen zählt die Allerheiligenkirche von Sulzbach nicht nur der Größe nach, sondern auch aufgrund ihrer gestalterischen und künstlerischen Ausbildung, zu den regional erstrangigen, aber auch überregional zu den sicher bedeutenderen Anlagen. Diesen Bau in seiner noch weitgehend ursprünglichen Erscheinungsform zu erhalten, über seine Baugeschichte zu informieren und, wenn erforderlich, denkmalgerecht zu sanieren, ist ein Anliegen der Unteren Denkmalschutzbehörde des Stadtverbandes Saarbrücken.

Auch heute noch wird das Stadtbild von Sulzbach wesentlich mitbestimmt von dem monumentalen, weit sichtbaren Bau der Allerheiligenkirche. Die Größe der Anlage ist unmittelbar Ausdruck des im Verlaufe des 19. Jhs. erfolgten starken Wachstum des katholischen Anteils der Bevölkerung: noch 1828 gab es nur 56 Katholiken, 1871 bereits 3280, um 1905 über 10000, 1922 etwa 12700.

Zur Vorgeschichte

Mit Einführung der Reformation 1576 war die katholische Pfarrei Sulzbach aufgelöst worden. Im 18. Jh. kam sie zu Saarbrücken, nach der Französischen Revolution zu St. Ingbert, wieder zurück zu Saarbrücken und schließlich zu Dudweiler. 1868 wurde eine Pfarrvikarie zusammen mit Altenwald und Hühnerfeld gebildet.

1885 wurde Sulzbach dann wieder zu einer selbständigen Pfarrei.

Erst wenige Jahre früher war 1871 bis 1872 unter Pfarrer Laven (1869-1892) wieder ein eigenes Kirchengebäude entstanden.

Die am Hammersberg nach Plänen des Architekten Karl Arendt aus Luxemburg in neuromanischem Stil errichtete Kirche St. Joseph bestand aus einem durch Wandpfeiler und -bögen in zwei Joche gegliederten, ursprünglich flachgedeckten Saal mit eingezogener halbrunden Apsis. Nachträglich angefügt wurde 1878 ein als Holzkonstruktion ausgeführter Fassadenturm.

Die alte Kapelle

Das letzte vorhandene Gebäude des ehemaligen Knappschafts-krankenhauses ist eine alte Kapelle, die sicherlich die Erhaltung als eines der Sulzbacher Kulturdenkmäler wert ist. Innerhalb des Knappschaftsgeländes gelegen, ist sie durch einen Zaun von ihm abgetrennt und aus diesem Grunde nur von der Salmstraße her zugänglich. Das Gebäude, das sich heute in städtischem Eigentum befindet, beeindruckt vor allem durch seine Mischform aus Sakral- und Profanarchitektur. Blendarkaden aus Ziegelsteinen sind dem glatten Mauerwerk auf den zwei Hauptseiten vorgelagert und betonen Giebelform und Traufen des Satteldachs. Die Ortgänge sind als Blenden ausgebildet und überragen die Firsthöhe um etwa einen halben Meter. Ein großes lateinisches Kreuz mit geschwungenen Enden ragt auf beiden Seiten als oberer Abschluss in den Himmel. Während an der Haupteingangsseite im Westen jeweils drei Bögen auf vorgeblendeten Pilastern ruhen, fehlt diese Dreiteilung auf der Ostseite gänzlich. Im Westen ist eine kleine Eingangshalle aus Ziegelsteinen vorgelagert, die einen Vorraum mit Sitzbank bietet. Die Seite links des Haupteinganges ist relativ schmucklos gestaltet. Ein Bogenfries, einfaches Blendmauerwerk unten und an den Ecken, eine aufgesetzte mittig positionierte Lisene sind der einzige Schmuck dieser Seite, die ansonsten nur das helle glatte Mauerwerk sehen lässt. Zwei große rundbogige Fenster lockern die andere äußere Seitenwand auf, die mit dem gleichen Bogenfries verziert ist und ebenfalls die Zweiteilung des Baus im äußeren Erscheinungsild mit Hilfe von Blenden erkennen lässt. Der hier zu sehende, über der Mittellisene aufgesetzte Ziegelsteinaufbau dient als Schornstein und verweist somit unter anderem auf die frühere Nutzung als Aufbahrungs- und Obduktionsraum. Es scheint, dass jede Seite für sich konzipiert wurde, denn im Aufbau ist keine sehr große Einheitlichkeit zu finden. Hier nun enden die Bogenblenden der Fenster mit dem Übergang in eine Gerade in breiten vorgelagerten Klinkerblenden, die wiederum zur Ecke und nach unten überleiten. Blendbogen umfassen die zwei Fenster hier und die zwei im Osten sowie die östliche Eingangstür. Die Fenster mit ihren weißen Sprossen tragen gleichfalls die Spuren der früheren Nutzung in sich und weisen den Bau ganz deutlich als zum Krankenhaus gehörig aus.

Die Grabkapelle

Kapelle vor der Renovierung
© René Rausch link www.rausch-spiesen.de

Die Unternehmerfamilie Appolt hatte Jahrzehnte die Leitung der Sulzbacher Blaufabrik inne und noch heute ist ihre Name verbunden mit einer gewissen Mystik und einem Geheimnis. "Die ald Frau Appolt geht um" oder "Es spukt in Appolts Gaarde" sind Sprüche, die noch immer die Runde machen. Angesprochen ist hier der Garten, in dem das Ehepaar Georg und Auguste Appolt im Mausoleum begraben wurden, denn um deren Sohn Georg rankt sich eine abenteuerliche Familiengeschichte mit doppelter Kindesunterschiebung.

Zeugnisse zur Entstehung und zur Baugeschichte dieser Gruft sind leider keine erhalten, so dass die Recherche sich auf den inzwischen restaurierten Bau beschränken muss. Jahre nach seinem Zerfall ließ der Verein zur Förderung der Restaurierung historischer Gebäude der Stadt Sulzbach e.V. mit Unterstützung des Sulzbacher Bauamtes im Jahre 1988 eine substanzerhaltende Restaurierung durchführen, dessen Ergebnis der heutige Zustand ist. Da er zur Beherbergung der Sarkophage der Eheleute bestimmt war, ist er wohl noch zu deren Lebzeiten geplant und gebaut worden, das heißt vor dem Jahresende 1899. Wenn auch die Einzelformen gotisierende Tendenzen aufweisen, so wirkt der Bau insgesamt doch eher als kompaktes Ganzes.

Es handelt sich um einen Rechteckbau in hellem Klinkermauerwerk und einem Satteldach, der oben eine Kapelle birgt und unten eine in das Erdreich eingelassene Gruft, die zwei heute zerfallene Sarkophage beherbergt. Zur Gruft führt ein in den Berg eingeschnittener Fußweg, der beidseitig von abgetrepptem Klinkermauerwerk mit Abdeckplatten aus Buntsandstein gehalten wird. Während am Fuße der Kapelle ein Sockelgesims aus Buntsandstein rundum läuft, schließt ein Kranzgesims aus quergestellten Klinkern die Fassade kurz vor dem Dachansatz ab.

Die Kapelle besitzt auf jeder Längsseite drei spitzbogig zulaufende Fenster, welche die Wand ein wenig auflockern. Der Eingang liegt im Westen und im Osten schließt eine halbrunde Apsis den Bau ab. Die Fenster mit ihren nach außen abgeschrägten Sohlbänken sind in Nischen aus Buntsandstein eingebettet und werden durch zwei schwarze Metallgestänge geschützt. Spitzwinklige Blenden, vorgesetzte Rundstäbe, sowie die gesamte Laibung finden ihren unteren Abschluss in einem gemeinsamen Sockel.

Die Villa Vopelius Bild rechts: Gartenansicht um 1900

Ein klassizistisches Baudenkmal im Stil der italienischen Landhausarchitektur

Baufällig und eingezwängt zwischen einem siebengeschossigen Hochhaus zur Rechten und einem Kaufhaus zur Linken war sie dem Gedächtnis und dem Zugriff der Gegenwart entrückt - zumindest für die Öffentlichkeit. Die letzte Eigentümerin, eine Frankfurter Immobilienfirma, kam mit diesem Bauwerk nicht zu Rande, verlangte den Abbruch, um Parkplätze zu schaffen. Die Villa Vopelius wurde ein Notfall für die Denkmalpflege. Vor dem Abriss bewahrte die Villa schließlich der Einsatz und die Beharrlichkeit der Denkmalbehörden, sowie die Unterstützung der Stadt Sulzbach und des Investors Klaus Kerber, von Kerber Project Consult. Alle bürgten für die historische Reputation der klassizistischen Villa und die Familiengeschichte der Sulzbacher Glasfabrikantenfamilie Vopelius für die Denkmalwürde.

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