Wendelin-Kirchen und Kapellen in aller Welt
dies sind nur einige Beispiele von vielen! – Der Hl. Wendalinus – erstellt am 6/1/2005 – letzte Änderung: 16/7/2006

Die höchste Dichte von Wendelins-Kirchen findet sich im Schwäbisch-Allemanischen Raum, d.h. in der Schweiz, im Elsaß, im südlichen Baden-Württemberg und in Bayerisch-Schwaben. Einige Wendelins-Kirchen in den USA sind offenbar von Siedlern aus diesem Raum gegründet worden. Das gleiche gilt für die Kirche in Kleinliebental in der Ukraine, die von Rußlanddeutschen erbaut wurde.


Altbierlingen (Oberschwaben)


Altglashütten
(Schwarzwald)


Andermatt (Schweiz)


Bechtoldsweiler
(Schwäbische Alb)


Bernbeuren (Allgäu)


Beuren am Ried (Hegau)


Birsgau (Allgäu)


Burnhaupt (Elsaß)


Carrick (Pensylvenia, USA)


Cazis (Schweiz)


Dulliken (Schweiz)


Düttingsfeld
(Unterranken)


Erfeld (Odenwald)


Fostoria (Ohio, USA)


bei Freiburg
(Schwarzwald)


Hatzenbühl (Pfalz)


Hohengoeft (Elsaß)


Kleinliebental (Ukraine)


Kruth (Elsaß)


Lehengütingen
(Mittelfranken)


Lieli (Schweiz)


Neuhausen
(Schwarzwald)


Oberbruch (Ortenau)


Oberdorf (Bodensee)


bei Obersdorf (Allgäu)


Pessenhausen (Bayern)


Ramsberg (Bodensee)


Reifenberg (Pfalz)


Reilingen (Baden)


Ringelbach
(Schwarzwald)


Roudisegg (Schweiz)


Rüediswil (Schweiz)


Sarmenstorf (Schweiz)


Schleebuch (Oberschwaben)


Shannon (Illinois, USA)


Sibratshofen (Allgäu)


Siegendorf (Unterranken)


St. Wendel
(Indiana, USA)


St. Wendelin, St. Cloud
(Minnesota, USA)


St. Wendelin Mission
(Ohio, USA)


Stahlhofen (Eifel)


Stalden (Schweiz)


Triesenberg
(Liechtenstein)


Urbes (Elsaß)


Wauwil (Schweiz)


bei Weiher (Baden)


Weisenbach (Schwarzwald)


Yach (Schwarzwald)

weitere Wendelinskirchen: Dirmingen (Saarland) – Eberbach (Elsaß) – Gresaubach (Saarland) – Hellbühl (Schweiz) – Hemsbach (Bayern) – Königshofen/ Kahl (Bayern) – Mittelstreu (Unterfranken) – Niedersteinbach, Brücken (Bayern) – Oberwestern, Unterwestern (Bayern) – Pinsweiler (Saarland) – Reimsbach (Saarland) – Reudern (Schwäbische Alb) – St. Wendel, Manitowoc Co., Wisconsin (USA) – Werentzhouse (Elsaß)

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Band XIII (1998) Spalten 742-744 Autor: Carl-Friedrich Geyer
link http://www.bautz.de/bbkl/w/wendelin.shtml

WENDALINUS/ WENDELIN. - Die reiche legendarische Überlieferung überdeckt die historischen Züge jenes Einsiedlers Wendelin, nach dem die saarländische Kreisstadt St. Wendel benannt ist. Eine nach dem Jahre 1000 entstandene Lebensbeschreibung des Trierer Bischofs Magnerich (er ist nach dem Jahre 587 gestorben) erwähnt einen im Bistumsgebiet lebenden Einsiedler namens Wendalinus, den ein besonders enges Verhältnis zu dem genannten Bischof ausgezeichnet habe. Die Erwähnung Wendelins geschieht im Zusammenhang mit der Nennung anderer Einsiedler, nämlich Wulfialich, Paulus, Ingobert, Disibod, Carilef, Beatus und Bantus. Der historische Kern im Leben dieser legendarischen Heiligen ist nicht mehr zu ermitteln, ja, die zur Verfügung stehenden Quellen lassen nicht einmal eine sichere Datierung ins 6. Jahrhundert zu. Vermutungen gehen dahin, in ihnen Repräsentanten einer ersten christlichen und missionarisch orientierten Schicht von Germanen zu sehen, die das im Raum der Obermosel (Bistum Verdun) aufgenommene Christentum nach Osten weitertrugen. Faktisch werden sie im 12. Jahrhundert als Volksheilige verehrt und stehen als solche in hohem Ansehen. Wendelin als Gründer und ersten Abt der Abtei Tholey anzusehen, ist aber schon aus dem Grunde abwegig, insofern die Abtei erst sehr viel später als die Kirche und das Zentrum des späteren Archidiakonats Tholey entstand. Für den Zeitraum des sechsten Jahrhunderts kann von mönchischem Leben keine Rede sein. Als gesichert darf jedoch gelten: Wendelin lebte um die Mitte des sechsten Jahrhunderts als Einsiedler im sogenannten &brquo;Waldgebirge” Vosagus (Vogesen), ein Gebiet, das bis in den vorderen Hunsrück reichte und wesentlich größer war als die heute so bezeichneten Vogesen. Sein Grab ist um das Jahr 1000 bezeugt und gibt dem Ort seinen Namen: St. Wendel. Die Kirchentitel und die volkstümliche Verehrung erstrecken sich über West- und Süddeutschland, durch Auswanderung kam die Verehrung um 1800 auch nach Nordamerika und Osteuropa und von dort bis nach Südamerika. Die Legende machte W. zum Abt (Gründer) von Tholey und zum Königssohn. Angeblich aus königlichem Geschlecht aus Schottland, suchte er viele Stätten auf, um unter ihnen eine zu finden, an der er Gott ungestört dienen könne. Da ihm jedoch keine gefiel, kam er bis nach Deutschland, in die Diözese Trier, an das Gebiet an Blies und Saar, wo es noch große Wälder und viel Wildnis gab. Dort angekommen, traf Wendelin auf einen Edelmann, der ihn bat, ihm das Vieh zu hüten. Wendelin wurde der Hirte dieses Mannes, der angesichts der Demut und Frömmigkeit des Einsiedlers zu der Überzeugung kam, seiner Dienste unwürdig zu sein. Er zeigte dem Einsiedler einer abgelegenen Ort, baute ihm dort, in der Nähe eines Mönchsklosters, eine Zelle. Während die eine legendarische Überlieferung von einem losen Kontakt Wendelins zu den Mönchen berichtet - bei seinem Tode schickte er nach ihnen und ermahnte sie zu brüderlichem Frieden und ununterbrochenem Gottesdienst -, macht ihn die andere Überlieferung zum ersten Abt des Klosters Tholey (so berichten auch die unechten Abtslisten des Klosters). Seine Hirtentätigkeit - Wendelin ist immer mit den Emblemen des Hirten abgebildet oder dargestellt - prädestinierte ihn zum Schutzpatron der Hirten und in einem weiteren Sinne der Landleute (Bauern, Tagelöhner, Landarbeiter). Die katholische Kirche feiert sein Fest am 20. Oktober.

Lit.: J. Bettingen, Geschichte der Stadt und des Amtes St. Wendel, St. Wendel 1865; - J.A.J. Hansen, Lebensbeschreibung des heiligen Hirten, Einsiedlers und Abtes Wendelinus, eines Königssohns aus Schottland, Regensburg (G. J. Manz) 1855, 445 S.; - W. Levinson, Das Testament des Diakons Adalgisel-Grimo, in: Trierer Zeitschrift 7 (1932) [= Aus rheinischer und fränkischer Frühzeit, Düsseldorf 1948]; - F. Pauly, Siedlung und Pfarrorganisation im alten Erzbistum Trier. Das Landkapitel Wadrill, Trier 1965; - A. Selzer, St. Wendelin. Leben und Verehrung eines alemannisch-fränkischen Volksheiligen, Mödling b. Wien ²1962; - J. Torsy, Lexikon der deutschen Heiligen, Köln 1959; - Volkshochschule St. Wendel e.V. (Hrsg.), Die Wendelslegende. Aus dem „Legendenbuch von der Hailigen Leben...”, gedruckt bei Günther Zeiner zu Augsburg (1472), St. Wendel 1959, 13-19.

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