Teil 1

Ortsgeschichte von Hoof, Teil 2
Quelle: link www.ostertal.de (gekürzt)

Das Vereinswesen

Im Jahr 1881 wurde als erster Hoofer Verein der Gesangverein "Eintracht" gegründet. Langjähriger Vorsitzender war Jakob Cullmann I., Dirigent zunächst Lehrer Kohl, danach Lehrer Geib und nach ihm Lehrer Böll. 1893 legte sich der Verein eine Fahne zu, die bei allen öffentlichen Auftritten mitgeführt und von einem "Fahnenjunker" getragen wurde.

1892 folgte die Gründung eines Viehversicherungsvereins. Er war ein bäuerlicher Zusammenschluß auf Gegenseitigkeit, der "den Vieheigentümern für das versicherte Rindvieh und für Pferde bei unverschuldeten Verlusten durch Krankheit oder Unglücksfälle Entschädigung leistet". Im ersten Jahr gehörten dem Verein 22 Mitglieder an, 1905 waren es schon 55. 70 Jahre nach seiner Gründung, im Februar l962, löste sich der Verein aufgrund seiner stark zurückgegangenen Mitgliederzahl auf.


Gesangverein Eintracht Hoof 1903

Ebenfalls 1892 wurde der Krieger- und Militärverein Hoof gegründet. Der Zweck des Vereins bestand laut Satzung in der "Pflege eines auf Kameradschaft und Achtung gegründeten gegenseitigen Verhältnisses aller unter der Fahne gestandenen Militärs, gleichviel ob solche noch im Dienste stehen oder schon in bürgerliche Verhältnisse zurückgetreten sind". Verstarb ein Mitglied, erhielten die Angehörigen einen Unterstützungsbeitrag von 15 Mark. 1901 legte man sich eine Vereinsfahne zu, was mit einem großen Fest im Achterwald gefeiert wurde.

1897 schlossen sich die Hoofer Bergleute zu einem Krankenunterstützungsverein zusammen. In der Satzung setzte man sich das Ziel, erkrankte oder in Ausübung des Berufes verunglückte Bergleute vor Not zu schützen und beim Ableben den Familienangehörigen eine Geldunterstützung zukommen zu lassen. Die Krankenunterstützung betrug 50 Pfennige pro Tag, das Sterbegeld des Mitglieds oder seiner Ehefrau 40 Mark. Erster Vereinsvorsitzender war Jakob Schneider III.

In dieser Zeit wurde im Ostertal auch ein Obstbauverein gegründet, dem im Jahre 1901 60 Mitglieder aus allen Orten der Bürgermeisterei angehörten. Seinen Sitz hatte der Verein in Hoof. Dies war wohl deshalb so geregelt, weil der Hoofer Lehrer Peter Böll Vorsitzender war. Wie lange der Verein bestand, wissen wir nicht. Jedenfalls bildeten sich ab 1911 (Niederkirchen) in einzelnen Ostertaldörfern örtliche Obstbauvereine, so daß wir davon ausgehen können, daß es zu diesem Zeitpunkt den zentralen Obstbauverein Ostertal nicht mehr gab.

Die politische Entwicklung

Der pfälzische Wahlkreis 5 umfaßte die Landkreise Homburg und Kusel. Wegen seiner ländlich-agrarischen Struktur war er traditionell eine Hochburg der Nationalliberalen Partei, die die Bismarcksche Politik unterstützte. Zweitstärkste Partei war das katholische Zentrum, das von 1874 bis 1907 stets zwischen 20 und 30 Prozent der Stimmen errang. Die Sozialdemokraten erhielten erstmals 1890 einige Stimmen (0,8 Prozent), die sie bis 1912 auf 17,4 Prozent steigern konnten.

Als sich 1880 von den Nationalliberalen linksliberale Gruppen abspalteten, wurde die konservativ-liberale Mehrheit erstmals geschmälert. Diese Tendenz setzte sich fort, als in den neunziger Jahren die Nationalliberalen die Freihandelspolitik der Reichsregierung unterstützten. Das war für die agrarisch orientierten Wähler Anlaß, sich stärker dem 1893 gegründeten konservativen Bund der Landwirte (BdL) zuzuwenden, und führte dazu, daß die Nationalliberalen 1898 erstmals gegen den BdL in die Stichwahl mußten, die sie nur noch knapp gewinnen konnten. Ab 1903 bis zum Ende des Kaiserreiches wurde der Wahlkreis dann stets vom Bund der Landwirte im Reichstag vertreten.

Die geschilderte Entwicklung war im großen und ganzen auch im Wahlbezirk Hoof festzustellen. Erste örtliche Zahlen liegen uns aus dem Jahr 1874 vor. Bei der damaligen Reichstagswahl erhielten in der Bürgermeisterei Saal, die die sieben Gemeinden des pfälzischen Ostertals umfaßte, die Nationalliberalen 336 und das Zentrum 17 Stimmen. Möglicherweise kamen die Zentrum-Stimmen aus Hoof, denn hier lebte ja eine größere Anzahl katholischer Wähler. Bis 1893 blieb die Mehrheit der Nationalliberalen auch in Hoof unangefochten. Bei der Januarwahl 1898 kam es dann erstmals zu einem Gleichstand mit dem Bund der Landwirte, der aber bei der Juniwahl 1898 keinen eigenen Kandidaten aufstellte. 1903 erhielt der BdL dann eine klare Mehrheit, der die Nationalliberalen 1907 erst gar keinen eigenen Kandidaten mehr entgegensetzten. 1912 waren dann die Gewichte wieder in etwa gleich verteilt.

Die Sozialdemokraten erhielten bei den sieben Wahlen von 1890 bis 1912 in Hoof nur insgesamt 10 Stimmen. Erstaunlich niedrig ist auch der Stimmenanteil des Zentrums angesichts eines katholischen Bevölkerungsanteils von über 20 Prozent. Interessant ist allerdings die Tatsache, daß 1907 ein christlich-sozialer Arbeiterkandidat 40 Prozent der Hoofer Stimmen bekam. Dieses Schlaglicht macht deutlich, daß doch ein gewisses Protestpotential vorhanden war, das sich wohl aus der Arbeiterschaft rekrutierte. Aber noch waren die Arbeiter zu kaisertreu, um sich der damals ja noch revolutionären Sozialdemokratie zuwenden zu können.

Am 1.August 1914 begann der Erste Weltkrieg, bei dem 21 Hoofer Männer ihr Leben lassen mußten. Am Ende des Krieges stand die deutsche Kapitulation, die Abdankung des Kaisers und die Ausrufung der Republik. Französische Besatzungstruppen zogen am 3. Dezember 1918 in die Ortschaften des Ostertals ein.

Weimarer Republik und Drittes Reich

Am 10. Januar 1920 trat der Versailler Friedensvertrag in Kraft, nach dem das Saargebiet für 15 Jahre dem Völkerbund unterstellt wurde. Damit war Hoof wieder Grenzgemeinde geworden, am Ortseingang von Leitersweiler befand sich eine deutsche Zollstation. Für die Familien der Zöllner wurden in Hoof, in der Acht, Wohnungen gebaut, die sogenannten Zollhäuser.

Die Besatzungsbehörden und einige ihnen gewogene Einzelpersonen, die sich offenbar Gewinn davon versprachen, versuchten Anfang 1920 die Ostertaler Bevölkerung für einen Anschluß der Bürgermeisterei Niederkirchen ans Saargebiet zu gewinnen. Eine Bürgerversammlung aus allen sieben Gemeinden lehnte am 20. Januar 1920 das Ansinnen jedoch einstimmig ab.

Aufgrund des Versailler Vertrages mußte Deutschland hohe Reparationszahlungen leisten. Als man diesen Zahlungen nicht mehr nachkam, besetzten französische Truppen 1923 das Ruhrgebiet. Hierauf antworteten die Ruhrarbeiter und die Beamten der Verwaltungen mit passivem Widerstand. Um ihn zu brechen, wandten die Franzosen verschiedene Mittel an, unter anderem auch die Ausweisung unliebsamer Personen aus der Pfalz. Die Ausweisung traf auch den Schreiber der Bürgermeisterei Niederkirchen, Ludwig König. Die Hoofer Zollbeamten Karl Faas, Wilhelm Schwehm und Heinrich Steinel wurden aus dem gleichen Grund Anfang Juni 1923 auf französische Anweisung verhaftet und ins Gefängnis Landau verbracht. Im September 1923 wurde der passive Widerstand beendet.

Vorteile hatte die neue Saargrenze zunächst für die Bergleute und Hüttenarbeiter, die im Saargebiet arbeiteten und in harter französischer Währung entlohnt wurden. Die Mark hingegen verfiel infolge des passiven Widerstandes immer mehr. Im November 1923, auf dem Höhepunkt der Inflation, kostete ein Ei 80 Milliarden Reichsmark. Dann erfolgte ein Währungsschnitt, und eine Billion Reichsmark konnte für eine neue Mark eingetauscht werden. Als in den folgenden Jahren der französische Franc mehr und mehr an Stabilität verlor, stieg auch die Not der Arbeiter im pfälzischen Westgrenzgebiet immer stärker an. Hinzu kam, daß die Reichsregierung die Saargängerunterstützung und das Kurzarbeitergeld reduzierte. Die Landwirtschaft war durch die Saargrenze mit ihren hohen Zöllen ohnehin ihres Hauptabsatzgebiets beraubt. Dazu kamen im Ostertal immer wieder Überschwemmungen und Beeinträchtigungen der Ernte durch Unwetter. So wird von "ungeheueren Regenmassen" am 24. November 1926 in Hoof berichtet: "Nicht nur die Wiesen, sondern auch die Bergfelder waren überschwemmt, denn die Berge standen so voll Wasser, daß überall die Quellen hervorsprudelten. Gewaltige Erdmassen lösten sich und rutschten ab. Ein solcher Bergrutsch stürzte mit zwei auf ihm stehenden Obstbäumen auf das Haus des Johann Schmidt."

Die immer mehr zunehmende Verarmung wirkte sich auch auf das Wahlverhalten der Bevölkerung aus, die radikalen Parteien gewannen bald an Gewicht. Die erste Wahl nach dem Weltkrieg, die Wahl zur Verfassunggebenden Nationalversammlung, fand am 19. Januar 1919 statt. Dabei konnten zum ersten Mal auch die Frauen mitwählen. In Hoof erreichte die Sozialdemokratische Partei eine klare absolute Mehrheit von 134 Stimmen. Die konservative Deutsche Volkspartei (DVP) kam auf 57 Stimmen, für die Deutsch-demokratische Partei votierten 5 Wähler. Wie sich das Wählerverhalten bei den folgenden acht Reichstagswahlen bis zum Jahr 1933 entwickelte, zeigt die nachfolgende Übersicht.

Bei den Sozialdemokraten wirkte sich 1920 die Abspaltung der USPD aus. Als sich die USPD 1922 auflöste, gingen die sozialdemokratischen Wähler zum großen Teil zur Kommunistischen Partei über, die nun bis zum Ende der Weimarer Republik stärkste Gruppierung im Dorf blieb. 1928 konnte sich die SPD noch einmal erholen, fiel danach aber wieder ab. Die DVP verlor bereits 1920 die Hälfte ihrer Wähler von 1919. Auf diesem Stand blieb sie bis 1928, danach gingen ihre Wähler geschlossen zu den Nationalsozialisten über. Die NSDAP erhielt erstmals 1928 neun Stimmen in Hoof. Danach erhöhte sich ihr Anteil bei jeder Wahl bis zu 125 Stimmen im Jahr 1933. Allerdings gelang es der NSDAP nie, stärkste Partei in Hoof zu werden. Das war von 1924 bis 1933 stets die KPD. Und auch die Zentrumswähler, am 5. März 1933 immerhin 44, widerstanden den rechtsradikalen Parolen. So kann festgestellt werden, daß die Nationalsozialisten es in Hoof bei keiner freien Wahl schafften, die Mehrheit der Wähler für sich zu gewinnen. Eine Aussage, die nicht jeder Ort für sich beanspruchen kann.


Einweihung des Kriegerdenkmals

Im Dorfgeschehen ist der Bau der elektrischen Lichtleitung in den Jahren von 1921 bis 1923 von Wichtigkeit. Am 8. August 1926 wurde das von dem Kuseler Bildhauer Emil Reiß geschaffene Kriegerdenkmal neben dem Friedhof in der Acht eingeweiht. Auf einer Tafel heißt es: "Ihren gefallenen Söhnen die dankbare Gemeinde Hoof. Der Gegenwart zum Gedächtnis, der Zukunft zum Vermächtnis." Die Grenze zwischen der preußischen Gemeinde Leitersweiler und der bayerischen Gemeinde Hoof wurde 1928 neu abgemarkt. 1930 schließlich endete die französische Besetzung in der Pfalz.

Ein tragischer Zwischenfall ereignete sich in der Nacht vom 7. auf 8. Juli 1930. Zunächst war es in der Wirtschaft Müller zu einem Disput zwischen dem 3ojährigen Bergmann Karl S. und dem 27jährigen Bergmann Gustav Müller gekommen. Nachdem die beiden vom Wirt aus dem Lokal gewiesen worden waren, beruhigte sich die Szene zunächst. Auf der Straße kam es dann jedoch zu einer erneuten Auseinandersetzung, in deren Verlauf Karl S. mit einem Messer Gustav Müller tödlich verletzte. Da Müller ein Anhänger der Nationalsozialisten war und S. den Kommunisten nahestand, hieß es zunächst, der Streit sei wegen parteipolitischer Differenzen entbrannt. Später wurde aber darauf hingewiesen, es sei lediglich um lokale Fragen wie Sportplatzbau und Gesangverein gegangen. Vom Schwurgericht Kaiserslautern wurde S. im November 1930 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.

Eine große Bereicherung erfuhr das Hoofer Vereinsleben im Jahr 1930, als gleich drei neue Vereine gegründet wurden: der Musikverein, der Obstbauverein und der Sportverein. Letzterer trug seine Spiele zunächst in der Dörrwiese, anschließend auf den Dachslöchern aus. 1934 richteten die Mitglieder dann am Hasenwald einen richtigen Sportplatz her. Der Obstbauverein veranstaltete 1931 erstmals eine Obstschau, ab 1933 fanden jährlich Bannbegehungen statt. Die Gemeinde stellte dem Verein 1932 im Gerberstall ein Stück Land zur Errichtung einer Baumschule zur Verfügung. Neben diesen drei Vereinen bestanden noch der Viehversicherungsverein, der Krankenunterstützungsverein und zwei Gesangvereine. 1926/27 hatte sich vom Gesangverein "Eintracht" ein "Arbeitergesangverein" unter dem Dirigenten August Schmidt abgespalten, in dem sich die politisch links stehenden Sänger sammelten. Ihre Gesangstunden hielten sie in "Fischers" ab. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde der Arbeitergesangverein verboten. Der Krieger- und Militärverein war bereits mit dem Ende des Ersten Weltkriegs erloschen, er erstand auch im Dritten Reich nicht wieder.

Die wirtschaftliche Lage hatte sich seit 1926 zunehmend verschlechtert, immer mehr Menschen wurden arbeitslos. Damit einher gingen Auseinandersetzungen zwischen den radikalen Parteien, die nicht selten in Schlägereien endeten. In Niederkirchen gab es seit 1930 eine Ortsgruppe der KPD, der auch Mitglieder aus Hoof angehörten. Eine für den 28. Februar 1932 in Hoof geplante Versammlung der KPD wurde vom Kuseler Bezirksamt verboten. Am 30. Januar 1933 ernannte der Reichspräsident den Führer der NSDAP, Adolf Hitler, zum Reichskanzler; die Weimarer Republik war am Ende.


Musikverein Hoof 1932

Mitte Februar 1933 veranstalteten die Nationalsozialisten einen Sieges- und Propagandazug durch die Ortschaften des Ostertals, dabei hielten sie in Hoof am Grabe des drei Jahre zuvor zu Tode gekommenen Gustav Müller eine Trauerkundgebung ab. 1935 legte die SA an der Stelle, an der Müller tödlich verletzt worden war, einen Kranz nieder, der von einem Doppelposten bewacht wurde. Dabei fiel der Polizei auf, "daß die Bevölkerung, besonders die früher kommunistisch eingestellten Bergarbeiter, es nicht der Mühe wert hielten, im Vorübergehen den Deutschen Gruß zu erweisen".

Doch die Kommunisten verweigerten nicht nur den Deutschen Gruß, sondern leisteten auch praktischen Widerstand gegen das NS-Regime. Bereits am 8. Februar 1933 riefen sie auf Flugblättern, die in Niederkirchen unter die Wohnungstüren gesteckt wurden, zum Kampf gegen Hitlers Kanzlerschaft auf. Am 4. Juni fand eine Polizeistreife an der Grenze zwischen Hoof und Leitersweiler erneut verdächtige Flugblätter. "Es erscheint nicht ausgeschlossen", hieß es in einem Bericht, "daß Kommunisten des hiesigen Bezirks mit Kommunisten jenseits der Grenze in Fühlung stehen und die Flugblätter von ersteren weiterverbreitet werden sollen." Und schließlich entdeckte die Gendarmerie am 23. November 1933 in der Oster zwischen der Neumühle und Osterbrücken einen Koffer, der auf den ersten Blick mit Taschenfahrplänen gefüllt zu sein schien. Bei näherem Hinsehen entpuppten sich aber auch diese als linkes Widerstandsmaterial.

Am 13. Januar1935 fand die im Versailler Vertrag vorgesehene Saarabstimmung statt. Dabei entschieden sich 90,5 Prozent der Saarländer für die Rückkehr zum Deutschen Reich. Die bisherige Staatsgrenze, auch zwischen Hoof und St.Wendel - Leitersweiler - Haupersweiler, wurde am 1. März 1935 aufgehoben.

Bereits seit 1934 wurden in allen Gemeinden der Bürgermeisterei, auch in Hoof, kommunale Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Form von Ödlandkultivierung und Obstbaumpflanzungen durchgeführt. Im selben Jahr begann der Bau der Ostertaleisenbahn. Dabei erfolgte der erste Spatenstich am 28. Oktober 1934 unweit des Ortes, wo später der Hoofer Bahnhof errichtet wurde. Die Arbeiten auf der Gemarkung Hoof begannen am 27. Januar 1935. Während der untere Teil der Ostertalbahn am 26. September 1937 in Betrieb ging, begannen die Fahrten zwischen Niederkirchen und Schwarzerden am 15. Mai 1938.

1935 wurde in Hoof mit dem Bau von Siedlungshäusern in der "Achterheck" begonnen, in die 1936 die Familien Fell, Schneider, Stamm, Fuhr, Fuchs, Geis, Ritter, Kraushaar, Spengler und Finkler einziehen konnten. In diesem Jahr erhielt auch die "neue Schule" den Anbau zweier Lehrsäle und sanitärer Anlagen. Ein lange gehegter Wunsch der katholischen Bevölkerung, die bisher nach Breitenbach gepfarrt und von Oberkirchen aus betreut worden war, ging 1934 mit dem Bau und der Einweihung der katholischen Kirche in der "Acht" in Erfüllung. Die Glocke dazu kam von der katholischen Kirche in Kusel.

Grundsteinlegung der katholischen Kirche am 22.07.1934

in Anwesenheit von Bürgermeister König

Mit dem deutschen Einmarsch in Polen am 1 September1939 begann der Zweite Weltkrieg, in dessen Verlauf mehr als hundert Hoofer Männer eingezogen wurden. Während bereits 1937 am südöstlichen Ortsrand ("auf der Platt") vier Westwallbunker gebaut worden waren, legte die Bevölkerung 1943/44 innerhalb des Ortes drei Stollen zum Schutz vor Fliegerangriffen an. Am 19. Juli 1944 warfen alliierte Flugzeuge Bomben ab, die unterhalb des Weges nach Marth einschlugen. Vermutlich hatten sie die Eisenbahnlinie treffen sollen.


Ortsansicht um 1940

Die letzten deutschen Truppen verließen am 19. März 1945 das Dorf in Richtung Marth, nachdem sie die Osterbrücke unterhalb des Bahnhofs gesprengt hatten. Von der Betzelbacher Mühle her rückten am selben Tag amerikanische Truppen ein, die zwei Wochen später von französischen abgelöst wurden. Am 9. Mai 1945 endete der Krieg, dem einundsechzig Hoofer Männer zum Opfer gefallen waren.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Für die Bevölkerung stand in der ersten Nachkriegszeit die Sorge um die Ernährung und Versorgung mit den notwendigsten Gütern des täglichen Bedarfs im Vordergrund. Die Zuteilung der Ernährungs- und Versorgungsrationen erfolgte über Marken, das gesamte System war staatlich gelenkt. Hausschlachtungen waren genehmigungspflichtig, Stromverbrauch für die private Haushaltsführung verboten. Dazu mußten noch Lebensmittel zur Verpflegung der Besatzungstruppen und der Fremdarbeiter abgeliefert werden. In den Städten war die Versorgungslage besonders schlecht, weshalb oft sogenannte Hamsterer aufs Land kamen, um mitgebrachte Dinge gegen Lebensmittel einzutauschen.

Mit der Besetzung der Pfalz und des Saargebiets durch amerikanische Truppen im März 1945 war die gesamte Verwaltung in dem Gebiet zum Erliegen gekommen. Am 10. März 1945, zwei Tage nach der Kapitulation, wurde eine Provinzialregierung für das Saarland, die Pfalz und Rheinhessen mit Sitz in Neustadt gebildet. Nachdem Mitte Juli 1945 die Besatzung von den Franzosen übernommen worden war, erfolgte am 25. Juli 1945 die Abtrennung des Saargebietes, das nun einen eigenen Regierungsbezirk bildete. Hoof und das mittlere Ostertal verblieben aber zunächst noch bei Hessenpfalz. Am 24. Juni 1947, wenige Wochen nach Gründung des Landes Rheinland-Pfalz, kamen aber auch die Ostertalorte Bubach, Hoof, Marth, Niederkirchen, Osterbrücken und Saal zum Saarland. Selchenbach blieb beim Kreis Kusel, der Königreicher Hof wurde Marth angegliedert. Gemeinsam bildeten die sechs Gemeinden das Amt Niederkirchen im Kreis St. Wendel.

Erster Amtsvorsteher war Karl Becker aus Niederkirchen, Jakob Persch aus Hoof stand dem Verwaltungsausschuß vor. Im November 1951 wurde Karl Müller aus Niederkirchen zum Amtsvorsteher gewählt, der es bis 1964 blieb. Ihm folgte bis 31.12.1973 Ernst Gerharth aus Osterbrücken. Hoof stellte jeweils den Ersten Beigeordneten: von 1951 bis 1956 Johann Persch, von 1956 bis 1960 Alfons Schneider, von 1960 bis 1964 Albert Gerharth, schließlich von 1964 bis 1973 Arnold Merscher.

Die Kommunistische Partei, die 1946 und 1956 jeweils die meisten Stimmen im Ort erhielt, wurde 1960 auf Bundesebene verboten und konnte nicht mehr kandidieren. Die Stimmen der CVP gingen im selben Zeitraum von 152 auf 58 zurück. Die christlichen Wähler sammelten sich daher ab 1960 in einer Freien Liste, mit der sie die führende Stellung im Dorf bis in die siebziger Jahre erhalten konnten. An ihrer Spitze stand von 1960 bis 1974 Bürgermeister Arnold Merscher. Auch die Sozialdemokraten, die nur einmal (1949) stärkste Partei im Ort werden konnten, formierten sich 1968 in einer Freien Liste. Bei den Landtagswahlen im Oktober 1947 erhielt die SPS in Hoof 74 Stimmen, die KP 65 und die CVP 58 Stimmen. Bei den Wahlen im November 1952 wurde die KP mit 109 Stimmen stärkste Partei im Ort vor der SPS mit 74, der CVP mit 58 und der DV mit 12 Stimmen.

Am 23. Oktober 1955 hatten die Saarländer darüber zu entscheiden, ob das Land künftig nach einem "Europäischen Statut" regiert werden solle. Die Gegner des Statuts prägten im Abstimmungskampf die Formel "Der Dicke muß weg", womit sie Ministerpräsident Johannes Hoffmann meinten. 32,2 % der saarländischen Wähler sprachen sich für das Statut aus, 67,7 % dagegen. In Hoof gab es 63 Ja-Stimmen (13 %) und 421 Nein-Stimmen (87 %). Dies war das höchste Ja-Ergebnis im mittleren Ostertal. Nachdem die Regierung Hoffmann unmittelbar nach der Abstimmung zurückgetreten war, fanden am 18.12.1955 Landtagsneuwahlen statt, bei denen die CDU neben der CVP und die SPD neben der SPS kandidierten. Die SPD erhielt in Hoof mit 164 die meisten Stimmen, danach folgten die KP mit 87 und die DPS mit 74 Stimmen. Für die CVP stimmten 45 Wähler, für die CDU 17 und für die SPS 11. Am 1. Januar l957 wurde das Saarland das zehnte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland, die wirtschaftliche Angliederung folgte am 5. Juli1959.


Hundertjahrfeier der Weihe der protestantischen Kirche 1953
mit Ministerpräsident Johannes Hoffmann

Auf örtlicher Ebene ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses am Weg zum Nebenhügel in den Jahren l950/51 von Wichtigkeit. Aus der früheren Pflichtfeuerwehr wurde am 24. Juli 1952 eine Freiwillige Feuerwehr gebildet. Aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums der Weihe der protestantischen Kirche besuchte Ministerpräsident Johannes Hoffmann im April 1953 den Ort. Im Jahr darauf trat die Gemeinde Hoof dem Wasserversorgungsverband Ostertal bei, weil das Wasser der eigenen Quellen knapp geworden und auch bakteriologisch nicht mehr einwandfrei war. Der Verbindungsweg zur Betzelbacher Mühle wurde 1954/55 zu einer richtigen Straße ausgebaut, auch die Hoofer Ortsdurchfahrt wurde instandgesetzt. Zwischen 1950 und 1960 entstanden im Ort rund 50 neue Häuser. Als weiterer Bedarf erkennbar wurde, beschloß der Gemeinderat 1961 ein neues Baugebiet am Hümeswald, das später bis zum Quetterling erweitert wurde. Hier sind bis heute rund 100 Wohnhäuser entstanden.

Durch die 1963 begonnene und 13 Jahre dauernde Flurbereinigung verringerte sich die Zahl der Hoofer Gemarkungsparzellen von 4387 auf 1 200. In der Bruchwiese wurde 1965 ein neuer Friedhof angelegt, auf dem 1983 auch ein neues Ehrenmal errichtet wurde. Mitte der sechziger Jahre entstanden in der Nähe des neuen Schulhauses auch ein Kinderspielplatz und ein neuer Brunnen, der allerdings ans Wasserleitungsnetz angeschlossen ist. 1966 legte sich Hoof ein neues Gemeindewappen zu, das im oberen Teil den schreitenden Löwen der Herren von Steinkallenfels und im unteren Teil einen Dreiberg (für den Elzenberg, den Baumbusch und den Krähenberg) zeigt.

1966 wurde der aus St. Gallen in der Schweiz stammende Pater Emil Künzle Seelsorger und 1969 Kurat der katholischen Kirchengemeinde "Christkönig" Hoof. Vorher war die Pfarrei von einem Seelsorger des Paterhofes versorgt worden.


SV Hoof, Meister der C-Klasse St.Wendel, 1975

Große Anerkennung fanden in den sechziger und siebziger Jahren die Bemühungen der Gemeinde Hoof auf dem Gebiet der Ortsverschönerung. Siebenmal wurde sie in dem Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" Kreissieger, auf Landesebene errang sie eine Gold- und eine Silbermedaille, auf Bundesebene eine Silber- und eine Bronzemedaille. Auf dem Kirmesplatz in der Bachaue errichtete man ein kleines Dorfgemeinschaftshaus. an das 1990/91 ein Feuerwehrgerätehaus angebaut wurde.

Bei der saarländischen Gebietsreform, die zum 1. Januar 1974 in Kraft trat, kam die Gemeinde Hoof mit Zustimmung des Gemeinderats zur Stadt St. Wendel. Eine selbständige Gemeindevertretung gibt es seitdem nicht mehr, der neue Ortsrat hat nur sehr eingeschränkte Kompetenzen.

Bei der Ortsratswahl 1974 erreichte die CDU wieder die absolute Mehrheit. Zum Ortsvorsteher wurde der frühere Bürgermeister Arnold Merscher gewählt. Fünf Jahre später aber erhielt die SPD die meisten Stimmen, Merscher wurde von Walter Cullmann abgelöst, der nun 15 Jahre Ortsvorsteher blieb. 1989 konnte die SPD ihre Mehrheit im Ort noch ausbauen und sie 1994 auf diesem Stande halten. Zum neuen Ortsvorsteher wurde im August 1994 Rudi Gerhart gewählt.

1982 verstarb Elisabeth Cloß, genannt Schreinersch Lies, im gesegneten Alter von 100 Jahren. Einen Band mit Gedichten des Hoofer Heimatforschers und Heimatdichters Erich Schneider gab der Heimat- und Kulturverein Ostertal im Jahr 1986 heraus. In den letzten Jahren errichtete die katholische Kirchengemeinde neben ihrem Gotteshaus ein neues Gemeindehaus, die davor verlaufende Straße nach Leitersweiler wurde innerorts neu ausgebaut. Auf der Platt entstand ein Wendeplatz für die Omnibusse der Bundesbahn und ihrer Vertragsfirmen. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt soll im Herbst 1994 beginnen.

Ein besonderes Kennzeichen von Hoof ist sein reges Vereinsleben. 1950 war ein neuer Gesangverein mit dem Namen "Sängervereinigung" gegründet worden. In ihm fanden sich Mitglieder aus dem früheren Gesangverein "Eintracht" und dem 1933 verbotenen Arbeitergesangverein zusammen. Wegen Unstimmigkeiten über das Vereinslokal traten jedoch 1955 eine Reihe von Mitgliedern aus, die 1956 einen neuen Gesangverein mit dem Namen "Eintracht" gründeten. So gab es über viele Jahre hinweg zwei Gesangvereine in Hoof. Im Januar 1994 löste sich schließlich die "Sängervereinigung" auf.

Ältester bestehender Verein ist der Krankenunterstützungsverein. Der Sportverein Hoof wurde 1952, 1965,1975 und 1984 jeweils Fußballmeister der C-Klasse St. Wendel, seit 1974 hat der Verein auch eine Frauen-Handballabteilung. Der Obst- und Gartenbauverein pflegt - neben seinen sonstigen Aufgaben - seit 1983 eine Partnerschaft mit dem gleichnamigen Verein in Elmstein/Pfalz. Der Musikverein Hoof bildet seit Jahren eine Spielgemeinschaft mit dem Musikverein Saal. Zwei Angelsportvereine gibt es im Dorf, den ASV und "Die Laubenfischer". Rege Tätigkeiten entfalten auch der Ortsverband des DRK und die Freiwillige Feuerwehr. Schließlich hat sich vor wenigen Wochen die Unterhaltungsgruppe (UHG) als eigenständiger Verein konstituiert. Und nicht zuletzt sind auch zahlreiche Hoofer Männer und Frauen in überörtlichen Vereinen organisiert: im Evangelischen Frauenbund Ostertal, im Landfrauenverein Mittleres Ostertal, im Heimat- und Kulturverein Ostertal, im Kleintierzuchtverein Ostertal, im Bienenzuchtverein Ostertal, im VdK und in der IG Bergbau und Energie. Im politischen Bereich gibt es einen CDU-Ortsverband, die Hoofer SPD-Mitglieder gehören dem SPD-Ortsverein Ostertal an.

[...]

hoofwww.saarlandbilder.net