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St. Ingbert Karte Geschichte Stiefel Kirchen Alte Schmelz Rischbachstollen Glashütte
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Ein Streifzug durch die St. Ingberter Geschichte
Quelle: link www.st-ingbert.de

Zwar wurde St. Ingbert erstmals am 28. Juni 888 n. Chr. urkundlich als "Lendelfingen" erwähnt, doch zeugen archäologische Funde davon, dass bereits vor dieser Zeit Menschen hier gewohnt haben müssen. Am Oberthaler Berg bei Oberwürzbach und auf dem Großen Stiefel fand man Steinklingen, Pfeilspitzen, Mahlsteine und Steinbeile, die aus der Mittleren Steinzeit (8000-4000 v. Chr.) stammen. Möglicherweise haben diese ersten Siedler die Eichertsfelsen und Schindtaler Felsen in Oberwürzbach als Behausung benutzt.

Der "Spellenstein" in Rentrisch ist ein Relikt aus der Jungsteinzeit (3000-2000 v. Chr.). Dabei handelt es sich um einen Einstein oder Menhir, geformt aus hartem Sandstein und ca. 5 m hoch. Vermutlich diente er als Kultstätte und Kalender, wurde aber seit dem Mittelalter als Grenzstein genutzt. Reste von Tongefäßen, ein Teil einer Spindel und ein Mahlstein aus der Bronzezeit (1200-750 v. Chr.) zeugen davon, dass auch der "Große Stiefel", der knapp 400 m hohe Berg bei St. Ingbert, damals schon besiedelt war. Dieser Berg hat seinen Namen von einem Felsgebilde aus Sandstein, dessen Verwitterungsform einem riesigen umgekehrten Stiefel gleicht. Von der im 10. Jahrhundert hier erbauten Burg, dem "Stiefeler Schloss", findet man heute noch zahlreiche Mauerreste, Bodenwälle und Gräben. Nicht weit davon, am gegenüberliegenden Berghang, befindet sich das keltische Götterdenkmal Sukellus und Nantosvelta, die im Volksmund "Hänsel und Gretel" genannt werden

Von etwa 52 v. Chr. bis ins dritte Jahrhundert herrschten die Römer im Lande. Zahlreiche Funde zeugen sowohl von ihrer Anwesenheit als auch von ihrer hohen Kultur. So wurden beispielsweise im Wohngebiet Mühlwald beim Bau der Ketteler-Häuser elf Brandgräber entdeckt. Ebenso fand man im gesamten Stadtgebiet Reste von römischen Häusern, und eine bedeutende Heeres- und Handelsstraße führte durch das Grumbachtal.

Nach der stürmischen Völkerwanderungszeit wurde das Land endgültig von den Franken besiedelt. Seit etwa 500 gehörte der gesamte Bliesgau zum Reich des Frankenkönigs Chlodwig. Im St. Ingberter Raum entstanden neue Siedlungen, so die des Franken Landolf, aus der sich "Lendelfingen" entwickelt hat. Nach der Taufe Chlodwigs in Reims 498 erfolgte eine rasche Christianisierung des Landes. Zahlreiche Mönche lebten als Einsiedler. Ende des 6. Jahrhunderts kam "Ingobertus" in unsere Gegend, wo er sich in der Nähe des Alten Friedhofes als Einsiedler niederließ. Es entstand eine Kapelle, die nach ihm benannt wurde. Später gab er der ganzen Siedlung seinen Namen.

Eine Schenkungsurkunde erwähnt am 28. Juni 888 Lendelfingen als "Lantolvinga" zum erstenmal. Damals schenkte König Arnulf seinem Edelmann Folkwin Walsheim, Felsalben, Habkirchen, Medelsheim, den Rosselgau und Lendelfingen. Erst dreihundert Jahre später wurde der Name "St. Ingbert" benutzt, der sich nach 1600 als ausdrückliche Bezeichnung für den Ort durchsetzte.

Im 10. Jahrhundert entstand auf dem Stiefel ein Schloss, das den Grafen des Bliesgaus als Schutzburg diente. Nachdem es im Jahr 1168 durch Kaiser Barbarossa niedergebrannt worden war, nutzten es Raubritter wie der Schnapphahn als Unterschlupf.

Bis 1633 lässt sich der Name von "St. Ingebrecht" verfolgen. St. Ingbert wechselte bis zum Wiener Kongress 1814 mehrmals die Untertänigkeit. So gehörte es seit Ende des 10. Jahrhunderts zur Grafschaft Blieskastel und wurde 1284 an das Hochstift Metz verkauft. Der Metzer Bischof verpfändete es 1326 an die Adligen im lothringischen Finstingen. 1339 kam St. Ingbert politisch zum Erzstift Trier. Auch die Herren von Helmstatt waren im 16. Jahrhundert neben den Herren von Trier zeitweise die Rechthaber von St. Ingbert. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Siedlung 1637 durch Brand völlig zerstört und die Bevölkerung fast ganz ausgerottet. Erst 1654 begann mit Bernhard Bruch die Wiederbesiedlung. 1661 erhielt das Haus von der Leyen alle Rechte über St. Ingbert.

Durch die Reunionspolitik des französischen Königs Louis XIV. wurde St. Ingbert 1677 erneut zerstört und wieder besiedelt. Fast zwanzig Jahre blieb St. Ingbert bei Frankreich, bis es 1697 wieder zum Deutschen Reich zurückkam.

So hoch die Von-der-Leyen-Herrschaft in Blieskastel auch gepriesen wurde, die St. Ingberter hatten wegen des Waldes ihre Probleme mit den Grafen. So kam es zum Beispiel zu dem 40 Jahre andauernden Waldstreit, der 1791 zugunsten der Grafen endete. Deshalb begrüßten die St. Ingberter zunächst die Französische Revolution als Befreiung, da die Grafen von der Leyen flüchten mussten. St. Ingbert war von 1795 bis 1814 französisch. Im September 1797 war St. Ingbert sogar für acht Tage eigenständige Republik. Siebenmal zog Napoleon durch den Ort. Nach dem Ende seiner Herrschaft wurde St. Ingbert am 1. Mai 1816 bayerisch.

Durch seine verkehrsgünstige Lage, seinen Waldreichtum und das Vorhandensein von Kohle, Eisen und Glas konnte sich die Wirtschaft im 18. und 19. Jahrhundert rasch entwickeln. Ebenso schnell stieg die Zahl der Bevölkerung in dieser Zeit an. Die Grafen von der Leyen förderten die industrielle Entwicklung der Stadt. 1732 wurde das Eisenwerk gegründet, damals eine Hütte mit Hammerwerk und Schmelze; es folgten 1772 eine Glashütte, 1777 eine Rußhütte und 1781 eine Ziegelei.

Unter bayerischer Verwaltung (ab 1816) erlebte St. Ingbert seinen eigentlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Damals wurde es mit 1.900 Einwohnern zum westlichsten Industriestandort Bayerns. Ein starkes Siedlungswachstum und die Entstehung einer Reihe von Mittel- und Großbetrieben, Werkstätten und Einzelhandelsgeschäften machten St. Ingbert zu einem zentralen Ort für die Umgebung; 1829 im Herbst erhielt es mit 2.500 Einwohnern das Stadtrecht.

Die Stadt wuchs weiter, man errichtete eine Postexpedition und ein Hospital. 1866 erschien die erste Zeitung und 1867 erfolgte der Eisenbahnanschluss von St. Ingbert über Hassel an die Strecke Homburg-Kaiserslautern. Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 setzte ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung ein. Die Gebrüder Becker ersteigerten 1877 die Groß'sche Brauerei, aus der sich die Privatbrauerei Becker, die heute zum Karlsberg-Verbund gehört, entwickelte. Der 1927 errichtete Sudturm zählt neben den Türmen der Engelbertskirche und der St. Josefskirche zu den Wahrzeichen der Stadt. Im Jahre 1895 war St. Ingbert mit 12.283 Einwohnern die größte Stadt im Bezirksamt Zweibrücken und wurde 1902 zur Bezirkshauptstadt erhoben. 1901 wurde das Finanzamt eingerichtet und 1906 trat der erste Berufsbürgermeister sein Amt an. So hatte St. Ingbert auch verwaltungsmäßig bedeutend an Zentralität gewonnen.

Im Ersten Weltkrieg hatte St. Ingbert über 500 Gefallene zu beklagen. Durch den Versailler Vertrag wurde es 1920 dem neugebildeten Saargebiet zugeschlagen und mit fast 20.000 Einwohnern zur Kreisstadt erhoben. Auf wirtschaftlicher Ebene vollzog sich ein Wandel, Betriebe wurden umstrukturiert und die Weiterverarbeitung trat in den Vordergrund. Aus dem St. Ingberter Eisenwerk wurde ein Spezialwerk für Bandeisen und Walzdraht, das die gelieferten Rohstoffe zu Fertigerzeugnissen umwandelte. Die zahlreichen privaten kleinen Kohlengruben, die im 19. Jahrhundert unter ständig wechselnder Führung eine hohe Förderung erreicht hatten, wurden zum St. Ingberter Steinkohlenbergwerk zusammengefasst.

Die Glasindustrie, die vor allem aufgrund des Waldreichtums in St. Ingbert entstanden war, hatte 1810 unter Leitung von C. P. Vopelius eine moderne Glashütte erhalten. Nachdem 1918 das große Unternehmen der "Vereinigten Vopelius'schen und Wenzel'schen Tafelglashütten" nach St. Ingbert verlegt worden war, führte man zahlreiche Neuerungen in der Produktion durch. Die Stadt St. Ingbert wurde Hauptsitz der gesamten südwestdeutschen Glasindustrie. Als einziger Zweig der saarländischen Industrie blieben die Glashütten nach dem Ersten Weltkrieg in deutscher Hand.

1935 erfolgte die Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich. Der Zweite Weltkrieg stellte die Bevölkerung vor harte Prüfungen: Zweimal wurde sie evakuiert. Über 1.000 St. Ingberter Soldaten kehrten nicht mehr heim. Nach Einführung der neuen saarländischen Verfassung 1947 wurde das Saarland Teil des französischen Zoll-, Währungs- und Wirtschaftsgebietes. Durch Ablehnung des "Europäischen Saarstatuts" am 23.10.1955 entschied sich die saarländische Bevölkerung für eine politische und wirtschaftliche Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik (1957 politisch und 1959 wirtschaftlich).

Jetzt begann die eigentliche wirtschaftliche Umstrukturierung der Industrie- und Bergbaustadt St. Ingbert. Die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, die große Dreiheit Kohle, Eisen und Glas zerfiel langsam. Nachdem schon seit den 20er Jahren an die Stelle der Eisenverhüttung die Weiterverarbeitung getreten war, wurde 1959 die St. Ingberter Grube wegen Unrentabilität geschlossen. Die Glashütte hielt bis 1975 stand, dann wurde auch sie stillgelegt.

Der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegszeit festigte die Finanzsituation der Stadt und förderte die Neuansiedlung weiterverarbeitender Betriebe in St. Ingbert. Es wurden neue Industrie- und Gewerbegebiete geschaffen, so zum Beispiel im Südosten der Stadt das Industrie- und Gewerbegebiet Pottaschwald. Der 1959 erfolgte Autobahnanschluss an die im Bau befindliche Autobahn Mannheim-Saarbrücken wertete die günstige Verkehrslage der Stadt weiter auf. Heute ist St. Ingbert mit drei Anschlussstellen an diese Autobahn angebunden.

Die Montankrise im Saarland, die eine Veränderung der traditionellen Industriestruktur bewirkte, führte zu einer Umverteilung der Arbeitsplätze. In den 60er Jahren betrieb man eine aktive Industrieansiedlungspolitik. Strukturbestimmender Wirtschaftszweig wurde das verarbeitende Gewerbe (vor allem die Metall- und Eisenverarbeitung). Mit Beginn der 70er Jahre machten sich auch in St. Ingbert die allgemein schlechte konjunkturelle Lage und die Umstrukturierungsprobleme in der Wirtschaft des Landes bemerkbar. Bis Mitte der 80er Jahre gingen zahlreiche Arbeitsplätze verloren. Die Bedeutung der Eisenindustrie ging zugunsten von Dienstleistungs- und Technologiebetrieben zurück, die jedoch wieder neue Arbeitsplätze schaffen.

Durch die kommunale Gebiets- und Verwaltungsreform am 1.1.1974 kamen Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach und Rentrisch als neue Stadtteile zur Kernstadt St. Ingbert. Der Stadtteil Schnappach, früher "St. Ingberter Grube" genannt, wurde ausgegliedert und neuer Stadtteil von Sulzbach. Am 1. April 1974 wurde St. Ingbert zur Mittelstadt erhoben. Insgesamt vollzog sich in den letzten 20 Jahren eine Umwandlung von der Industriestadt zur Wohn- und Einkaufsstadt. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage der Stadt zu den umgebenden Städten und der landschaftlich schönen und waldreichen Umgebung ist St. Ingbert heute zu einer bevorzugten Wohnstadt geworden, die eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur aufzuweisen hat.

St. Ingbert liegt nur 7 km von der Universität des Saarlandes entfernt und entwickelt sich allmählich auch zum Wohnort für Studenten. Seit Anfang 1988 befindet sich in St. Ingbert ein Zweig des Fraunhofer-Institutes mit Forschungsschwerpunkt "Mikrosystemtechnik", das zum zweiten selbständigen Institut im Saarland ausgebaut werden soll.

Im Rahmen der kommunalen Wirtschaftsförderung wurde zwischen 1987 und 1988 der Gewerbe- und Technologiepark angelegt, der insbesondere Existenzgründern und Jungunternehmern, die sich mit innovativer Technologie befassen, eine Starthilfe bieten soll.

Der Stadtkern wurde saniert und zwischen 1984 und 1990 ist im Zentrum in drei Etappen eine Fußgängerzone eingerichtet worden, die ein stressfreies Einkaufen ermöglicht und eine gemütliche Atmosphäre vermittelt, der 1988 eröffnete Kaufpark bildet dazu eine wichtige Ergänzung. Auch auf kulturellem Gebiet hat sich in der jüngeren Vergangenheit einiges getan. Am 4. März 1988 wurde das Albert-Weisgerber-Museum eingerichtet, das dem größten Sohn der Stadt gewidmet ist; 1989 gesellte sich das Heimatmuseum hinzu. Seit 1981 besteht zwischen St. Ingbert und der französischen Stadt St. Herblain eine Partnerschaft, die 1988 durch eine weitere mit Radebeul in Sachsen ergänzt wurde. 1988 war übrigens ein sehr ereignisreiches Jahr. Es wurde in einer Festwoche die 1100-Jahrfeier von St. Ingbert gefeiert und aus diesem Anlass fand auch in St. Ingbert der erste Saarlandtag statt.

Geschichtstafel der Stadt St. Ingbert
Quelle: link www.st-ingbert.de

weiter: Engelbertskirche

um 580

Der Glaubensbote Ingobertus siedelte sich an und gab der heutigen Stadt ihren Namen

28. 6. 888

Erste urkundliche Erwähnung als "Lantolvinga"

1168

Mutmaßliche Zerstörung des Stiefeler Schlosses auf Befehl des Kaisers Barbarossa

1181

Erste urkundliche Erwähnung von Rohrbach und Oberwürzbach

1197

Erste urkundliche Erwähnung von Sengscheid

1230

Hassel wird erstmals urkundlich erwähnt, in der Reichsherrschaft Kirkel

1553 - 1634

St. Ingbert mit dem Amt Blieskastel vom Erzstift Trier an die benachbarten Grafen von Nassau-Saarbrücken verpfändet, "Nassauer Graben"

1600

Letzte urkundliche Erwähnung des Ortsteiles Lendelfingen

1611

Beginn des Steinkohlebergbaues in St. Ingbert

1637

Im Dreißigjährigen Krieg wird der Ort völlig zerstört und menschenleer

12.1.1661

St. Ingbert wird an die Grafen von der Leyen verkauft (bis 1793)

18.12.1732

Das Eisenwerk wird gegründet und im Frühjahr 1733 eröffnet

31.10.1754

Beginn des Waldprozesses der Gemeinde mit dem Grafen von der Leyen

1755

Errichtung der Engelbertskirche

2.3.1781

Schüren wird gegründet, zunächst Ziegelei

1795 - 1814

St. Ingbert wird der französischen Republik eingegliedert

22. 9. 1797

Errichtung der freien Republik St. Ingbert (8 Tage lang)

1. 5. 1816

St. Ingbert wird bayerisch bis 1920

25.9.1821

St. Ingbert kommt zum Bistum Speyer, Dekanat Zweibrücken

Sept./Okt. 1829

Verleihung der Stadtrechte (rund 2.500 Einwohner)

10.2.1834

Der Mundartdichter Karl-August Woll wird in St. Ingbert geboren (+ 1893 in Straßburg)

1838

Einführung der ersten Straßenbeleuchtung (Petroleum)

10. September 1840

Verlegung des "K. b. Bergamts der Pfalz" von Kaiserslautern nach St. Ingbert.

1842 - 1852

Durchtreibung des Hauptstollens A von Schnappach bis Rischbach. Verlegung der Kohlenhalden von Schnappach nach St. Ingbert

1845

Beginn der 2. Tiefbausohle – Aufstellung der ersten Dampfmaschine.

1849

Rohrbach wird selbständige Gemeinde

1852

Oberwürzbach wird von St. Ingbert abgetrennt und kommt zu Ommersheim

21. Juni 1857

Hospital in St. Ingbert eröffnet

1858

St. Ingbert wichtigster Fabrikort der Pfalz, 6.000 Einwohner

8. September 1859

Vollendung und Einsegnung der protestantischen Kirche

1864

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert

1864

Gründung der Schmelzer Feuerwehr auf Initiative des Eisenwerksbesitzers Gustav Adolf Kraemer

1.1.1866

Mit dem "St. Ingberter Anzeiger" erscheint die erste St. Ingberter Zeitung

1866

Errichtung des Gaswerkes und Einführung der Gasbeleuchtung

1.6.1867

St. Ingbert erhält über Hassel einen Bahnanschluß

15. September 1873

Geburtstag von Adolf Jantzer (Verfasser des St. Ingberter Kriegstagebuches)

1. Oktober 1877

Gründung der Brauerei Becker

21. 4. 1878

Der Maler Albert Weisgerber wird geboren (1915 gefallen)

1881

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rohrbach. Als erstes Gerätehaus diente ein Schuppen neben dem Schulhaus in der Spieser Straße

15.1.1885

Distriktsparkasse St. Ingbert (KSK Saarpfalz) nimmt ihre Tätigkeit auf

8. 6.1886

Verleihung des Stadtwappens durch König Ludwig II.

13.5.1893

Einweihung der Josefskirche

2. Dezember 1895

St. Ingbert mit 12.283 Einwohner, die größte Stadt im Bezirksamt Zweibrücken

14.2.1898

Gründung der Freiwilligen Sanitätskolonne St. Ingbert im Gasthaus "Zur Glocke", heute DRK

26.9.1898

Einweihung des Karl-Woll-Denkmals

1.1.1902

Als eigene Bürgermeisterei wird Hassel von St. Ingbert abgetrennt

1.10.1902

Einrichtung des Bezirksamtes St. Ingbert

1.08. 1906

erstmals Leitung der Stadt durch einen berufmäßigen und rechtskundigen Bürgermeister: Hans Schöneberger

1907

Gründung der Feuerwehr Rentrisch

29.09.1907

Einweihung des Kapuziner-Klosters

9. Mai 1913

Seine Königliche Hoheit Prinz Ludwig von Bayern besucht die Stadt und die Rischbachanlage

1918

Aufnahme der Produktion in den "Vereinigten Vopelius'sche und Wentzel'schen Glashütten" in St. Ingbert (bis September 1975)

28.06.1919

Abschluss des Versailler Vertrages: St. Ingbert wird von der Pfalz abgetrennt, wirksam ab 10. Januar 1920

1922

Einführung der Elektrizität und der elektrischen Straßenbeleuchtung

1.02.1925

Oberwürzbach wird selbständige Gemeinde

9. Juli 1927

Neueröffnung der Gaststätte "Deutsches Haus", vorher Bahnhofshotel, heute "Bergmannsheim", neuer Besitzer: Musik- und Mehlkasse St. Ingbert, Kauf zwischen 18. und 24. Mai 1927

10. Juli 1927

Einweihung des Gallenbrunnens bei Sengscheid

31. Juli 1927

Amtseinführung von Peter Eckhard als 1. Pfarrer von St. Hildegard

1. August 1927

Einführung der Müllabfuhr; Ausführung durch das "Saarländische Reinigungs- und Überwachungsinstitut St. Ingbert", Dammstraße 12

3. August 1927

Beschluß des Stadtrates zur Einführung der Schulzahnpflege in den Volksschulen der Stadt

7. September 1927

Einweihung der Stadtbücherei

10. September 1927

Neubau-Einweihung des Gymnasiums

22. Oktober 1927

Neubau-Einweihung des Bezirkskrankenhauses

1. Januar 1928

Einweihung des Gefallenen-Denkmals der Vopelius'schen & Wentzel'schen Glashütte, 14.30 Uhr

Juli 1928

Zusammenbruch der Stadtsparkasse (mehr als 6 Mio. RM Verlust)

Ende 1930

Erstellung eines Kanalisationsplanes für das ganze Stadtgebiet

1931

Gründung des Verkehrsvereins St. Ingbert

seit 1931

Kinderfest

28. August 1932

Einweihung des Kriegerdenkmals in der Albert-Weisgerber-Allee

1933

völlige Umgestaltung der Seyenanlage (Hindenburganlage)

13.1.1935

Saarabstimmung

1.3.1935

Anschluß an das Deutsche Reich

1935

Einführung der amtlichen Müllabführ

1936

Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes

1.7.1936

Sengscheid wird von Ensheim abgetrennt und als neuer Stadtteil St. Ingbert eingegliedert

1940

1. Mai: Fertigstellung der Seilbahn durch die Fa. Heckel, Rohrbach. Die Bahn führt von der Aufbereitungsanlage zur Bergehalde in der Gehnbach.

1945

Ende des Zweiten Weltkrieges. Kohlenförderung von März 1935 bis Ende Februar 1945 beläuft sich auf 3.304.515 t.
Ende Februar noch 974 Mann beschäftigt. Unter ihnen 280 Fremdarbeiter.

20.3.1945

Einmarsch amerikanischer Truppen in St. Ingbert (Teile der 3. Armee)

März 1945

Amerikanische Panzer stehen vor dem Rischbachstollen. Die Grube unter amerikanischer Verwaltung liegt still

29. April 1945

Die Kohlenförderung ist noch nicht angelaufen. Zwei Grubensteiger von den Amerikanern verhaftet. Sie hatten ohne Wissen der Grubenbehörde eine größere Menge Sprengstoff in der Grube versteckt, um gegebenenfalls den Schacht zu sprengen.

20.3.1947

Annahme des Stadtwappens der Stadt St. Ingbert durch den Stadtrat

17.12.1947

Inkrafttreten der saarländischen Verfassung

30.3.1948

trat Zollunion mit Frankreich in Kraft

1.11.1950

Stadt erhält 350 ha Wald

1951

Die Grube St. Ingbert wird dem Steinkohlenbergwerk Jägersfreude angeschlossen.

1951

Noch sind 1.426 Mann bei der Grube beschäftigt.
Aus dem Kreis St. Ingbert kommen 1332 Berleute
Aus dem Kreis Homburg kommen 56 Bergleute
Aus dem Kreis Kaiserslautern kommen 6 Bergleute
Aus dem Kreis Pirmasens kommt 1 Bergmann
Aus dem Kreis Zweibrücken kommen 2 Bergleute
Aus dem Kreis Ottweiler kommen 4 Bergleute
Aus dem Kreis Saarbrücken kommen 25 Bergleute.

19.-28. Juli 1952

Bergfest in der Rischbach mit Feier des 100. Jahrestages des Durchbruchs von Stollen A zwischen Schnappach und der neuen Rischbachanlage in St. Ingbert

August 1953

Verlegung von 150 der besten Kohlenhauer von St. Ingbert nach Jägersfreude.
Erste Phase der Grubenstillegung angebrochen.

10. März 1954

Seilbahn in Gefahr. Bergemassen schieben sich bis an den Fuß des 100 m hohen Turmes heran und drohen den Untergrund zu verschieben. Um dies zu verhindern, wird der Turm auf einer Höhe von 20 Metern durch Einbau einer Auslösevorrichtung mit Waschbergen zugeschüttet.

23.10.1955

Abstimmung über das sogenannte Europäische Statut für das Saarland. Die Saarländer entscheiden sich mit 67,7% für den Anschluss an die Bundesrepublik Deutschland.

10. April 1956

Nach einer Anzeige der französischen Verwaltung beim Oberbergamt soll der Grubenbetrieb eingeschränkt und der Großbetrieb ab 1. Januar 1957 geschlossen werden. Ein Kleinbetrieb bei den "Sechseichen" mit einer Tagesförderung von 200 Tonnen Kohle für den Landabsatz soll den Charakter einer St. Ingberter Kohlengrube noch wachhalten.

28. April 1956

Übergabe der Bäderabteilung im neuerrichteten Hallenbad

1. August 1956

Nach Berechnung der Saarbergwerke sind zur Zeit noch etwa 460.000 t abbauwürdige Kohle für den Großbetrieb vorhanden.
Für den Kleinbetrieb seien es immerhin noch 694.000 t. Flöze, deren Mächtigkeit unter 60 cm liegen, sind unberücksichtigt. Andere Stellen berechnen das St. Ingberter Kohlenvorkommen für den Großbetrieb auf 1.074000 t.

Saarbergwerke geben eine Erklärung ab, die besagt, dass rechtlich nicht die Möglichkeit besteht, den Fortgang der Grube zu verlangen.

Sie begründen ihre Erklärung damit, dass

  1. nur eine Betriebseinschränkung vorgesehen ist, durch die ein Teil der Belegschaft zu anderen Gruben verlegt werden soll,
  2. die verlegten Belegschaftsmitglieder unter besseren Bedingungen, nämlich unter günstigeren Flözverhältnissen weiterbeschäftigt werden,
  3. den Belegschaftsmitgliedern der zweifellos gegebene Nachteil der größeren Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstelle weitgehend gemindert wird durch Einsatz von Omnibussen, soweit kein Eisenbahnverkehr besteht.
  4. kein öffentliches Interesse an der Weiterführung der Grube St. Ingbert, in dem bisherigen Umfang vorliegt, auch nicht in Bezug auf Abbau der Kohle, da die Wirtschaft gewinnbare Kohlenmengen im Kleinbetrieb und von der Grube Altenwald bzw. Maybach aus restlos gewonnen werden sollen.

Betriebsrat und Vertreter der Gewerkschaften sind anderer Meinung und machen den Vorschlag, die St. Ingberter Grube sofort von Jägersfreude zu trennen und der Grube Maybach anzuschließen, wohin sie tektonisch und geologisch ja hingehört.

1956

Betriebsrat, die beiden Gewerkschaften und der gesamte Stadtrat einschließlich des Bürgermeisters versuchen, bei der Regierung die Stillegung der St. Ingberter Grube zu verhindern. Öffentliche Stadtratssitzung befasst sich mit der Grubenschließung.

1. September 1956

Übergabe der Schwimmhalle im neuerrichteten Hallenbad an die Öffentlichkeit

1.1.1957

Saarland wird neues Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

Januar 1957

Die Regierung des Saarlandes lässt sich durch die Saarbergwerke von der Unwirtschaftlichkeit der St. Ingberter Kohlengrube überzeugen.

19. Februar 1957

Am 100-Meter-Turm bei der Seilbahn zur Gehnbach versagt die Auslösungsvorrichtung, so dass sieben beladene Wagen in die leere Bahn fahren. Ein Wagen bleibt in der Eisenkonstruktion hängen.

21. Februar 1957

Turm über der Halde knickt ein.

23. Februar 1957

Wegen Gefährdung der Sicherheit von Menschen und des Verkehrs wird der 100 m hohe Turm der Grubenseilbahn umgelegt.

März 1957

Umlegung des Seilbahn-Turmes und Ausfall der Unterbringung der täglich anfallenden Bergemengen bei der Halde »Gehnbach« tragen wesentlich zur vorzeitigen Schließung der Kohlengrube bei.

Mai 1957

Mit einer Belegschaft von 420 Mann eine Kohlenförderung von 4.776 t. Schon vorher wurde das Gros der St. Ingberter Bergleute nach Jägersfreude verlegt.
Schließung des Hauptbetriebes in der Rischbach.

Juni 1957

Die Kleingrube bei Schacht "Hubertus I" (Sechseichen) bringt mit einer Belegschaft von 216 Mann 4.182 Tonnen Kohlen.

10. Dezember 1957

Betriebsrat der Grube St. Ingbert berichtet dem Ministerpräsidenten des Saarlandes, Dr. Hubert Neyüber die geplanten Stillegungsmaßnahmen von Seiten der Saarbergwerke.

1958

Gründung des THW St. Ingbert

21.4.1958

Erstmalige Verleihung des Albert-Weisgerber-Preises durch die Stadt St. Ingbert.
1. Preisträger: Jean Schuler

6.7.1959

"Tag X": Ende der Wirtschafts- und Währungsunion mit Frankreich

14.12.1959

Eröffnung der Autobahn Landstuhl - St. Ingbert-West an der saarl. Grenze durch Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm, Spatenstich am 11.8.1956 in der Nähe von Rohrbach)

23.12.1959

Aufgabe der "Kleingrube" bei "Sechseichen". Die neue deutsche Grubenverwaltung zeigt kein Verständnis für den kümmerlichen Kleinkram und stellt die Kohlenförderung ein. Ende des Kohlenbergbaues in St. Ingbert.

Gesamtförderung seit Beginn des Bergbaues:

Von 1616 - 1816
340.000 t
(nach Krämer)
Von 1816 - 1857
24.586.567 t
 
Juni 1957 - 1959
12.000 t
(Kleingrube)
Insgesamt
24.938.567 t
 
1.1.1960

St. Ingbert ist keine Grubenstadt mehr.

Februar 1960

Auf dem Hadir-Gelände gegenüber der ehemaligen Kohlen-Aufbereitungsanlage liegen etwa 120.000 t hochwertiger Nußkohlen, die wegen Absatzschwierigkeiten bei den Saargruben nicht verkauft werden können.

Oktober 1960

Auf der Hubertusanlage sind die Pumpen wieder in Betrieb, um einen Wassereinbruch in das Altenwalder Kohlenfeld zu unterbinden.

1961

Kohlenabsatz bei den Saargruben wieder leicht angezogen. Von dem Kohlenlager auf dem Hadir-Gelände werden täglich 600 Tonnen Kohlen in 25 Großraumwagen verladen und den Hüttenwerken Brebach, Burbach und Völklingen zugeführt.

März 1961

Abbruch der 1897/98 erbauten Kohlenaufbereitungsanlage

1963

Abbruchsarbeiten bei der Kohlenwäsche durch die Firma "Altwerte Gesellschaft" aus Essen-Steele beendet.

7.10.1965

Übergabe der Autobahnzubringer-Brücke bei Rentrisch (Länge: 337 m, Breite: 11,50 m, Kosten: 3 Mio. DM)

20.12.1965

Kostenlos stellt die Stadt dem DRK Gelände im Elsterstein für den Bau eines Muttergenesungswerkes zur Verfügung

1. August 1969

Der 1. Beigeordnete Leo Wachs nimmt den 1. Spatenstich zum Rathaus-Neubau vor.

14. Mai 1971

Grundsteinlegung zum Rathaus-Neubau

18.11.1971

Der Stadtrat beschließt eine Musikschule einzurichten

1.12.1972

Einweihung des neuen Rathauses

1973

Knappschaftskrankenhaus wird niedergelegt.
Baujahre: 1888, 1913, 1924 und 1955/56.

1.1.1974

Mit Inkrafttreten der Gebiets- und Verwaltungsreform werden Hassel, Oberwürzbach, Rentrisch und Rohrbach eingemeindet

1.4.1974

St. Ingbert wird Mittelstadt mit heute rund 41.000 Einwohnern

27.4.1974

Inbetriebnahme des Hallenbades Rohrbach

26.8.1974

Indienststellung des neuen Postamtes in der Poststraße 48

20.12.1974

Einweihung der Ingobertushalle

25.4.1975

Indienststellung des ersten Bauabschnittes des neuen Feuerwehrgerätehauses St. Ingbert-Mitte, Kosten: 1,75 Mio. DM

30.4.1975

Indienststellung des neuen Feuerwehrgerätehauses Rentrisch

30.09.1975

Schließung der Glashütte Vopelius-Wentzel

9.2.1976

Verleihung des neuen Stadtwappens

5.9.1977

Indienststellung des neuen Gymnasiums im Schmelzerwald

4.1.1978

Einweihung der Stadthalle

Anfang Nov. 1978

Spatenstich zur Autobahnabfahrt St. Ingbert-Mitte durch Minister Günther Schacht und OB Dr. Werner Hellenthal; Kosten rund 3,8 Mio. DM

1979

Jubiläumsjahr "150 Jahre Stadt St. Ingbert" mit Festwoche

5.6.1981

Besiegelung der Städtepartnerschaft mit Saint Herblain

23.11.1981

Der Umweltpreis wird das erste Mal verliehen

1.7.1982

Eröffnung der ökumenischen Sozialstation

17.11.1984

Der Maxplatz und die Ludwigstraße werden als erster Teil der Fußgängerzone durch Oberbürgermeister Dr. Winfried Brandenburg offiziell eröffnet.

19.-24.8.1985

1. Woche der Kleinkunst

23.8.1986

Der zweite Teil der Fußgängerzone wird eröffnet

27.5.1987

Kooperationsabkommen zwischen N'Diaganio - Saint Herblain - St. Ingbert

19.12.1987

Enthüllung der Steinskulptur von Arthur Klein in der Gustav-Clauss-Anlage beim Hallenbad

4.3.1988

Eröffnung der Albert-Weisgerber-Sammlung im ehemaligen Landratsamt

6.5.1988

Enthüllung und Übergabe der beiden Plastiken "Mädchen und Junge" von Otto Zewe am Brunnen in der Fußgängerzone

27.-29.5.1988

Erster Saarlandtag mit Festumzug durch die St. Ingberter Innenstadt

1.-10.7.1988

Festwoche zur ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 888

22.-25. Juni 1988

Partnerschaftstage in Radebeul/Sachsen

8.9.1988

Besiegelung der Städtepartnerschaft mit Radebeul in St. Ingbert

29.5.1989

Enthüllung eines Mahnmals in der Gustav-Clauss-Anlage zur Erinnerung an das Reaktorunglück im Kernkraftwerk Tschernobyl

9.6.1989

Eröffnung des Heimatmuseums mit 2 Räumen im Museum Sankt Ingbert

1.9.1990

Feierliche Eröffnung der in drei Abschnitten erstellten Fußgängerzone

24.11.1991

"Max Ernst" wird als erste Wechselausstellung im Museum Sankt Ingbert gezeigt

1992

Um den Westflügel wird das Museums Sankt Ingbert erweitert

1993

Erschließung und Bebauung der Gewerbegebiete Dudweilerstraße

1993

Nach Umbau der ehemaligen "Kaufhalle" erfolgte der Umzug der Stadtbücherei in das Gebäude

1993

Einweihung des historischen Grubenlehrpfades und des Besucherbergwerkes Rischbachstollen

1994

Baubeginn Gewerbe- und Technologiepark II

19.11.1999

Richtfest im neuen Freibad St. Ingbert, 15.00 Uhr am neuen Sprungturm

1.6.2000

Eröffnung des neuen Freibades

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