Landsweiler-Reden
letzte Änderung: 19/2/2005


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Sinnerthal gehört zu Neunkirchen
(Sinnerthaler Schacht liegt gegenüber der Bahnlinie)

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Grube Reden
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Schächte der Grube Reden
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Grube Reden Schacht 5
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Grube Reden

Grube Reden Quelle: link http://schiffweiler.de/

Die Grube Reden war eine der bedeutendsten Gruben des Saarbergbaus und die Hauptgrube im östlichen Saarrevier. Beim Einrichten der Eisenbahnverbindung zwischen Bexbach, Neunkirchen und Saarbrücken, die einerseits den Anschluss an die 1849 eröffnete Pfälzische Ludwigsbahn (Ludwigshafen-Bexbach) und andererseits an die 1851 fertiggestellte Linie Nancy - Metz - Forbach der Paris-Straßburger Bahn (Französische Ostbahn) herstellen sollte, wurden im Landsweiler Tal reichhaltige Kohlenvorkommen entdeckt und man entschloss sich, einen Stollen vom Klinkenthal in den Kohlenwald zu treiben.

Am 1. Juli 1846 erfolgte der feierliche Anschlag des Reden Stollens. Bereits ein Jahr später wurde der sogenannte Grubenwald abgeholzt und mit den Teufarbeiten am Tiefbauschacht Reden I begonnen. 1848 begannen erste Baumaßnahmen im Übertagebereich: Bau des Kesselhauses und des Fördermaschinengebäudes, Zechenhaus und Schmiede folgten 1849. Die Grube gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zur Grube Heinitz.

Am 8. April 1850 wurde Reden eigenständige Grube und erhielt den Namen des ehemaligen preußischen Staatsministers Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752 - 1814). In diesem Jahr wurde der zweite Redenschacht angehauen, der 1851 die Stollensohle erreichte. Zu dieser Zeit arbeitete in Reden bereits eine Belegschaft von 466 Mann und 2 Steigern. 1854 wurde die Pferdeförderung eingeführt.

1856 erfolgten die Teufarbeiten am Redenschacht III. Als Folge des planmäßigen Ausbaus des Grubenbetriebes wurde im Jahr 1856 mit der später "Itzenplitz" genannten Grube ein neuer Förderpunkt begründet. Sie wurde mit einem 1900 m langen Eisenbahnanschluss versehen, der am 07. August 1860 in Betrieb genommen wurde.

Am 20. Oktober 1864 ereignete sich auf Flöz Kallenberg eine Schlagwetterexplosion, die 35 Bergleuten das Leben kostete. Das Unglück war das erste größere Schlagwetterunglück, das auf schlagende Wetter zurückzuführen war. Als Konsequenz aus dieser Katastrophe wurde die Muselersche Sicherheitslampe in Reden eingeführt.

Mit der Jahrhundertwende beginnen in Reden Um- und Ausbauten größeren Umfangs. Die Hauptanlage und alle Nebenanlagen werden renoviert, im Untertagebereich werden erste Schrämmaschinen eingeführt.

Am 28. Januar 1907 erlebt die Grube Reden das schwerste Unglück ihrer Geschichte: Bei Schichtbeginn kam es zu einer Schlagwetterexplosion auf der 5. Sohle im Fettkohlenflöz Thiele, die eine Kohlenstaubexplosion nach sich zog. 150 Bergleute fanden den Tod. Die Hälfte der Verunglückten stammte aus der heutigen Großgemeinde Schiffweiler.

1914 erfolgt die Abteufung des Redenschachtes V, der als Doppelschacht konzipiert war.

Nach Ende des ersten Weltkrieges übernahmen im Jahre 1920 die "Mines Domaniales Francaises du bassin de la Sarre". Während der Völkerbundszeit zwischen 1920 und 1935 erfolgte der Ausbau der Tagesanlagen. Die Steigerung der Förderzahlen machte eine Belegschaftsverstärkung notwendig und neue Arbeiterwohnsiedlungen entstanden. In diese Zeit (1920 bis 1926) fällt die Konzeptionierung und Anlage der Siedlung Madenfelder Hof. Durch fortschreitende Mechanisierung der untertägigen Arbeiten (ab 1927) und Rationalisierungen verminderte sich ab 1931 die Belegschaft auf Grube Reden wieder.

Mit der Übernahme der Saargruben durch das Deutsche Reich am 01. März 1935 erfuhr das Bergwerk Reden eine umfassende Förderung. Nach dem Propagandabesuch des Reichsministers Hermann Göring am 11. November 1935 wurde Reden zu einer Musteranlage ausgebaut. Zwischen 1936 und 1942 entstand die Anlage in großen Teilen neu, zudem entstand die Kokerei Reden. Reden galt seitdem als eine der drei Musteranlagen dieser Zeit. Sie ist als einzige heute noch fast unverändert herübergekommen.Bis 1963 war sie die modernste Anlage des Saarbergbaues.

Während des zweiten Weltkrieges entstanden durch die Bombardierung im Übertagebereich große Schäden, die Förderung war dadurch jedoch nicht eingeschränkt. Die Arbeit untertage wird anfangs durch russische, später durch italienische Kriegsgefangene ( besonders ab 1943) geleistet. Nach Kriegsende wurden die Saargruben zunächst von 1945 bis 1947 durch eine aus Amerikanern und Franzosen gebildete Kontrollkommission ( CONAD Engeneer Mining Operating Group) betreut. Am 1. Januar 1948 nahm die "Regie des Mines de la Sarre" ihre Tätigkeit auf.

Beim Übergang des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland 1957 arbeiteten auf der Grube Reden mehr als 8.000 Bergleute. Dazu kamen noch etwa 450 Beschäftigte auf der Kokerei Reden. Durch die Bergbaukrise ab 1958 wurde in den Generalplänen I und II der Saarbergwerke AG Reden zum Hauptförderstandort im Ostrevier bestimmt. Über ehemals 10 selbständige Gruben von Sulzbach im Westen bis Bexbach im Osten, von St. Ingbert im Süden bis zum Grubenfeld Göttelborn wurden im Laufe der Jahre in die Anlage Reden integriert. Nacheinander waren diese Anlagen stillgelegt und deren Förderung im Verbundbergwerk Reden gebündelt. 1972 erhielt Reden einen neuen Bade- und Bürotrakt, der an das ehemalige Zechenhaus angelehnt wurde, wobei kein architektonischer Stilbruch begangen wurde.

Bereits Mitte der 80iger Jahre sollte Reden geschlossen werden. Jedoch erhielt die Grube in Folge der Energiekrisen nach 1974 eine neue Chance. Übertage wurden die Kleinwerkstätten abgerissen und in einer großen Halle zentriert. Als letzte Baumaßnahme erfolgte Anfang der 80iger Jahre der Umbau der Wäsche und eine neue Verladeanlage. Die anhaltende Energiekrise erzwang im Bergbau weitere Rationalisierungsmaßnahmen. Im Zuge der Einsparmaßnahmen wurde so die Belegschaft von 8.200 Beschäftigten (1955) auf 2.936 Beschäftigte (1985) reduziert.

Ende der 80er Jahre wurde der Zusammenschluss Camphausen, Reden, Göttelborn zum Verbundbergwerk Ost beschlossen. Camphausen wurde 1990 stillgelegt und fungierte seitdem als Nebenanlage. Reden und Göttelborn bestanden bis zum 31. Dezember 1995 separat weiter. Mit diesem Datum nahm das neue Verbundbergwerk Göttelborn-Reden seine Arbeit auf. Die Grube Reden wurde als selbständige Anlage geschlossen und die Förderung nach Göttelborn verlegt. In Reden blieben Restarbeiten, besonders in der Wasserhaltung, die zu den größten und modernsten in Europa zählt. Nach dem am 01. September 2000 auf dem Verbundbergwerk Göttelborn-Reden die letzten Kohlen gehoben worden waren, wurde die Wasserhaltung auf Reden konzentriert, so dass weiterhin 50 Beschäftigte dort arbeiten.

Die weitere Zukunft des umfangreichen Grubenareals ist ungewiss. In der Vergangenheit brachten 150 Jahre Steinkohlenbergbau wirtschaftlichen Wohlstand und Sicherheit für mehrere tausend Familien. Im Zuge neuen Planung der Landesregierung zur Industriekultur im Saarland ist Reden zu einem von drei Schwerpunkträumen erklärt worden, der eine besondere Förderung erfahren soll.

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Auszug aus: link Die Bergbauwege durch die Gemeinde Schiffweiler

Im Jahre 1999 hat die Gemeinde Schiffweiler in der Talaue des Klinkenbaches die Eingangsarchitektur des am 1. Juli 1846 angehauenen Reden-Stollens wieder aufstellen lassen. Die Lage des Stolleneingangs ist dokumentiert, es liegen aber keine Darstellungen vom originalen Aussehen der Mundlocharchitektur vor. Die Rekonstruktion ist dennoch wichtig, erinnert sie doch an das bergbauliche Zeugnis, das den Beginn der Grube Reden markiert.

Von besonderer bergbaugeschichtlicher und industriekultureller Bedeutung ist die in der Bahnhofstraße Nr. 28 stehende Berginspektion. Sie entstammt dem Jahr 1866. Der Bau ist eines der wichtigsten Dokumente der Verwaltungstätigkeit im Saarbergbau. Blickfang in der zweigeschossigen, elfachsigen Schaufassade ist der von einem Dreiecksgiebel bekrönte Mittelrisalit, Die Quaderrahmung und die Inschrift "Inspection VI" sind ebenso wie die Bergbauembleme "Schlägel und Eisen" aufgeputzt. Beim Hinweisschild "Schützenverein Hubertus Landsweiler" verlassen wir die Bahnhofstraße und steigen hinab in das Tal des Klinkenbaches, der auch in diesem Landschaftsteil verrohrt ist. Ein malerischer, geradezu verwunschen wirkender Ort erschließt sich uns. Große alte Bäume stehen hier, zum Teil bilden sie lange, parallele Reihen. Im Klinkental fanden in historischer Zeit die traditionellen Bergfeste statt. Damals waren unter den schattenspendenden Bäumen Tische und Bänke aufgestellt und einen Tag lang "stand das Revier Kopf". Heute weisen nur noch vereinzelte Spuren darauf hin, daß Tausende von Bergleuten hier ihre Freizeit verbrachten und sich dabei von den Mühen der Arbeit erholten.

Staatliches Konservatoramt: link Denkmalliste des Saarlandes: Bergwerk Reden

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