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Geschichte von Dudweiler
erstellt am 15/9/2004
Duodonisvillare
(Weiler des Dudo)
Quelle: link www.fell-dudweiler.de

oder richtiger: "Die Kapelle in Duodonisvillare" wurde von Kaiser Otto II. in einer Urkunde genannt, in der er dem Nonnenkloster St. Peter in Metz im Jahre 977 seinen Besitz bestätigte. Dieses Datum ist deshalb, weil es die erste urkundliche Erwähnung des Ortes ist, quasi die Geburtsstunde von Dudweiler, das also folglich im Jahre 1977 bereits seine Tausendjahrfeier beging.

Wann aber in Wahrheit die Besiedlung unseres Ortes, der im Tal des Sulzbachs, einem rechtsseitigen Zufluss der Saar, zwischen der Landeshauptstadt Saarbrücken und der Stadt Sulzbach gelegen ist, beginnt, vermag niemand mit Bestimmtheit zu sagen. Die an den unterschiedlichsten Stellen im Stadtgebiet ausgegrabenen Artefakte (Steinbeile, Faustkeile, Pfeilspitzen) lassen aber darauf schließen, dass hier bereits in der Steinzeit Besiedlung stattfand. Auch in der Bronze- und Eisenzeit durchzogen wandernde Völkerschaften unsere Heimat. Sicher ist aber, dass seit fünf Jahrhunderten vor der Zeitenwende Kelten im Sulzbachtal siedelten. Zwei Grabhügel in der Nähe des "Dreibannsteins", der die Gemarkungsgrenzen zwischen Saarbrücken, Scheidt und Dudweiler anzeigt, sind Zeugnisse keltischen Lebens. Auch die Römerzeit ging nicht spurlos an Dudweiler vorüber. Reste eines römischen Tempels, römische Hohlleisten-Ziegel und eine Säule aus Sandstein mit Kapitell und Rundstab wurden bei der Abteufung eines Brunnens 1896 auf dem "Alten Büchel" gefunden. Die heutige Autobahn A 623, frühere Bundesstraße 41 - die "Grühlingsstraße" - war ursprünglich eine alte römische Heerstraße. Der römische Einfluss schwand unter der Völkerwanderung. Ruhelose fremde Völker brachten, Zerstörung, Not und Leid über die Bevölkerung.

Die Franken mögen wohl Gefallen an dem Fleckchen Erde gefunden haben, das sich ihnen hier, waldreich und fruchtbar, zur Besiedlung anbot. Ein fränkischer Edelmann und seine Getreuen blieben hier. Dudo ahnte wohl nicht, dass sich der von ihm geschaffene, nur aus vereinzelten Gehöften bestehende Weiler im Laufe von tausend Jahren zu einer respektablen Wohn- und Industriestadt entwickeln, und noch heute seinen Namen tragen würde. Wahrscheinlich aber noch zu seinen Lebzeiten wurde dann von Kaiser Otto II sein Weiler "Duodonisvillare" urkundlich erwähnt.

Über die Jahrhunderte hinweg, bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, war die Einwohnerzahl wohl um die 150 bis 250 Menschen (Das älteste bekannte Einwohnerverzeichnis - aus dem Jahre 1542 - bezeugt in Dudweiler 23 Haushalte und 13 Dienstleute, was einer Einwohnerzahl von etwa 150 entspricht). Aber dann haben Krieg und Brandschatzung, Grauen und Tod gewütet und die Einwohnerschaft dezimiert.

Nach und nach gewann die im Saarbecken und auch im Sulzbachtal reichlich vorhandene Kohle an Bedeutung. Zwei Alaunwerke waren in Dudweiler entstanden. Jährlich lieferten diese über 600 Zentner Alaun, eine unentbehrliche Grundlage für die Herstellung von Farben (Wäscheblau) und Salmiak. Auch ein Sudhaus zur Salzgewinnung aus dem Wasser des Sulzbachs wurde errichtet. Leider erwies sich aber dann der Salzgehalt des Sulzbachs als zu gering und bald schon gehörte die Salzindustrie der Vergangenheit an. Nur der Name der "Sudstraße" erinnert noch daran, dass hier einmal ein Salzwerk gestanden hat.

Nicht so war es mit der Kohle. Der Leiter des Bergamtes schrieb schon 1769: "Der Dudweiler Bann ist unstreitig die gesegnetste Gegend des Landes an Steinkohle!" Schon damals war Dudweiler der Sitz der obersten Bergbehörde, des fürstlich Nassau-Saarbrücker Bergamtes.

Im 19. Jahrhundert wächst Dudweiler dann zu einem Ort beachtlichen Ausmaßes heran. Die Kohlengruben (in der Glanzzeit vier an der Zahl) mit ihren unerschöpflich scheinenden Vorkommen bringen Bergarbeiter aus weit entlegenen Gegenden heran. Sie kommen aus dem Hochwald, dem Hunsrück und der Eifel, nicht selten zu Fuß, graben hier nach Kohle, während ihre Frauen zu Hause sich um Haus und Hof kümmern. Des ewigen Wanderns zwischen Arbeitsstätte und Familie müde, bleiben sie eines Tages in Dudweiler, erwerben ein Stück Land, bauen sich ein Haus und finden so hier ihre neue Heimat.

Im Gefolge des Kohleabbaus gründen sich Eisenwerke, Maschinenfabriken, Stahl- und Apparatebau. Elektrotechnische Geräte, Präzisionswerkzeugteile, Leuchtröhren und Feuerlöschgeräte gehen von Dudweiler zum in- und ausländischen Markt. Handel, Handwerk und Gastronomie (die weithin berühmte "Dudwillerer" Gastfreundlichkeit!) nehmen eine besondere Stellung im Gemeindeleben ein.

Nach dem zweiten Weltkrieg, zu Beginn der 60iger Jahre, mit damals um die 29.000 Einwohnern, ist die Gemeinde lange Zeit weithin als "das größte Dorf Europas" bekannt. Am 12. September 1962 ist es dann so weit: Dudweiler werden die Stadtrechte verliehen!

Leider aber währte diese Episode der Geschichte Dudweilers nicht sehr lange. Obwohl die Dudweilerer Bevölkerung sich in mehreren Abstimmungen und mit einem Demonstrationszug, der als "Marsch auf Saarbrücken" bekannt wurde, vehement dagegen zur Wehr setzte, wurde die selbständige Stadt Dudweiler im Zuge der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahre 1974 der somit entstehenden "Großstadt" Saarbrücken eingemeindet.

Als "Trostpflästerchen" erhielt der nun entstandene "Stadtbezirk Dudweiler" innerhalb der Verwaltung einen "Sonderstatus". Er erhielt eine in verschiedenen Bereichen eigenständige Bezirksverwaltung mit einem hauptamtlichen Bezirksbürgermeister an der Spitze und mit - eingeschränktem - eigenem Budget-Recht. Ein eigenes Standesamt (Standesamt Saarbrücken III), eigene Ortspolizeibehörde, Meldeamt, Passamt, Kfz-Zulassungsstelle, Bezirksbauhof.

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