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Geschichte von Burbach
66115 Saarbrücken | link www.sb-burbach.de | Burbach
Quelle: link www.sb-burbach.de
erstellt am 10/11/2004

Einige Jahrhunderte vor Christi Geburt, lebte ein keltischer Stamm namens Mediomatriker am Flusslauf der Saar ca. zwischen Saargemünd und Völklingen. Mit Cäsar kamen auch seine Truppen und die Römer eroberten Gallien und drangen bis zum linken Rheinufer vor, man ergab sich und hoffte auf einen Sieg der Germanen.

1313: Urkundlich erstmals erwähnt, das Dorf "Burbach", am nördlichen Saarufer ursprünglich links des Baches Burbach ( Weierbach ). Graf Johann I . von Saarbrücken verleiht dem Ritter Simont von Kastel ein Gut in Burbach aber ein Teil seines Besitzes in eigner Verwaltung.

1346: Graf Johann II. von Saarbrücken und die Witwe des Herrn von Kastel beenden den Streit über Burbach durch einen Vergleich. ( Vgl. Kremer, codex diplomaticus,S406).

1460: Ein Jahrgeding gibt die Banngrenzen von Malstadt und Burbach an.

1575: 1. Januar Graf Philipp III. verfügt die Reformation, womit alle seine Untertanen, auch in Burbach, evangelisch werden.

1618 - 1648: Die Schrecken des dreißigjährigen Krieges, über Burbach weiß man nichts aber z.B. Saarbrücken wurde bis auf 70 Einwohner nieder gemacht.

1677: Die ganze Gegend des heutigen Saarbrücken wird im Zuge des Kriege Ludwigs 14. Bis auf 8 Häuser niedergebrannt.

1779: In Burbach nimmt eine Kohlengrube den Betrieb auf.

1784: Die Firma Heckel macht ihre Anfänge, als Hanfseilfabrik.

1792: Die Menschen werden von der Leibeigenschaft befreit.

1811: Zu ehren der Geburt des Sohnes Napoleons werden an der Straße von Burbach nach Riegelsberg 7 Eichen gepflanzt.( Wo der Bergmannspfad nach Von der-Heydt abzweigt).

1821: Eröffnung der Grube Gerhard bei Luisenthal und viele Arbeitskräfte finden ihre Heimat in Burbach aufgrund der guten Lage zur Stadt Saarbrücken.

1835: Drahtseilerfindung mitbeteiligt die Firma Heckel.

1852: Die Grube Von der-Heydt wird gegründet und nun erfolgt eine rasche Zuwanderung in Burbach.

1856: Der Durchbruch, die Burbacher Hütte wird gegründet. Das Dorf Burbach dehnt sich nach Luisenthal, Rastpfuhl und Malstadt aus, wird zur Lebensader westlich von Saarbrücken. Es entstehen große Arbeitersiedlungen entlang der Bahnlinien. So das Malstadt und Burbach, Haus an Haus in einander Übergehen.

1860: Die Gebrüder Lüttgens eröffnen ihre Maschinen- und Waggonbauwerke in Burbach am Saarufer.

1864: Im Burbacher-Bahnhof fährt die erste Lok.

1869: Die Grundsteinlegung der Eligius-Kirche.

1870: Bei Kriegsausbruch gibt es die ersten Vorpostengefechte zwischen Preußischen und Französischen Einheiten in Burbach. Die Preußen verschanzen sich in den Kirchenmauern der Eligius Kirche. Am 4. August wird ein Personenzug aus Trier kommend im Burbacher-Bahnhof von Französischen Truppen, die auf der Bellevue Stellung bezogen hatten, mit Kanonen zusammengeschossen. Nach und nach, treffen Preußische Truppen ein, Burbach wird zum Lazarett erklärt ( Zentrum das Verwaltungsgebäude der Burbacher-Hütte). Der 6. August die verabredete Schlacht um die Spicherer Höhen beginnen.

1874: Der Waldfriedhof wird angelegt.

1875: In Burbach werden 12.487 Einwohner gezählt. Heckel baut weiter aus, eine Drahtseilzieherei kommt hinzu.

1876: Die vereinigten Gemeinden Malstadt - Burbach erhalten Stadtrechte. Die jüngste der Saarstädte hatte sogar mehr Einwohner als die gleichfalls aufstrebenden Städte Saarbrücken und St. Johann.

1880: Baubeginn des Hüttenkrankenhauses in der Ottstraße.

1887:Die Weyersbergschule wird gebaut.

1890: Die erste Straßenbahn ( Dampfbetrieben ) fährt durch Burbach, von St. Johann über Burbach nach Luisentahl.

1892: Die evangelische Kirche Burbach (Matthäus-Kirche) wird gebaut, während, des Bau�s stürzt der Turm durchs Dach der Kirche (40m wie durch ein Wunder kam keiner ums Leben) die Bauarbeiten erlahmen wegen der Überarbeitung der Statik.

1895: Peter Dörr mehrfacher Kreis - und Gaumeister sowie Deutscher meister im Ringen und Gewichtheben gründet den Kraftsport - und Ringerverein ASV Adler Burbach.

1900/01: Es sterben die Mitbegründer der Hütte, Direktor Seebohm und Delegierter Hubert Müller. Ihnen zu Ehren, wurden zwei Straßen benannt.

1902: Grundsteinlegung des Rastpfuhlkrankenhauses. Der Generaldirektor der Burbacher Hütte Herr Ott stirbt.( Die Ottstr. gab es schon).

1904: Das Theresienheim, ein Heim für Waisenkinder, wird vom Waggonfabrikant Herr Lüttgens gebaut zum gedenken seiner verstorbenen Tochter Theresia (20 Jahre).

1905/06: Die Sportfreunde 05 werden unter Anschluss an den TV Burbach gegründet. Das Preußische Ausbesserungswerk als Hauptwerkstätte der königlich - Preußischen Eisenbahn wird gebaut und hat im ersten Jahr schon 650 Mitarbeiter. Die Hütte stellt den achten Hochofen fertig. Die Firma Heckel fertigt die meisten und die besten Drahtseile in ganz Europa.

1909: Der Zusammenschluss von den drei Städten Saarbrücken, St. Johann und Malstadt - Burbach.

1912: Baubeginn der Herz Jesu Kirche. Sportfreunde 05 Burbach steigen in die B-Klasse auf.

1914: Die Industrie in Burbach kommt bis Ende des ersten Weltkrieges fast völlig zum erliegen, alle Männer müssen nach und nach an die Front.

1920: Die Schule im Füllengarten wird aus dem ehemaligen Baracken des Kriegsgefangenenlager erbaut.

1924: Der Sportverein DJK Burbach wird gegründet und hat 8 Bereiche wie Handball, Fußball, Schach, Theater, Schwimmen, Turnen, Schlagball und einen Musikzug.

1927: Die DJK Burbach gewinnt ein Spiel gegen den Deutschen Meister Nürnberg auf den Saarwiesen vor 3000 Zuschauern mit 2:0. Die Sportfreunde 05 werden Meister und steigen in die erste Klasse auf.

1933: Die Billardfreunde Burbach werden Meister in der A und B Klasse die Leistung von Herrn Theo Baltes trägt hauptsächlich dazu bei. Der Ringerclub ASV Adler Burbach hat seit der Gründung 10 mal die Mannschaftsmeisterschaft der höchsten Klasse und sogar 2 mal das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreicht.

1939: Weil Saarbrücken in der Roten Zone ( ein etwa 10 km breiter Streifen zur französischen Grenze ) liegt, wird die Zivilbevölkerung evakuiert, der größte Teil der Burbacher kommt nach Kassel, der Ort heißt Witzenhausen auch im Volksmund klein Burbach genannt.

5. Oktober 1944: Ein schwarzer Tag, der englische Luftmarschall Arthur Harris (genannt Bomber - Harris) hatte für die Nacht zum 6. Oktober 1944 einen Doppelangriff seiner Luftflotte auf Saarbrücken befohlen. Gegen 20 Uhr 30 begannen 181 Bomber (viermotorige Lancaster) damit die Bahnanlagen und große Zufahrtsstraßen zu zerstören, etwas später kamen 11 Bomber und warfen Zielmarkierungen (sogenannten Christbäume ) in und um ganz Saarbrücken ab. Dann um 22 Uhr 30 kamen 350 Bomber inkl. 250.000 Brandbomben und einer kleinen Anzahl Sprengbomben mit dem Befehl nur die Wohngebiete zu Zerstören. Grund: Ein Herr Lindemann (Sohn eines Bauunternehmers aus Karlsruhe, späterer Lord )hatte Winston S. Churchill klar gemacht, das es besser sei die Moral der Arbeiter zu brechen wenn man ihr Heim Zerstöre um den Krieg zu gewinnen. In dieser Nacht wurden in Saarbrücken ca. 11.000 Häuser völlig zerstört, Piloten berichteten das man das Feuer von Saarbrücken noch aus 160 Kilometer Entfernung sehen konnte. In Burbach waren 90 % der Häuser zwischen dem Panzergraben am Waldfriedhof und dem Burbacher Bahnhof zerstört. 8 Dezember 1944, die Zivilbevölkerung von Saarbrücken wird zum zweiten Mal evakuiert. Die Burbacher kommen hauptsächlich in den Raum Würzburg.

1945: 21. März Amerikanische Truppen marschieren ein, damit ist auch in Burbach der zweite Weltkrieg zu Ende, kurz danach übernimmt die französische Militärregierung die Verwaltung des Saarlandes. Das Schweizer Hilfswerk und das Irische Rote Kreuz lindern durch die sogenannte Schulspeisungen die Hungersnot und dramatische Unterernährung der Menschen und hauptsächlich der Kinder in Burbach.

1950: Der Fußballclub Sportfreunde 05 gewinnt zum ersten Mal den Landespokal.

1951: Erneut saarländischer Pokalsieger Sportfreunde 05.

1952: Der Burbacher Club steigt in die zweite Liga Südwest auf. Und in Burbach pulsiert das Leben, die aufstrebende Stahlindustrie bringt viele Menschen in den Stadtteil. Ein Beweis: Burbach zählt allein über 80 Kneipen, Restaurants und drei Kinos das Volkshaus, Rex und Metropol. Das Werk der Firma Heckel ist wieder die Nummer 1 in Europa nach 10 Jahren und beschäftig über 650 Mitarbeiter.

1954: Die Karnevalsgesellschaft "Mir sin do" wird im Gasthaus Anthes gegründet. Sportfreunde 05 werden Meister der zweiten Liga Südwest und steigen in die Oberliga auf.

1955: Abstieg der Sportfreunde 05 aus der Oberliga.

1957: Dritter Aufstieg des Burbacher Clubs.

1959/60/61: Die Sportfreunde 05 spielen ihre besten Saisons. Erfreulich das 3:0 gegen 1.FC Kaiserslautern, etwas später im Ludwigsparkstadion vor 16.000 Zuschauern ein 6:0 gegen den 1.FC Saarbrücken und ein 6:0 gegen die Mainzer.

1962: 7. Februar unter Burbach ereignet sich im Alsbachschacht der Grube Luisenthal eine Schlagwetterexplosion. 10. Februar die Trauerfeier der 299 angegebenen toten Bergleute ( Arbeiter, andere Helfer und amerikanische Soldaten die zur Hilfe bei der Bergung mit Helikopter kamen, sprachen von ca.335 ) des Grubenunglücks findet mit dem Bundespräsidenten Herrn Heinrich Lübke statt. Im selben Jahr wird die Rastbachthal - Schule eingeweiht. Und die Markuskirche im Füllengarten wird gebaut.

1964: Jupp Derwall ( späterer Nationaltrainer ) ist Trainer bei den Sportfreunden 05.

1969: 24. Dezember, während der Mitternachtsmesse in der St. Eligius Kirche am Eingangsbereich , übergießt sich ein 50-jähriger Mann mit Benzin und verbrennt sich ( Rudolf Thiel aus Burbach ) das Motiv ist bis heute unbekannt.

1971: Fusion der Burbacher und Völklinger Hütte zu den Stahlwerken Röchling und damit zum größten Profilstahlhersteller in Deutschland. Das Schwimmschiff Vaterland wird von der Burbacher Werft an die Daaler Brücke gebracht.

1972: DJK Burbach gewinnt die Stadtmeisterschaften im Fußball und besiegt dabei auch den 1.FC Saarbrücken.

1975: Beginn der Stahlkrise in Burbach die Mitarbeiterzahl 23.000 nur im Werk Burbach.

1977: Schließung der drei Hochöfen. 1978 Alleininhaber der luxemburgische ARBET- Konzern. Rolf Lacour (der in Burbach seine Ringerkaiehre in den 50zigern begann), Erfolge: 10mal Deutscher Meister, 2mal Europameister, 1mal 3. Europameister, 1mal 3. Weltmeister, 1mal Vizeweltmeister, 3mal Olympia Teilnehmer, 33 Einsätze in der Nationalmannschaft, 10mal 2. Platz und 2mal 3. Platz bei internationalen Turnieren, kehrt zum Ringerclub ASV Adler Burbach als Trainer zurück.

1982/83: Burbach hat mit die meisten Arbeitslosen im südwestdeutschen Raum und entwickelt sich zu einem sozialem Brennpunkt. Fast 50% der Geschäfte, Gastronomie und auch die drei Kinos haben zu gemacht. Die Schließung der Drahtwerke Heckel in Burbach führt zu ersten Hungerstreiks der Arbeiter in Burbach die Bilder gehen um die Welt. Später meldet die Hütte noch Konkurs an.

1987: In Burbach geht es deutlich bergab, Zahlen aus diesem Jahr: Bis 32,4 % Sozialhilfeempfänger, bis 23% Arbeitslose, 16% der Bevölkerung sind in den letzten 10 Jahren abgewandert, 23% beziehen Wohngeld, 12% der Schulabgänger haben keinen Abschluss, 81% einen Hauptschulabschluss, 6,5% einen mittleren Schulabschluss und nur 0,5% ein Abitur.

1988: Vollständige Stilllegung des Werkes Burbach bis auf die Drahtstrasse.

1989: Gründung der Saarstahl AG, mit Hauptsitz in Völklingen.

1993: Sind noch 591 Beschäftigte von einst 23.000 übrig geblieben. Was das für Burbach und seine Umgebung bedeutet ist wohl klar.

2000: Bis heute sind viele neue Firmen auf den alten Industriegeländen entstanden, mit auch sehr vielen Arbeitsplätzen z.B. auf dem alten Heckelgelände die Firma IDS Scheer (über 1000 neue Jobs) und auf dem alten Hüttengelände etliche mittlere Unternehmen wie z.B. Orbis oder Saar TV aber wenn man über das Gelände spaziert kann man die Autos aus Saarbrücken suchen. Viele Jobs, aber nur die wenigsten die dort arbeiten kommen aus Burbach.

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