Im Jahre 1709 ließ Graf Ludwig Kraft auf dem Halberg ein Lustschloss erbauen, das von einem barocken Schlossgarten umgeben war. Fürst Wilhelm Heinrich ließ die Gartenanlagen weiter ausbauen, und in der Regierungszeit des Fürsten Ludwig erweiterte 1772/73 der Hofgärtner Johann Friedrich Christian Koellner den Barockgarten um einen Landschaftspark. Seit 1774 war der Halberg bevorzugter Aufenthaltsort der Fürstin Wilhelmine, der die Untreue ihres Gatten das Leben bei Hofe verleidet hatte. 1793 wurden die Schlossbauten durch französische Revolutionssoldaten zerstört
Schloß Monplaisir
Als im Jahre 1875 bekannt wurde, dass die königlich-preußische Forstverwaltung den Halberg an den Hüttenunternehmer Carl Ferdinand Stumm aus Neunkirchen verkaufen wollte, löste diese Nachricht in Saarbrücken und St. Johann nicht gerade Begeisterung aus. Denn schon zu Zeiten der Saarbrücker Fürsten hatte der Halberg den Bürgern offen gestanden, und auch nach der Zerstörung des Schlosses nutzten die Bewohner der Umgebung das Gelände für Ausflüge und Feste.
Der Einspruch der beiden Städte beim Finanzministerium in Berlin blieb jedoch erfolglos, und so ging der Halberg 1877 in das Eigentum Stumms über, der noch im gleichen Jahr den Baurat Edwin Oppler aus Hannover mit dem Bau eines neuen Schlosses beauftragte. Edwin Oppler (1831-1880) war ein bekannter Architekt, der sich durch zahlreiche private und öffentliche Bauten in historischen Stilen einen Namen gemacht hatte. Auf dem Halberg schuf er einen Gebäudekomplex, der in Umfang und Ausstattung Stumms Macht und Reichtum zum Ausdruck brachte.
Den Zugang zum engeren Schlossbereich bildet der Torbau mit Turm.
Im Unterschied zu den Nebengebäuden in rotem Sandstein ist das Hauptgebäude aus gelbem lothringischem Jaumont-Kalkstein errichtet - wie die Metzer Kathedrale. Während neugotische Formen vorherrschen, finden sich auch Stilelemente aus anderen historischen Epochen. Ein nicht mehr erhaltener Stall- und Remisenkomplex mit Wasserturm rundete das Ensemble ab. Als Gast des Freiherrn weilte 1892 Kaiser Wilhelm II. auf Schloss Halberg.
Stumm ließ auch den Landschaftspark weiter ausgestalten. Noch heute zeugen Edelkastanien und Ahornbäume von der früheren Parkbepflanzung. Auf der Schlossterrasse und um die Hirschwiese finden sich außerdem Mammutbäume, Rotbuchen, Douglas- und Helmlocktannen sowie verschiedene Eiben-, Thuja- und Zypressenarten, die im 18. und 19. Jahrhundert zu einer typischen Parkvegetation gehörten.
Nach dem zweiten Weltkrieg wählte der französische Militärgouverneur Gilbert Grandval Schloss Halberg als Residenz. Kriegsschäden und Umbauten durch Grandval, der von der Neugotik nicht viel hielt, haben zu einer Begradigung der Fassaden geführt. 1952 löste die französische Zollverwaltung Grandval als Hausherrn ab. 1959 nahm der Saarländische Rundfunk das Anwesen in Besitz. Die modernen Rundfunkgebäude stehen zum Teil auf der früheren Schlossterrasse, die Oppler erweitert hat. Auch die Straße folgt der Zufahrt zum Fürstenschloss.