Aus der Geschichte der Pfarrei St. Mauritius Fremersdorf
66780 Rehlingen-Siersburg, Kreis Saarlouis
Quelle: link www.fremersdorf.de
erstellt am 16/5/2006

(von Frau Emilie Stors)

Fremersdorf zählte zu den "ecclesiae parochiales", Pfarrkirchen, im Saar- -Niedraum, die im 1O.Jahrhundert alljährlich zur Wallfahrt nach Mettlach gebannt waren.


Ausschnitt aus der Wallfahrtsliste des Erzbischofs Theoderic

Bis zum 7.Jahrhundert war die Bischofsstadt Trier Mittelpunkt des religiösen Lebens der umliegenden Gegenden. Dorfseelsorer und der Blut- und Geldadel waren nach Konziliarbeschlüssen der westfränkischen Diözesen verpflichtet, an kirchlichen Hochfesten in der Bischofsstadt mit dem Bischof zusammen die Festmesse zu feiern. Im Jahre 511 wurde diese Verpflichtung durch das das Konzil von Orleans auf alle gesunden Christen ausgedehnt. Nach der Gründung der Abtei Mettlach um 690 wurde die Pflichtprozession nach Mettlach umgeleitet. Die Abtei Mettlach besaß seit den Tagen des Trierer Erzbischofes Ruotbert - 931-956 - das feierliche Privileg der Pflichtprozession. Der Erlaß des Erzbischofes Ruotbert wurde durch den Erzbischof Adalbero - 1131-1152 - bestätigtund 1222 von Erzbischof Theoderich bekräftigt. Auf der von ihm erstellten Wallfahrtsliste waren 76 Pfarrkirchen aufgeführt, darunter auch Frimmerstorf.

Die Abtei Mettlach wurde um 690 von Luitwinus,dem Herzog des Moseldukates auf seinen Besitzungen an der Saar gegründet. Luitwinus stammte aus einer fränkischen Adelsfamilie, der Luitwin-Widonen Sippe, die im Saar- und Nahe-Raum zu reichen Besitztümern gelangt war. Die merowingischen und karolingischen Könige belohnten ihre Getreuen und Gefolgsleute mit Gütern und Ländereien. Nach der Lebensbeschreibung des hl.Luitwinus -im Werksarchiv Villeroy und Boch, Merzig - schenkte Luitwinus seiner Gründung "denen, die dort Gott dienen sollten," einen reichen Grundbesitz: 1000 Mansen = 64 000 Morgen Land. Ein Teil dieses Besitzes lag links der Saar und reichte von der Saarschleife bis zur Nied. Die Gründung umfaßte: das Dionysius-Oratorium/Bethaus und das Kloster mit einem Doppel-Oratorium. Das Dionysius Oratorium erhielt Reliqien des hl.Dionysius und wurde von dem Trierer Bischof Basinus, einem Onkel des Gründers, an einem Dionysiusfeste, am 9.Oktober, geweiht. Nach der Lebensbeschreibung führte die Prozession zu dieser Kirche, "weil sie zuerst und nicht nur zum Segen jenes Ortes, sondern auch der ganzen weit umliegenden Gegend erbaut wurde".

Die Pilger kamen einzeln oder in Gruppen. Die Lebensbeschreibung berichtet, daß sie Wachskerzen und andere Opfergaben brachten. Nach Beendigung ihres Gebetes und Anhören der Festmesse erhielten sie vom Küster des Klosterswein und ein Stück Brot. Dann heißt es, "sagten sie dem hl.Dionysius Dank, wünschten den Bewohnern des Ortes Heil und Glück und und kehrten froh in ihre Heimaat zurück." Als die Pilgerscharen größer wurden, entfiel die Speisung durch den Küster. Bäcker und Metzger boten den Pilgern ihre Erzeugnisse an. So entstanden Märkte, auf denen dann auch Handwerker ihre Erzeugnisse anboten. Als Luitwinus, der Bischof von Trier geworden war, nach seinem Tode seine letzte Ruhestätte im Kloster Mettlach fand, führte die Prozession alljährlich nach Mettlach.

Um die Mitte des 8.Jahrhunderts waren die Pfarreien im hiesigen Gebiete eingerichtet. Sie unterstanden der Abtei Mettlach und gehörten zur trierischen Kirche, die 4 Archidiakonate umfaßte. Fremersdorf gehörte zum Landkapitel Perl im Archidiakonat Perl. 1132 besaß der Bischof von Trier das Zehntrecht in Fremersdorf. Erzbischof Albero von Trier schenkte dem neugegründeten Kloster in Merzig u.a. die Kirche von Fremersdorf nebst einem Drittel des Zehnten. 1153 schenkte der bischöfliche Ministeriale Rudolf von Merzig, Schutzvogt in hiesigem Raum, dem Merziger Kloster Ländereien in Fremersdorf. Erzbischof Hillin von Trier bestätigte die Schenkung und vermehrte sie um die 2/3 des Zehnten.

Seit Karl dem Großen war der Kirche eine "Steuer", der Kirchenzehnte, zugewiesen. Dieser war ursprünglich nur für die Kirche bestimmt zur Unterhaltung der Kirchen, der Kirchendiener und der Armen. Er wurde vom Bischof verwaltet. Später wurde der Kirchenzehnte den Taufkirchen zugewiesen. Der Zehnte wurde in Naturalien gezahlt: der große Zehnte in: Getreide, Wein, der kleine Zehnte: Heu und seit dem Fohlen, Kälber, Lämmer, 18.Jahrh. Kartoffeln, Wachs, Fische, Garten- und Feldfrüchte.

Statt Naturalzahlungen wurden später Geldzahlungen geleistet. Nach dem Rechnungsbuch der Pfarrei St.Mauritii wurde am 7.März 1748 von den Zehntherren und der Gemeinde die Geldzahlung beschlossen.

Mit der Errichtung von Kirchen auf ihrem Grund und Boden gelangten die Herren in den Besitz der zugehörenden Rechte:

Patronats- und Zehntrecht. Ihnen stand damit das Recht zu: einen Priester für die Stelle an ihrer Kirche vorzuschlagen, Anteil am Kirchenvermögen und am Zehnten zu haben. Der Zehnte ´┐Żar nun geteilt: 1/3 der Pfarrherr, 2/3 der Herr. In Fremersdorf gehörte so dem Pfarrer 1/3 und dem Zehntherr 2/3.

Aus dem Zehntrecht ergab sich die Verpflichtung,beim Bau und bei der Unterhaltung der Kirche die Kosten zu teilen: der Pfarrer das Chor, die Zehntherren das Schiff, die Gemeinde den Turm. In Fremersdorf waren die Rechte der Kirche schon früh verloren ge? gangen.Die jeweiligen Inhaber der Herrschaft Fremersdorf besa= Ben Patronats- und Zehntrecht: pis zum 14.Jahrh.die erceu von Fremersdorf, vom 15. -17.Jahrh.die Herren von Esch als Lehnsinhaber, vom 17.Jahrhundert bis 1789 die Herren der Herrschaft Fremersdorf: von Braubach, von Hausen, de Chonville, von der Hardt / de Choiseul, von Oberhausen, de Galhau.

Neben der Zahlung des Zehnten waren die Pfarrangehörigen zu Diensten/Fronden verpflichtet,Gespann- und Handfronden für die ganze Kirche und das Pfarrhaus. Die Pfarrangehörigen waren gehalten die Acker des Pfarrwiddums/ Kirchenland zu bebauen,d.h. jährlich waren 3 Tage Frondienst im Lenz/Brachmond und bei der Ernte zu leisten. Das Jus Patronatus, die Kirchenvogtei, stand in Fremersdorf dem Hochgerichtsherrn zu. Danach war er gehalten: aufzupassen, daß der Kirchendienst recht und ordentlich geschehe, die Kirchenrente gehandhabt und eine jährliche Rechnung aufgestellt wurde, ein- jährliche Synod's stattfand, damit die Untertanen in bester Disziplin und Gelehrsamkeit verblieben.

Die Pfarrkirchen


Vermutliche Ansicht der Pfarrkirche auf dem Friedhof um 1800
© link www.fremersdorf.de

Die Pfarrkirche stand auf dem Friedhof und war nach der Pfarrchronik 1726 erbaut und 1746 geweiht worden. An dieser Stelle stand,wie Funde bezeugen: u.a.korinthische Kapitelle und Säulenstücke, ein römisches Bauwerk. In unmittelbarer Nähe führte die römische Straßevon Trier nach Pachten, hier als Steinweg bezeichnet,vorbei. Die Vorgängerkirchen standen ebenfalls hier. Die Kosten für die Kirche teilten sich: die Zehntherren von Fremersdorf von der Hardt und de Cholseul, Domdechant von Guerat von Trier als Zehntherr von Eimersdorf.

Nach dem Kirchenregister war die Kirche, eine Saalkirche innen weiß gestrichen und mit Steinplatten belegt. Sie hatte eine Empore / "Docksal". Zwischen Chor und Schiff befand sich ein Chorbogen. Im Rückmantel des Hochaltares befanden sich die Statuen des hl. Mauritius, dem Pfarrpatron 'des hl.Johannes des Täufers und der hl.Maria Magdalena. Die Seitenaltäre waren Maria und dem hl. Quirinus geweiht, deren Statuen sich hier befanden. Fremersdorf gehörte zu Landkapitel Perl, dessen Schutzpatron St. Quirinus ist.

1789 war in Frankreich die Revolution ausgebrochen. Durch die revolutionaren Gesetze und Erlasse wurden Kirche und Klerus hart getroffen. Der Widerstand ihrte zu Verfolgungen. In Fremersdorf erfuhren Kirche, Klerus und Pfarrangehörige die Schrecknisse der Revolution. 1789 war das gesamte Kirchengut: Pfarrkirche, Pfarrhaus und Ländereien zu Nationalgut erklärt worden, deren Verkauf angeordnet wurde. Das Pfarrhaus wurde 1791 als Nationalgut versteigert. Der damalige Bürgermeister/Maire ersteigerte es. Es blieb bis heute im Besitz seiner Nachkommen, 2003 Familien Biehler/Hilt. Der Registrierung der kirchlichen Kultgegenstände folgte bald ihre Beschlagnahmung. Dies führte zu erheblichem Widerstand der Pfarreien. Pfarrangehörige versteckten Kirchengeräte bis zum Ende des Kirchenkampfes. In Fremersdorf brachte man zwei kupferne Weihwasserkessel im Lohrwald in Sicherheit. Nach mündlicher Überlieferung wurden Meßgeräte u.a. ein Meßkelch im Pfarrhausgarten vergraben. Das 1790 erlassene Dekret über die Zivilkonstitution des Klerus bedeutete praktisch die Trennung von Rom. Priester und Bischöfe wurden Staatsangestellte, die nun gewählt werden sollten. Von den Geistlichen wurde der Treueid auf die Verfassung verlangt. Eine Zahl yon Priestern weigerte sich, den Eid auf die Verfassung zu leisten. Sie wurden verfolgt, kamen auf die schwarze Liste, durften keine Amtshandlungen mehr vornehmen, mußten ihre Pfarreien verlassen. Ihr Besitz wurde eingezogen und verkauft. Der größte Teil der PFarrangehörigen hielt zu den "Eidverweigern". Sie besuchten ihre im Geheimen gehaltenen Gottesdienste, dem Dienst der Konstitutionellen blieben sie fern. 1790 wurde der bisherige Schloßkaplan Pfarrer von Fremersdorf. Er weigerte sich, den Eid zu leisten und bekundete seine ablehnende Haltung. Er wurde deswegen heftig angegriffen und wegen Zuwiderhandlung gegen Gesetz und Ordnung angeklagt. Durch Flucht entging er der Verhaftung, 1791 war Peter Halstroffer Pfarrer in Fremersdorf. Er hatte den Eid geleistet. Während der jakobinischen Schreckenszeit 1793/94 wurden auch die konstitutionellen Priester verfolgt. Als Bauer verkleidet hielt er sich im Hause des Lehrers Dohr in Eimersdorf auf. Nachts las er dort die Hl.Messe und spendete Sakramente. Dies tat er auch in umliegenden Gemeinden. Unter der Bevölkerung fand die Revolution auch Anhänger. Sie wurden Patrioten genannt. Lehrer Schmidt berichtet in seiner Chronik von einem besonders eifrigem Patrioten. Er war "von seinen Mitbürgern gefürchtet". Man sah in ihm den Angeber der Personen, die trotz Verbot das Kreuzzeichen machten. Dieser Patriot soll wie Zeitzeugen dem Lehrer berichteten, auf den Hochaltar der Kirche gestiegen sein und das Kreuz entfernt haben, um ein Bild der Freiheitsgöttin dort aufzustellen. In diesem Augenblick sei er vom Altar gestürzt und habe sich einen Beinbruch und andere Verletzungen zugezogen. In den Augen des Volkes sei dies die Strafe Gottes gewesen.

Nach der Hinrichtung von Madame Barbe de Galhau war den Kindern das väterliche Erbe erhalten geblieben, das der Mutter jedoch als Nationalgut eingezogen worden. 1797 wurde das väterliche Erbe in fünf Losen unter den Kindern verteilt. Eine Tochter war 1794 verstorben. Celinie de Galhau erhielt das untere Schloß mit seinen Zugehörigkeiten und Ländereien, Adolphe-Simon-Gabriel de Galhau erhielt das obere Schloß und seine Zugehörigkeiten. Er verkaufte seinen Anteil an seinen Schwager Gaspard de Renaud. Dieser hatte Marie-Elisabeth-Julie de Galhau geheiratet. Gaspard de Renauld, ehedem ein französischer General, ließ 1797 das obere Schloß abreißen und einen neuen Bau errichten. Um diese Zeit wurde auch die Schloßkapelle, durch die Französische Revolution zerstört, abgerissen. Zu den Zu den Ländereien der Celinie de Galhau gehörte die "aht", ein Grundstück, das sich von der Herrengaß bis zur Hollgaß erstreckte. Darauf wurde die neue Kirche, ein Pfarrhaus und ein: Schulhaus errichtet. Das Baujahr, 1816/17 wurde wegen der herrschenden Not: Dauerjahr genannt. Alle Einwohner von Fremersdorf waren an dem Bau beschäftigt. Alle Arbeiter wurden bezahlt, die Bauern machten ihre Fuhren unentgeltlich. Die Kosten des Kirchbaues beliefen sich auf 26000frs, die von Celinie de Galhau bezahlt wurden. Nach Motto: Notes sur Fremersdorf waren St. Mauritius und Quirinus die Patrone der alten Kirche. Der dem hl.Quirinus geweihte Seitenaltar deutet auf diesen Patron hin. An anderer Stelle waren St.Mauritius und St.Barbara angegeben. Patrone der neuen Kirche waren St.Mauritius und St.Barbara. Nach der Erbauung,1816/17 das Gotteshaus,1829 der Turm, sorgte Celinie de Galhau auch für deren Ausstattung.


Bild: Das Innere der Kirche um 1900
© link www.fremersdorf.de

Die neue Pfarrkirche war wie ihre Vorgängerin auf dem Friedhof eine Saalkirche. Hauptaltar und Nebenaltäre so wie die Kirchengeräte aus der alten KIrche wurden hierher gebracht, aus der ehemaligen Schloßkapelle die Turmuhr und einige Statuen. Die Kanzel stammte aus dem ehemaligen Kloster Mettlach. Sie befindet sich noch heute in der katholischen Pfarrkirche Dickenschied bei Kirchberg auf dem Hunsrück. Der Kanzelstuhl ist aus dunklem Holz mit 4 Figuren aus hellem Holze. Zum Kanzelstuhl führt eine hohe Treppe. Das hölzerne Kanzeldach ist mit Schnitzwerk reich verziert. Als 1912 die neue Kirche fertiggestellt war, wurden Kanzel und Orgel in der Zeitung zum Verkauf angeboten. Es fanden sich keine Interessenten. Im Juni 1913 wurde dann die Kanzel nach Beschluß des damaligen Kirchenvorstandes der Pfarrei Dickenschied auf dem Hunsrück geschenkt. Die Kirche erhielt dann 1830 durch Celinie de Galhau eine Barockorgel. Erbauer waren die Brüder Franz Heinrich und Carl Stumm aus Rhaunen-Sulzbach /Hunsrück. Die Orgelbauerfamilie Stumm hatte in 6 Generationen etwa 6OO Orgeln gebaut. Die Kosten für die Fremersdorfer Orgel betrugen 611 Reichstaler. 1864 wurden durch den Fremersdorfer Steinhauermeister Michel Leuck neue Altäre, Haupt- und Nebenaltäre im romanischen Stile angefertigt. Sie kamen in die 1912/13 erbaute neue Kirche.

Als Napoleon 1799 die Macht in Frankreich übernommen hatte, wurde 1801 ein Konkordat mit dem Papste abgeschlossen, das die katholische Religion in Frankreich wiederherstellte. Die kirchliche Ordnung wurde neu festgelegt. Die Diözesen Frankreichs wurden neu gegliedert, die Pfarreien neu eingeteilt. Fremersdorf gehörte schon seit 1789 zur Diözese Metz. An den Sitze der Friedensgerichte, so in Rehlingen, wurden Pfarrer angestellt. Die übrigen Pfarreien wurden Hilfspfarreien,"succursales", mit Hilfspfarrern. Fremersdorf war eine Hilfspfarrei. Nach dem das Pfarrhaus 1794 in Metz als Nationalgut versteigert wohnten die Geistlichen wieder im vormaligen Schul- und Pfarrhaus, heute Haus U.Siersdorfer. Pfarrer Guittienne nahm dann als er 1808 nach Fremersdorf versetzt worden war, das "Maison Rouge "als Wohnung" in Besitz. Pfarrer Fautsch mußte wiederum als 1814 nach Fremersdorf kam, im alten Pfarr-und Schulhaus gegenüber dem Friedhof wohnen. "Um ihm eine anständige Wohnung zu versichern", erieß ihm Celinie de Galhau, die Schloßherrin von Fremersdorf, ein Haus in der Hohlstraße, das fortan Pfarrhaus war.

Nach dem die Kirche auf dem Friedhof zu klein und wegen Baufälligkeit unbrauchbar geworden war, wurde eine neue in der Herrengaß erbaut.


Ansicht der Kirche von der Brotgaß aus mit dem Schulgarten und Rückansicht der Mädchenschule um 1900
© link www.fremersdorf.de

Erbauerin der neuen Kirche war: Barbara-Celinie de Galhau, die jüngste Tochter der 1794 hingerichteten Herrin der Herrschaft Fremersdorf In der "Beschreibung unseres Landkreises von 1844" von J.Mathias, heißt es:

"Fremersdorf, ein Dorf an der Saar mit 537 Einwohnern. In dem Schlosse daselbst lebt eine große Wohltäterin der Kirche, Schule und der Armen des Dorfes .........................

Als die Kirche zu klein und baufällig geworden war, erbaute sie eine neue Kirche und stattete diese mit frommem Sinn auf das Beste aus .................................................

In der Aufzeichnung über die Sitzung des Gemeinderates der Gemeinde Fremersdorf vom 26.Mai 1819 - im Werksarchiv Villeroy und Boch -ist zu lesen:

Sitzung des Gemeinde Raths der Gemeinde Fremmersdorf vom 26.5.1819

Der Bürgermeister Nicolas Robinius stellte der Versammlung vor:

Daß einem jeden bekannt seye welche Wohltaten, seit vielen Jahren von Fräulein Celinie von Galhau, unaufhörlich, im Orte verbreite, wie sie besonders im nothvollen Jahre von 1816, wo überall der größte Mangel herrschte, wo dem Menschen und dem Vieh jede Gattung von Nahrung abgieng, aus dem reinsten Gefühle der Menschlichkeit, den ärmsten Theile der Einwohner dadurch unter hielt, daß sie auf ihrem Eigenthum und gänzlich auf ihre Kosten die nunn hier bestehende Kirche aufbauen ließ und mit dem nöthigen geräthe reichlich ausstattete "


Der von Michel Leuck angefertigte Hochaltar in älterer Ansicht
© link www.fremersdorf.de

Der Hochaltar wurde im Laufe der Zeit mehrmals verändert. Nach dem II.Vatikanischen Konzil 1962/63 wurde gemäß den Konzilskonstitutionen die Meßliturgie verändert. Der Meßfeier entsprechen, vers populi, war ein neuer Altar erforderlich, ein Mensatisch. 1967 wurde im Chor ein Altar aufgestellt, der aber von vorneherein als Provisorium gedacht war. In späterer Zeit sollte ein dem Gotteshaus entsprechender Altar in dem inzwischen neugestaltetem Chorraum aufgestellt werden. Der neue Altar war von dem Bildhauer Heinz Oliverius aus Niederkirchen bei St.Wendel 4 t schweren Steinblock in Handarbeit hergestellt worden. Die Frauengemeinschaft St.Elisabeth hatte den Altar gestiftet.

Die neue Pfarrkirche

1911/12 wurde die neue Pfarrkirche in der Herrengaß/-straße neben der alten erbaut. Bauherr war Pfarrer Anton Sebastian, leitender Architekt W.Hector aus Saarbrücken.


Ansichtskarte von 1913 mit den beiden Pfarrkirchen
© link www.fremersdorf.de

Entscheidendfür den Bau einer neuen Kirche war: die alte Kirche war raummäßig zu klein geworden, der 1828/29 erbaute Turm war für eine Kirchenerweitreung nicht mehr tragfähig. Er war, wie die Pfarrchronik berichtet, war auf einem nur 1,28 m tiefen Fundament, das zudem auf einem Rost aus Holz lag, erbaut. Im Laufe der Jahre faulte das Holz und der Turm senkte sich. Schon 1874 hatte man den Turm verankert und alle Risse und Fugen mit Zement ausgegossen.

Mit dem Bau der Kirche wurde im März 1911 begonnnen, im Juli 1912 war sie fertiggestellt. Die Steine zum Kirchbau waren in dem Steinbruch zwischen Fremersdorf und Mechern gebrochen worden. Nach damaligen Augenzeugenberichten, waren die Steine entlang der Straße nach Rehlingen aufgestellt und wurden hier bearbeitet. Zahlreiche Bauhandwerker aus Fremersdorf: Steinhauer, Maurer und Gipser, waren beim Kirchbau beschäftigt.


Steinhauer aus Fremersdorf bei der Arbeit an der Kommunionbank
© link www.fremersdorf.de

Am 13.7.1913 wurde die neue Pfarrkirche, deren Patrone St Mauritius und St.Barbara sind, von Weihbischof Carl Schrod aus Trier eingeweiht. Die Kirche ist im neuromanischen Stil erbaut:

als Landkirche mit einem seitlich angebauten Turm, mit kreuzförmigem Grudriß, mit Gliederung und Ausschmückung der Außenmauern, mit Ausgestaltung der Portale, mit halbkreisförmiger Apsis mit Hochaltar und erhöhtem Chor mit Stuenanlage, mit einem Langhaus, durch Säulen in drei Schiffe geteilt und mit einem Deckengewölbe, mit einer Empore an der Ostseite der Kirche.

Stationsbilder weitere Bilder und Statuen kamen aus der alten Kirche in die neue. Zu den Bildern zählt das Bild. Die Erscheinung des Auferstandenen, das von der Malerin Oktavie de Lasalle de Louisenthal aus Dagstuhl gemalt worden war. Drei Glocken waren für die Kirche angeschafft worden. Im Juni 1917 mußten zwei Glocken abgegeben werden. Die 3. Glocke, die mit dem Uhrwerk verbunden war, blieb als Läuteglocke zurück. Die Glocken wurden am 10.6.1917 mit einem Fuhrwerk nach Saarlouis transportiert. Im Laufe der Jahre erfolgten mehrere Veränderungen im Kirchenraum und an den Altären. Nach dem I.Weltkrieg wurden zwei neue Glocken angeschafft, von denen im II.Weltkrieg wiederum zwei Glocken abgegeben werden mußten. Auch dieses Mal blieb eine Glocke als Läuteglocke zurück.


Die Glocken zum Abtransport bereitgestellt.
© link www.fremersdorf.de

Im II.Weltkrieg mußten die Bewohner des Grenzgebietes 2 mal ihre Dörfer und Städte verlassen: im September 1939 und im November 1944. Im September 1939 war Pfarrer Puhl mit einem großen Teil seiner Pfarrkinder nach Nordhausen am Harz gekommen. Im Dom, der einzigen katholischen Kirche der Stadt, las er sonntags die hl.Messe. Der andere Teil der Bevölkerung war in Hessen, Thüringen, Sachsen u.a.Gebieten evakuiert. Dies waren fast ausschließlich Diasporagebiete. Nur in den Städten und in größeren Orten gab es katholische Kirchen. Der Weg dorthin war oft kilometerweit. Hl.Messen wurden für sie in Sälen oder in den von den evangelischen Glaubensbrüdern zur Verfügung gestellten Gotteshäusern gehalten Im August/September konnten die Saarländer wieder in ihre Heimat zurückkehren. das Gebiet war von Kriegshandlungen verschont geblieben. Anders sah es dagegen im November 1944 aus. Die Alliierten waren der deutschen Westgrenze immer näher gekommen. Am 19. November verlief die Frontlinie im Raume Busendorf-Fürweiler-Oberesch. Am 18. November wurde Fremersdorf geräumt, jedoch dieses Mal ohne Planung und Anweisungen. Ein Teil der Dorfbewohner suchte im linksrheinischen Gebiet zu bleiben, andere fuhren mit Transportzügen nach Süd- und Mitteldeutschland. Andere Fremersdorfer weigerten sich, das Dorf zu verlassen.Sie suchten Zuflucht in Gipsstollen und in Kellern. Ein Teil dieser suchte dann dort eine Bleibe östlich der Saar und des Rheins. Am 30. November wurde Fremersdorf von amerikanischen Einheiten eingenommen. Das Saartal bei Fremersdorf war Frontgebiet geworden. Die amerikanischen Panzer beschossen den Westwall, deutsche Granaten trafen das Dorf. Die noch im Dorf verbliebenen Bewohner wurden von den Amerikanern nach Niedaltdorf evakuiert. Ab März konnten allmählich die Bewohner wieder in ein teilweise zerstörtes Dorf zurückkehren: durch Beschuß beschädigte und ausgebrannte Häuser, Granatlöcher auf den Straßen. Auch die Kirche war stark beschädigt worden. Anfangs 1950 wurde mit den Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten begonnen. Im Dezember 1955 wurden 5 neue Glocken geweiht.

Aktuelle Ansichten der Kirche


© link www.fremersdorf.de


© link www.fremersdorf.de

Fremersdorf | SaargauKarte | saarlandbilderKarte