Quierschied
letzte Änderung: 2.12.2004

Ortsteile: Camphausen, Fischbach, Göttelborn, Klinik, Lasbachtal

   
 
 

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Quierschied in der Geschichte
Quelle: link www.gemeinde-quierschied.de

Die Gemeinde Quierschied kann auf eine 1000- jährige Geschichte zurückblicken. Erstmals erwähnt wurde der Ort in einer Urkunde Kaiser Ottos III. aus dem Jahr 999, mit der er seinem Neffen, dem Bischof Adalbert von Metz, und der Metzer Kirche die Königsgüter Quierschied (Quirneiscet), Völklingen (Fulkelinga), Warndt (Warenta) und die Burg Saarbrücken (Sarabruca) schenkte.

Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert wohnten durchschnittlich 50 Personen in Quierschied. Die Bezeichnung "Kollwald" in einem Quierschieder Jahrgedinge von 1466 deutet auf eine frühe Entdeckung der Kohle hin. Bereits im 16. Jahrhundert wurde in Quierschied nach Kohlen gegraben, wie die Erwähnung einer Kohlengrube in einer Abgabenaufstellung aus dem Jahr 1522 belegt. Nach diesem Zeugnis gilt Quierschied als Ort der frühesten Kohlengewinnung in unserer Region.

Im dreißigjährigen Krieg kam nicht nur die Kohlengewinnung zum Erliegen, sondern auch alle Einwohner ums Leben.

Nach der Wiederbesiedlung wurde der Kohlenabbau wieder aufgenommen. Am 17. September 1736 erhielt der Quierschieder Lorenz Schneider die Erlaubnis zur Eröffnung einer Steinkohlengrube. Die Grube lag genau auf dem Gelände, auf dem Johannes Frantz dann 1779 seine Glashütte errichtete.

Bild rechts: Die Quierschieder Glashütte um 1810 (Quelle: Saarheimat 8´ 1976)

Mit der Glashütte begann ein neues Kapitel in der Geschichte Quierschieds. Hatte die Bevölkerung bisher nur von Landwirtschaft und Viehzucht gelebt, so bot diese erste Industrieansiedlung vielen Dorfbewohnern eine weitere Erwerbsmöglichkeit. Die Errichtung der Glashütte führte zu einem beträchtlichen Bevölkerungsanstieg, der mit der Eröffnung mehrerer Gruben (Camphausen, 1871; Kreuzgräben, 1872; Trenkelbach, 1873; Göttelborn, 1887) in unmittelbarer Nähe regelrecht explodierte. Zwischen 1871 und 1892 wuchs die Einwohnerzahl von 1500 auf 3300 Bürger an. Neben dem Bevölkerungsanstieg brachte die Eröffnung der Gruben sowie der Bau der Fischbachbahn (1875- 1879) auch einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich, mit der Folge, dass Quierschied, das seit 1816 zur Bürgermeisterei Heusweiler gehörte, den Drang nach Selbstständigkeit verspürte. Am 1. April 1903 wurde Quierschied Bürgermeisterei, 1925 wurden Fischbach und Göttelborn dem Bürgermeistereiverband Quierschied zugeteilt. Bei der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 wurden die Orte Quierschied, Göttelborn und Fischbach mit Camphausen, das zu Dudweiler gehörte, zur Gemeinde Quierschied zusammengefasst.


Quelle: Saarheimat 8´ 1976

In den letzten Jahren hat sich die ehemalige Bergbaugemeinde zu einer modernen Wohn- und Industriegemeinde mit einer intakten Infrastruktur und einem hohen Wohn- und Freizeitwert fortentwickelt.

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