Göttelborn
letzte Änderung: 24/2/2005
rot = Römerstraße
 
 

Gruben & SchächteRömerstraßenwww.saarlandbilder.netKarte
Ortsverzeichnis


© link www.goettelborn.de

Grube Göttelborn
Von Harald Freis, 10.04.2003 – Quelle: link www.fotocommunity.de

  • 1887 wurde die Grube Göttelborn gegründet. 2 Stollen wurden in das 1,65 m mächtige " Eilert-Flöz " getrieben.
  • 1890/91 Bau eines Grubenbahnhofs
  • 1908 Elektrifizierung unter Tage
  • Förderzahl August 1972 : 6034 kg / Mann / Schicht.
  • 1995 wurde mit einem Investitionsvolumen von ca. 400 Mio DM der moderne Schacht IV erbaut und bis 1160 m abgeteuft. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 4200 menschen auf der Grube.
  • 2000 Schliessung der Grube Göttelborn


© link www.uni-saarland.de/fak5/anthropo/Industriekultur


Göttelborn IV
© Harald Freis bei link www.fotocommunity.de


Göttelborn II & IV
© link www.delfslotta.de


Göttelborn III
© Conie Engel bei link www.fotocommunity.de

Ehemalige Grube Göttelborn und Knappschaftskrankenhaus Quierschied
Fördergerüst und Fördermaschinenhaus Schacht III
Quelle: link www.memotransfront.uni-saarland.de

Regionalhistorischer Kontext

Die preußische Bergwerksverwaltung setzte in ihrer Siedlungspolitik nicht nur auf die soziale Befriedung der Bergleute durch das Prämien- und Schlafhaussystem, sondern suchte auch ihren Grubenbeamten durch den Bau von Werkssiedlungen etwas zu bieten. Entsprechend ihrer höheren Stellung in der Hierarchie baute man für sie bürgerlich wirkende, größere Häuser. Man blieb durch die Anordnung freistehender Einzelhäuser mit Nutzfläche und Wirtschaftsgebäude bei dem ländlichen Siedlungstyp, den man in Anlehnung an vorindustrielle Siedlungsstrukturen bereits bei den Bergmannssiedlungen benutzt hatte. Als die französische Bergwerksverwaltung 1919 die Saargruben übernahm, führte sie das Siedlungsprojekt auch in diesem Sinne zu Ende, allerdings mit erkennbar anderen architektonischen Akzenten. Weitgehend bruchlos verlief auch in den 1920er Jahren die bauliche Entwicklung des zu preußischer Zeit errichteten Krankenhauses. Es wurde verschiedentlich um- und ausgebaut. Die Veränderungen trugen der erweiterten Bedeutung des Krankenhauses Rechnung, das im dichtbevölkerten Fischbachtal als allgemeines Krankenhaus diente, erkennbar z. B. an der Eröffnung von Frauen- und Kinderstationen. Insgesamt bilden die erhaltenen denkmalgeschützten Reste von Grube und Siedlung Göttelborn sowie das denkmalgeschützte Ensemble des Krankenhauses einen deutlichen Spiegel kontinuierlicher industrieller, sozial- und gesundheitspolitischer Maßnahmen, die im Verlauf von 120 Jahren in gleichgerichteter Weise von deutschen und französischen Verwaltungen durchgeführt wurden und das heutige Quierschied nachhaltig geprägt haben. zurück

Grube Göttelborn 1886/87 - 1. September 2000

Als Vorläufer des Kohlenabbaus im Bereich Göttelborn kann man zwei Privatgruben des 18. Jahrhunderts in Quierschied und Wahlschied bezeichnen. Grube Göttelborn wurde 1886/87 gegründet, als kurz nach der Genehmigung mit dem Abteufen der ersten beiden Schächte begonnen wurde. Schon ab 1887 wurde die Grube zum Standort der Grubeninspektion X erklärt. Schacht III folgte unter französischer Verwaltung 1921 und wurde 1927 als Ersatz für den nunmehr stillgelegten Schacht I in Betrieb genommen. Unter NS-Verwaltung wurde Göttelborn der Gruppe Mitte zuteilt und zunächst mit Brefeld dem Bergwerk Camphausen unterstellt, ab 1938 aber wieder als selbständiges Bergwerk geführt. Göttelborn wurde unter den wechselnden Bergverwaltungen von der preußischen Zeit bis zur jüngsten Gegenwart kontinuierlich modernisiert: 1951 wurde die höchste Belegschaftszahl mit 4.309 Personen erreicht, die Fördermenge von nahezu 2 Millionen Tonnen Kohle wurde jedoch nach weiteren Modernisierungen im Jahr 1970 mit einer Belegschaft von nur noch 2.662 Personen erreicht. Zwischenzeitlich war Göttelborn die Hauptschachtanlage des Verbundbergwerks Reden. Noch 1989 wurde über dem neu begonnenen Großschacht IV ein landschaftsprägendes, weithin sichtbares Betongerüst errichtet, im Volksmund scherzhaft "Weißer Riese" genannt, in Anspielung auf eine Figur aus der Waschmittelwerbung. Göttelborn war bis zur Stillegung eine der leistungsfähigsten Gruben an der Saar. Die Bergbaugeschichte Göttelborns fand auf Beschluß der Landesregierung sowie der Deutschen Steinkohle AG (DSK, Sitz: Herne/NRW) durch Einstellung der Förderung am 1. September 2000 ihr Ende. Damit ist die drittletzte Grube im Saarrevier geschlossen. Die beiden verbleibenden Standorte Warndt und Ensdorf sind nur bis 2005 gesichert, und auch dies nur bei ständigem Personalabbau. Das Ende von Göttelborn ist zugleich das Ende des Bergbaues im gesamten östlichen Saarland, da auch die Kohlefelder der früheren Grube Reden von Göttelborn erschlossen wurden. Von den Tagesanlagen aus der Anfangszeit der Grube ist nichts erhalten. Aus der Zeit der französischen Bergverwaltung stammen das Fördergerüst an Schacht III (1925-26), errichtet von der Firma B. Seibert (Saarbrücken) und 1937-1939 verstärkt, und das zugehörige Fördermaschinenhaus, ein vierfach gegiebelter Stahlfachwerkbau, mit elektrischer Maschine von Dingler (Zweibrücken) und Siemens-Schuckert aus dem Jahr 1936. zurück

Gerhild Krebs

Quellen und weiterführende Literatur

Gruben & Schächtewww.saarlandbilder.netKarteOrtsverzeichnis

weiter: Geschichte von Göttelborn