Geschichte von Primstal
Primstal, 66620 Nonnweiler, Kreis St. Wendel
Quelle: link www.primstal.de.vu/
Erstellt am 26.11.2004

Der Ort hat 2406 (Stand: Okt.02) Einwohner und es herrscht ein reges Treiben in den Ortsvereinen mit mehr als 700 Mitgliedern. Bedürfnisse, gleich welcher Art, können in unzähligen Geschäften befriedigt werden, man kann im Ort noch fast "alles" kaufen. Mehr als 20 Handwerksbetriebe sichern den reibungslosen Ablauf, egal was es auch sein mag. Die Wasserversorgung wird durch eigene Brunnen sichergestellt.

Primstal liegt in einer breiten Talsenke, die Ortsbezeichnung lässt es schon vermuten, dass es sich dabei um das Tal der Prims handelt.

Der Ort ist mit Bergen umrahmt, im Norden vom Peterberg, im Osten vom Sengert, im Süden von Hardt und Langheck und im Westen vom Handenberg.

Den Namen "Primstal" gibt es erst seit dem 1. Oktober 1930. Damals wurden die früheren Dörfer und selbständigen Gemeinden Mettnich und Mühlfeld zur neuen Gemeinde Primstal zusammengefaßt. Die beiden Orte sind in ihrer Besiedlungsstruktur sehr unterschiedlich. Mettnich ist der Typ eines "Haufendorfes", wo sich die Häuser um einen Ortskern gruppieren, während Mühlfeld ein Straßendorf ist, wo sich die Häuser auf mehrere Kilometer Länge, am Lauf der Prims orientierend, anreihen.

Die hier aufgelistete Geschichte des Ortes erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Auflistung wird, vielleicht mit eurer Hilfe, aber ständig wachsen. Beginnen möchte ich mit den beiden Ortsteilen Mettnich und Mühlfeld.

Mettnich

Es gibt verschiedene Theorien woher der Name Mettnich stammte. Laut der Chronik der Pfarrei Primstal (niedergeschrieben durch Herrn Pastor Nikolaus Rupp), soll Mettnich (Mettenichen) "Mitten in Eichen" bedeuten.

Eine andere Theorie bezweifelt diese Aussage. Sie spricht davon, dass Mettnich von Matiniacum, Personenname Matinius, hergeleitet sein dürfte (siehe: Max Müller - Ortsnamen des Reg.-Bez. Trier - 1905/08).

Diese Erklärung wird noch dadurch gestützt, dass sich der Ortskern von Mettnich auf dem sogenannten Matzenberg befindet. Die Nähe dieses Flurnamens zu dem Wort Matiniacum ist wohl offensichtlich.

Desweiteren wäre noch eine Deutung möglich und zwar aus der ersten Silbe des Wortes "Mettnich". Die Silbe "Mett" spielte bei der Namensvergabe im Keltischen wie im Lateinischen immer eine wichtige Rolle.

1233 wird Mettnich zum ersten Mal erwähnt, als ein Ortlieb von Mettenich, ein Vasall der Herren von Schwarzenberg, von der nahegelegenen Burg dieses Namens Güter in Mühlfeld erhielt. Die genannte Pfarrchronik besagt dazu weiter: "Die Gebrüder Theodorich und Wilhelm von Schwarzenberg gewinnen mit 35 Pfg. (trier.) Lehensgeld den Ortlieb von Mettenich zum Vasall."

1240 wird dort in einem Vertrag mit dem Simeonstift zu Trier Pastor Warner zu Mettnich genannt, 1242, in einem weiteren Vertrag, ein Dechant Warner von Mettenich. 1276, am 11. Juni, tritt bei einer Streitigkeit in Trier als Zeuge auf ein "Magister Godefrid von Mettnecke advokatus"." Weiter heißt es in der Pfarrchronik: Weder 981 noch 1075 findet sich Mettnich als Pfarrei des Dekanates Wadrill. Wie schon bemerkt, findet sich aber 1240 ein Pfarrer und 1242 ein Dechant Warner von Mettenich. Ob dieser Warner von Mettnich gebürtig oder als Pfarrer in Mettnich tätig war, ist nicht nachvollziehbar. Würde man letzteres annehmen, dann wäre Mettnich damals eine Pfarrei gewesen, und zwar keine unbedeutende, weil ihr Pfarrer Dechant war." In der Taxa generalis von etwa 1330 und 1570, erscheint Mettnich deutlich als Pfarrei des Landkapitels Wadrill. Die Anfänge der Pfarrei müssen aber schon viel weiter zurückliegen als 1240. Da nachweislich schon die erste Pfarrkirche von Mettnich dem heiligen Kreuz geweiht war, kann man mit einiger Sicherheit annehmen, dass die Errichtung der Pfarrei etwa 1150 erfolgte, in der Zeit, wo der Kreuzzugsgedanke das christliche Europa beherrschte."

Mühlfeld

Mühlfeld wird zum ersten Mal als Mühlenfeld um das Jahr 1220 in einem Güterverzeichnis der Abtei Sankt Maximin genannt. In der oben genannten Pfarrchronik von Pastor Nikolaus Rupp liest man: "Mühlfeld (Miehlfeld-Michelsfeld) drückt augenscheinlich eine Flurbezeichnung aus." Die aber wohl überwiegende Meinung geht davon aus, dass der Name Mühlfeld in Beziehung zu dem Wort "Mühle" zu setzen ist, was dann auch zu einem Mühlrad im Wappen von Primstal geführt hatte.

01.10.1930

Zusammenlegung der selbstständigen Gemeinden Mettnich und Mühlfeld

Die Ortsbezeichnung Primstal kennen wir seit dem 1. Oktober 1930. Damals wurden die früheren Dörfer und selbständigen Gemeinden Mettnich und Mühlfeld zur neuen Gemeinde Primstal zusammengefaßt. "Durch Beschluß des Preuß. Staatsministeriums vom 16. 8. 1930 sind die Landgemeinden Mettnich und Mühlfeld, Landkreis Trier, zu einer neuen Landgemeinde mit dem Namen Primstal mit Wirkung vom 1.10.1930 zusammengeschlossen worden." Die beiden Dörfer Mettnich und Mühlfeld waren im Laufe der Jahre so zusammengewachsen, dass keine erkennbare Trennungslinie mehr vorhanden war. Sie gehörten zu einer Pfarrei (Mettnich) und hatten gemeinsam eine Kirche, eine Schule, einen Bahnhof (Gemarkung Mettnich) und eine Wasserversorgungsanlage (auf Gemarkung Mühlfeld gelegen), so dass ihr Zusammenschluß zur besseren und einheitlichen Verwaltung im Interesse beider Gemeinden lag. Trotzdem stimmten die Gemeindeväter aus dem "Arbeiterdorf" Mühlfeld gegen den Plan der im mehr landwirtschaftlich geprägten Mettnich befürwortet wurde. 1946 hatte man sich dann an den neuen Namen so gewöhnt, dass der Gemeinderat mit großer Mehrheit eine Rückkehr zu den historisch gewachsenen Formen ablehnte. Sicherlich gab es in jener Zeit auch andere Sorgen.

link Das Wappen von Primstal

Die Eisenbahn in Primstal

1968 verschwanden die Eisenbahnschienen und 1971 das Bahnhofsgebäude aus dem Landschafts- und Ortsbild.

01.01.1974

Primstal und die Großgemeinde Nonnweiler

Hinweis: Ich werde mich hier nur auf die Gemeinde Primstal beziehen und lasse, soweit es möglich ist, die anderen Gemeinden ausser acht. Wer einen Gesamtüberblick von der Entstehung der Gemeinde Nonnweiler habe möchte, den verweise ich auf das Buch:

10 Jahre Gemeinde Nonnweiler 1974-1983, BandI/1984

Herausgeber war der damalige Bürgermeister der Gemeinde Nonnweiler Egon Meier. Da besonders kleinere Gemeinden den Anforderungen einer sich schnell wandelnden Industriegesellschaft nicht mehr gerecht werden konnten, wurde im saarländischen Landtag am 17.12.1970 das Gesetz zur Vorbereitung der Kommunalen Gebiets- und Verwaltungsreform verabschiedet. Es machte den Weg frei für die zwingend notwendige Bildung größerer Verwaltungseinheiten.

In der Regel sollten diese Einheiten mindestens 8000, in Gebieten mit höherer Einwohnerdichte mindestens 15000 Einwohner besitzen.

Im Raume Nonnweiler sollte eine "Großgemeinde Nonnweiler" gebildet werden. Bei der Bevölkerung löste dies eine Diskussion aus: welche Vorteile, welche Nachteile wird uns die neue Großgemeinde bringen? Ablehnungen, Abwartungen, Selbständigkeitsbestrebungen kamen auf.

Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, welche vorschlug folgende Gemeinden zur Großgemeinde Nonnweiler zusammenzulegen: Bierfeld, Braunshausen, Eiweiler, Kastel, Nonnweiler, Otzenhausen, Primstal und Schwarzenbach. Nicht nur dass diese Gemeinden schon seit ca. 150 Jahren zum Amt Nonnweiler gehörten, sie bilden naturräumlich gesehen eine Einheit.

Im Bericht der Arbeitsgruppe heißt es weiter: Für eine Einheitsgemeinde Primstal werde die Mindesteinwohnerzahl, selbst bei Hinzunahme von Eiweiler und Selbach, nicht erreicht (nur 3700). Auch gäbe es für eine so erhebliche Unterschreitung keine Gründe.

Daraufhin wurde im März 1973 durch den Ministern des Innern folgender Entwurf, hinsichtlich der Bildung der Gemeinde Nonnweiler vorgelegt: die Gemeinden Bierfeld, Braunshausen, Eiweiler, Kastel, Otzenhausen, Primstal, Schwarzenbach, Sitzerath und Nonnweiler werden zur Großgemeinde Nonnweiler zusammengeschlossen.

Nun hatten alle Gemeinden die Möglichkeit eine Stellungnahme zu dem Entwurf abzugeben.

Der Gemeinderat Primstal erhob Einspruch, lehnte den Zusammenschluß mit Nonnweiler ab und beantragte Primstal der neuen Gemeinde Wadern, mit der Begründung, dass sich die Primstaler Bürger im überörtlichen Versorgungsbereich sehr stark nach diesem Raum orientieren, zuzuordnen.

Nachdem alle Gemeinden ihre Stellungnahme und eventuell einen Änderungswunsch abgegeben hatten, wurden diese geprüft und ausgewertet. Anschliessend wurde ein neuer Gesetzentwurf herausgegeben welcher den Zusammenschluß folgender Gemeinden beinhaltete: Bierfeld, Braunshausen, Kastel, Nonnweiler, Otzenhausen, Primstal, Schwarzenbach und Schwarzenbach.

Einzige Änderung gegenüber dem 1. Gesetzentwurf, war die Zuordnung Eiweiler zu Nohfelden und Schwarzenbach zu Nonnweiler (vorher Wadern). Alle anderen Anträge wurden abgewiesen.

Folgende Begründungen wurden im Gesetzentwurf genannt:

"Für die Erweiterung der Gemeinde Nonnweiler bieten sich in erster Linie die im oberen Primstal liegenden Gemeinden Otzenhausen. Bierfeld, Braunshausen, Kastel, Primstal und Schwarzenbach, aber auch die Gemeinde Schwarzenbach an. Die erstgenannten Gemeinden sind seit rund 150 Jahren im Amt Nonnweiler zusammengefaßt und demgemäß in vielfälltiger Weise miteinander verflochten; sie bilden darüber hinaus eine naturräumliche Einheit.

Nach dem Gesetzentwurf wird die künftige Einheitsgemeinde rund 8.600 Einwohner zählen. Sie wird mit dieser Einwohnerzahl in der Lage sein, die für diesen Raum maßgebenden Ziele zu erreichen."

Die Gemeinden Bierfeld, Braunshausen, Kastel, Otzenhausen, Nonnweiler, Schwarzenbach sind mit der Bildung der Einheitsgemeinde Nonnweiler einverstanden.

Lediglich die Gemeinden Primstal und Schwarzenbach fordern eine anderweitige Zuordnung und zwar wünscht Primstal der Einheitsgemeinde Wadern und Schwarzenbach der Einheitsgemeinde Nohfelden zugeschlagen zu werden.

Die Gemeinde Primstal macht geltend, die derzeitige Gemeinde Nonnweiler hätte für sie durch die dortige Amtsverwaltung lediglich eine Zwangszentralität. In allen anderen Bereichen sei Primstal ein Selbstversorgungsort. Im überörtlichen Versorgungsbereich sei Primstal überwiegend nach der nur 8 km entfernten Gemeinde Wadern als Mittelzentrum orientiert. Außerdem gehöre Primstal noch dem sich entlang der Prims von Nunkirchen über Büschfeld, Bardenbach, Dagstuhl, Lockweiler und Krettnich hinziehenden Industrieband an. Eine Zuordnung von Primstal zur Einheitsgemeinde Wadern würde diesen Gegebenheiten Rechnung tragen und ermögliche für die Bürger die gleichzeitige Inanspruchnahme der Verwaltung und des privaten Dienstleistungssektors.

Die vorgebrachten Gründe sowohl der Gemeinde Primstal als auch der Gemeinde Schwarzenbach sind jedoch nicht stichhaltig.

Die Gemeinde Primstal gehört seit rund 150 Jahren dem Amt Nonnweiler an und ist auf Grund dieser Zugehörigkeit entgegen ihrer o.a. Auffassung mit Nonnweiler eng verflochten; sie gehört dem Nahbereich des (bipolaren) Grundzentrums Nonnweiler-Otzenhausen an. Eine Verflechtung mit Wadern besteht zwar im überörtlichen Versorgungsbereich (Mittelbereich), doch kann alleine diese Verflechtung, die im übrigen gleichermaßen bei allen Gemeinden des Raumes Nonnweiler besteht, nicht als Maßstab für die Zuordnung zu einer Einheitsgemeinde angelegt werden. Auf die Zuordnung der Gemeinde Primstal zu Nonnweiler kann auch aus Gründen einer ausreichenden Tragfähigkeit der neuen Gemeinde Nonnweiler keinesfalls verzichtet werden; die Herausnahme von Primstal würde die Bildung einer Einheitsgemeinde im Raume Nonnweiler zum Scheitern bringen und damit den Zielen der Raumordnung für diesen Raum widersprechen."

Die Gemeinde Nonnweiler wurde mit Stichtag 01.01.1974 Wirklichkeit und löste gleichzeitig das Amt Nonnweiler ab. Im Gesetzestext zur Neugliederung der Gemeinden und Landkreise des Saarlandes (Neugliederungsgesetz - NGG) vom 19. 12. 1973 (AB1. 5. 852) hieß es dazu:

"Die Gemeinden Bierfeld, Braunshausen, Kastel, Nonnweiler, Otzenhausen, Primstal, Schwarzenbach und Schwarzenbach werden zu einer neuen Gemeinde zusammengeschlossen. Sie erhält den Namen Nonnweiler."

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