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Burg Montclair letzte Änderung: 11/9/2006


Ansicht von Süd-West


Ostseite © Wolfgang Reichel link www.cloef.de

Montclair ist die bedeutendste spätmittelalterliche Burganlage des Saarlandes. Sie wurde 1428-39 durch Arnold von Sierck erbaut anstelle einer ins 10.Jh. zurückreichenden Burg "Skiva", deren Reste des 12.Jh. sich auf der höchsten Erhebung des Berges, fünf Minuten von der heutigen Ruine in Richting Bergnase noch finden (im Lageplan bei Höhenpunkt 281,2). Im Baustil – rechteckig mit 4 Rundtürmen – erinnert sie an französische Burgen wie z.B. die nahegelegene Burg Meinsberg bei Manderen in Lothringen. weiter: Geschichte der Burg


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Geschichte Quelle: link www.burg-montclair.de

Die ersten nachweislichen Funde einer Befestigungsanlage auf dem Burgberg von Montclair stammen aus der Zeit von 300 - 500 n.Chr. Die Anlage bestand aus einem durch eine Mauer eingefassten Areal mit vorgelagertem Graben. Die spärlichen Funde von Keramikresten deuten auf eine nur in Notzeiten aufgesuchte keltische Fliehburg. Die Anlage ist bei einem Angriff niedergebrannt worden.

Auch in der Römerzeit (25v. - 476n.Chr.) und in der Merowingerzeit (480 - 720n.Chr.) war der Burgberg besiedelt und bot der Bevölkerung Schutz bei Angriffen. Vermutlich schon im 9. Jahrhundert entstand 350m östlich der heutigen Burgruine die Burg Skiva.

Skiva hat sich aus einem fränkischen Gehöft entwickelt und war eine Turmhügelburg. Der Aushub eines ovalförmigen Grabens wurde zu einem Turmhügel aufgeschüttet, auf dem wohl ein Holzturm mit massivem Steinunterbau stand. Nach Nordwesten schloss sich eine Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden an. Skiva wurde im Jahr 1016 im Verlauf der Moselfehde durch Erzbischof Poppo vollständig zerstört.

Welche strategische Bedeutung der Burgberg hatte, zeigt sich daran, dass bereits wenig später etwa 400m weiter westlich von Skiva eine neue Burg errichtet wurde.

Die Burg Alt-Montclair wurde erstmals zwischen 1169 und 1183 urkundlich erwähnt. 1190 tauchte dabei zum ersten Mal der Name Munkler bzw. Montclair auf - heute zur Unterscheidung von der jüngeren Burg Alt - Montclair genannt.

Die Aufsicht gibt einen Eindruck von der Ausdehnung der Burg


1. Halsgraben 2. Vorburg 3. Kernburg 4. ebenes Gelände 5. Verteidigungswerk 6. Verteidigungsgraben
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Alt-Montclair zählte zu den imposantesten Burgen des hohen Mittelalters in Deutschland. Es handelte sich um eine für diese Zeit typische romanische Höhenburg. Das Burgareal hatte eine Länge von 450m mit einer Vorburg im Osten, einer Kernburg und im Westen vorgelagerten Verteidigungswerken. Die drei Abschnitte waren durch Halsgräben getrennt.

Die Kernburg bestand aus einem Bergfried, mehren Verteidigungstürmen, einer Kapelle, einem großen Wohnhaus, Ställen und Scheunen. Die Funde aus jener Zeit dokumentieren die reichhaltige romanische Ausstattungsbildnerei der Burg. Im Jahr 1351 wurde die Burg, die bis dahin als uneinnehmbar galt, nach einer Belagerung geschleift.

Der Name Montclair erscheint erstmals in einer Urkunde von 1190, als der Papst dem Erzbischof Johann I von Trier den Besitz von "Munkler" bestätigt. Die lateinische Übersetzung "Mons Clarus" bedeutet heller (lichter) Berg.

Wie damals üblich, wurden Güter und Burgen auch als Mitgift an zu vermählende Töchter mitgegeben. So gelangte die Burg über eine Heirat an Guy de Clermont. Er nahm den Namen Montclair an und war Begründer des starken Rittergeschlechts der Herren von Montclair.

Der Enkel Guy's, Jakob (ab 1316), baute die Burg zu einer Festung mit einer Längenausdehnung von fast 900m aus. Die Burg erstreckte sich bis zum Standort der ehemaligen Burg Skiva. Sie lag strategisch ausgesprochen günstig: von drei Seiten war sie durch natürliche Gegebenheiten, der Saar und hohen schroffen Felsen, schon bestens geschützt. Zur Landseite hin wurde sie durch mehrere Wehrtürme, tiefe Gräben und enge Durchgänge nahezu uneinnehmbar. Innerhalb des Burgberges lagen kleine Dörfer und eine Quelle zur Wasserversorgung.

Aufgrund ihrer Lage war die Burg ein idealer Ort, um Zölle einzunehmen und die Umgebung zu beherrschen.

Der männliche Stammbaum der Montclairs war mit dem Tode Johanns (1427), dem Sohn Jacobs ( 1371) ausgestorben. Eine Schwester Jacobs war verheiratet im Hause Sierck.

Arnold von Sierk erhielt 1428 die Erlaubnis von den Erzbischöfen Otto und 1433 von Raban von Trier den Burgberg nochmals zu bebauen. Mit dem Lehen erhielt er auch die Erlaubnis, das Wappen Montclair und Clermont zu übernehmen. Er nannte sich daraufhin auch von Montclair.

Neu-Montclair besaß einen trapezförmigen Grundriss mit zwei kleineren Flankierungstürmen (Schalentürmen) an den Ecken im Westen und zwei Rundtürmen (Rondelle) an der Hauptangriffsseite im Osten. Die vier Turmgeschosse der beiden Rondelle hatten gleichzeitig Wehr-, Wohn- und Wirtschaftsfunktionen. Bemerkenswert sind die angebauten Treppentürme an den beiden Rondellen.

1. Zufahrtsrampe 2. Brückenhaus 3. Halsgraben 4. Burgbrücke 5. Torhaus 6. Nordost-Rondell 7. Treppenturm 8. Treppenturm 9. Südost-Rondell 10. Burghof 11. Kapelle(vermutet) 12. Süd-Wehrmauer 13. Südwest-Flankenturm 14. Ökonomiegebäude 15. Nordwest-Flankenturm 16. Nordwehrmauer 17. Turmkeller

Zwischen den Rondellen befand sich das Torhaus, bestehend aus der Torhalle, der überdachten Wehrplattform und dem Laufgang zwischen den Treppentürmen der beiden Rondelle. Im Westen befand sich zwischen den beiden Flankierungstürmen ein Ökonomiegebäude, dessen hintere Wand Teil der Wehrmauer war, die den annähernd rechteckigen Burghof umgab. Vor den Rondellen sollte ein tiefer Halsgraben, der von einer Zugbrücke überspannt wurde, die Feinde von der Burg fernhalten. Östlich der Brücke stand ein kleines Torhaus zu ihrem Schutz.

Die Burg Montclair wurde gleichzeitig mit der in ähnlicher Bauweise erbauten Schwesterburg Meinsberg in Manderen im Jahre 1439 fertiggestellt. Ihre Ausmaße waren jedoch wesentlich bescheidener als die der früheren Burg. Arnold und seine Nachfolger lebten in der schöneren Burg Meinsberg (sie ist mittlerweile renoviert und auch bekannt als Chateau de Marlborough).

Da Arnold 1455 ohne männlich Nachfolger starb, ging das inzwischen zur Reichsgrafschaft aufgestiegene Montclair an den Grafen von Sayn, der mit Elisabeth, Arnolds Tochter, verheiratet war.

Um die Burg wurde sich, bis auf eine Renovierungsmaßnahme 1581-1583, nicht mehr gekümmert. Sie blieb unbewohnt. In den kriegerischen Tagten des 17. Jahrhunderts wurde Montclair kaum mehr erwähnt. 1621 war die Burg schon zu großen Teilen verfallen. 1661 bestimmte Ludwig XIV von Frankreich, der Lothringen besetzt hielt, dass die Burg nicht mehr aufgebaut werden sollte. Allein das Hofhaus war noch zu Verwaltungszwecken in Gebrauch. Dies brannte allerdings 1786 ab.