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Geschichte von Alsweiler
letzte Änderung: 9/12/2004
Raimund Kirz Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland die am 1 Januar 1974 in Kraft trat, ist das Ende vieler selbständiger Gemeinden gekommen. Von 345 saarländischen Kommunen sind nur noch 50 übriggeblieben. Auch Alsweiler wurde mit Marpingen, Urexweiler und Berschweiler zu einer Einheitsgemeinde mit über 8000 Einwohnern zusammengeschlossen. Schul- und Verwaltungssitz ist der zentral gelegene Ort Marpingen, der der neuen Gemeinde auch den Namen gibt. Damit hat Alsweiler als selbständige Gemeinde zu bestehen aufgehört. Trotzdem oder gerade deswegen soll noch einmal versucht werden, die geschichtliche Entwicklung unseres Ortes aufzuzeigen. Die keltische ZeitDas erste vorgeschichtliche Volk, das in unserem Raume siedelte, sind die Kelten. Nachweisbar ist die keltische Bevölkerung nur durch Grabfunde sowie durch das in Fluss-, Orts- und Flurnamen erhaltene Namensgut. Grabfunde aus dieser Zeit wurden auf Alsweiler Boden nicht gemacht, doch dürfte der eine oder andere Flurname und mit großer Wahrscheinlichkeit der Name "Als" (-bach) keltischen Ursprungs sein. Allerdings lebten die Menschen, die dem Gewässer den Namen gaben, nicht an seinem Oberlauf, sondern weiter südlich auf Marpinger Bann, wie durch Bodenfunde bezeugt ist. Die römische ZeitDurch Cäsars Eroberungskrieg (Gallischer Krieg von 58 - 51 v.Chr.) kam das Land an der Saar zur römischen Provinz Belgica (mit dem Hauptort Trier) und war fast ein halbes Jahrhundert mit dem römischen Reich verbunden. Die Besiedelung des Gebietes um den Schaumberg während dieser Zeit ist durch zahlreiche Funde verbürgt, von denen die auf Alsweiler Boden gemachten hier genannt seien
Aus diesen Funden darf keineswegs gefolgert werden, daß unser Ort schon in römischer Zeit bestanden oder sich aus diesen Siedlungen entwickelt habe. Denn die (unter 3. genannten) Siedlungsplätze liegen außerhalb des heutigen Ortskernes. Der Ort Alsweiler muss also unabhängig von diesen römischen Siedlungen entstanden sein. Die Zeit des Mittelalters (500.1500 n. Chr.)Im 5. Jahrhundert haben die Stämme der Franken und Alemannen unsere Gebiete erobert. Die bislang hier wohnende kelto-romanische Bevölkerung war in der Minderzahl und ging bald in den germanischen Stämmen auf .Die verhältnismäßig schnell wachsende Bevölkerungszahl zwang schon nach wenigen Jahrzehnten zur Neugründung von Siedlungen, die man "Weiler" nannte. Als sie zu zahlreich wurden, hat man ihnen ein Bestimmungswort hinzugefügt, ( z.B. die Lage des Weilers auch nach dem ersten Siedler; Güdesweiler = Weiler des Gudo.)
Wie oben erwähnt, war der Mittellauf des Baches schon in keltischer Zeit besiedelt; und es ist anzunehmen, daß diese Menschen dem für sie notwendigen Gewässer einen Namen gaben, auch bevor eine Siedlung in der Nähe der Quelle existierte. Die Bezeichnung "Als" wäre mithin keltischen Ursprungs, was auch sprachgeschichtlich zu belegen ist. So weist Franz Kelkel darauf hin, daß das Wort "Als" auf die ureuropäische (= keltische) Wurzel "al" = treiben zurückzuführen ist.
Durch diese Schenkungsurkunde wurde Tholey mit dem dazugehörigen Gebiet politisch von Verdun abhängig. Als Schirmherr des Landes am Schaumberg wurden die Grafen des Bliesgaues bestellt. 600 Jahre lang bleibt die Geschichte unseres Ortes in Dunkel gehüllt, weil uns entsprechende Beweisstücke fehlen. Doch wissen wir, daß seit 1231 die Gräfin von Luxemburg Lehnsherrin in Tholey war, und im Jahre 1235 Graf Gerlach von Veldenz zum Lehensträger bestellt wurde. 1278 fiel das Amt Schaumberg an den Herzog von Lothringen. Ein Teil dieses Amtes - nach J. Schütz~ handelte es sich dabei um das Schultheisenamt Alsweiler - gelangte gegen Ende des 15. Jahrhunderts an die Grafen von Bitsch, einer Neben linie der Grafen von Zweibrücken. kirchlich gehörte Alsweiler während des Mittelalters zur Großpfarrei Tholey im Dekanat Wadrill (Diözese Trier). Die Neuzeit ( 1500 n. Chr. bis Gegenwart )1590 kam das Schaumburger Land an die Grafen von Zweibrücken; und von Diese schwere Zeit sollen zwei heute noch vorhandene Zeugen überdauert haben: die Lindenbäume am sog. "Wennelschder Weg". Der Alsweiler Bürger Kilian Eckert habe sie im Jahre 1632 gepflanzt, heißt es in der mündlichen Überlieferung. Nach anderen Angaben stammen sie aber erst aus dem Jahre 1720. In ihrem Schatten stand einst ein sog. "Helle Heisje" (Heiligenhäuschen). Im Frieden zu Luneville blieb unsere Heimat bei Frankreich, wurde nun aber verwaltungsmäßig zum neugeschaffenen Saardepartement geschlagen. Auch diese Regelung blieb nicht von langer Dauer. Nach den Niederlagen Napoleons in den Befreiungskriegen (1813/15) kamen die linksrheinischen Gebiete wieder in deutsche Hand; Preußen und Bayern teilten sich den Landgewinn. Preußen sollte allerdings auch einige deutsche Fürsten für ihre Dienste in den Befreiungskriegen entschädigen. So erhielt der Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld einen Landbesitz mit 25000 Einwohnern, der aus allen Teilen der Kantone St. Wendel, Baumholder, Kusel, Grumbach, Tholey und Ottweiler gebildet wurde. Am 9. September 1816 wurden die Bewohner dieses Gebietes ihrer Untertanenpflicht gegenüber Preußen entbunden und zwei Tage später dem Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld verpflichtet. Das neu geschaffene Gebiet erhielt am 24.2.1819 durch ein Dekret des Herzogs Ernst die Bezeichnung "Fürstentum Lichtenberg". Es wurde in drei Kantone eingeteilt: Die neue Regierung des St. Wendeler Landes fand kein rechtes Verhältnis zu dem weit entfernt liegenden "Fürstentum" und seinen Bewohnern. Deshalb wurde am 31. Mai 1834 die Abtretung des "Ländchens" an Preußen gegen eine jährliche Rente von 80000 Talern vereinbart. Durch Kabinettsorder vom 25. März 1835 erfolgte die Eingliederung - nunmehr unter der Bezeichnung "Kreis St. Wendel" - in den Regierungsbezirk Trier, wo das St. Wendeler Land bis 1919 verblieb. Der Kreis St. Wendel setzte sich aus 8 Bürgermeistereien zusammen, darunter der Bürgermeisterei Alsweiler, zu der folgende Gemeinden gehörten: Alsweier, Winterbach, Marpingen, Urexweiler, Gronig, Güdesweiler, Oberthal und Bliesen. Im Versailler Vertrag wurde die Errichtung des sog. "Saargebietes" festgelegt und dessen gleichzeitige Abtretung vom übrigen Deutschland verfügt. Zu dem neugeschaffenen Saargebiet gehörte nur der Stammkreis St. Wendel, während der Restkreis St. Wendel-Baumholder bei Deutschland verblieb. Nach der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 erfolgte die "Rückgliederung" des Saargebietes am 1.3.1935. Nach 1945 erfolgte die Übernahme der saarländischen Verwaltung durch die französische Militärregierung. Die Bildung der ersten saarländischen Regierung durch Johannes Hoffmann am 20.12.1947 bedeutete die politische Autonomie des Saarlandes unter gleichzeitiger Loslösung vom Deutschen Reich. Wirtschaftlich bestand eine sehr enge Bindung zu Frankreich. Aufgrund der Volksbefragung im Saarland vom 23.10.55 erfolgte am 1.1.57 die politische Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik, der am 6.7.59 die wirtschaftliche Eingliederung folgte.. Nachdem im Mai 1947 der Verwaltungsbezirk Alsweiler (durch Übernahme in den Verwaltungsbezirk St. Wendel-Land) aufgelöst wurde, verlor auch die Gemeinde Alsweiler im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform am 1. Januar 1974 ihre Selbständigkeit. Das Internetzeitalter ( 2000 n.Chr. ) Seit 1996 besitzt Alsweiler eine der größten Internetpräsentationen eines kleinen Ortes im deutschsprachigen Raum. Die Präsentation Daten der Geschichte der Pfarrei Alsweiler (Photo der Kirche)Raimund Kirz
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