Quelle:
www.rilchingen.de
Salz ist ein lebensnotwendiges Mineral und war von jeher eines der wichtigsten Handelsgüter. Siehe Fernhandelswege aus der Frühgeschichte - "Salzstraßen" - heute noch Karawanenwege durch die Wüste Sahara - Salzregal und Salzmonopol der Landesherren - Namensbestandteil "Salz" in vielen Städtenamen.
Bild Rechts: Gräfin Marianne von der Leyen © www.derbliesgau.de
Die Gräfin Marianne von der Leyen ( Herrschaftssitz im ca. 20 km entfernten Städtchen Blieskastel) wollte getreu der Idee des Merkantilismus und Absolutismus alle Wirtschaftskräfte ihrer Grafschaft ausnutzen - auch zum Wohle ihrer Untertanen. Daher ließ sie 1790 in Rilchingen eine Saline errichten, um Kochsalz zu gewinnen.
Standort der Saline: Etwa heutiges Altenheim St. Vinzenz
In der Saline wurde das Quellwasser mehrmals über ein Gestell aus Zweigen gepumpt (Gradierwerk). Durch Verdunsten von Wasseranteilen erhöhte sich dabei der Salzgehalt von ca. 2 % auf ca. 12 %. Diese "verdickte" Sole wurde dann in großen Pfannen über Feuern eingedampft.
Die Saline war trotz anfänglicher Erfolge zum Scheitern verurteilt - wahrscheinliche Ursachen:
- Relativ geringer Salzgehalt der Rilchinger Sole
- Wirren der Französischen Revolution -1793 floh die Gräfin auf abenteuerliche Weise vor den französischen Revolutionsheeren
- Konkurrenz der französischen Salzproduzenten im nahen Lothringen
- Der neue Landesherr Preußen (nach dem Sturz Napoleons) besaß das Salzmonopol und diktierte einen Verkaufspreis, der für Rilchingen nicht kostendeckend war.
- 1836 wurde die Saline endgültig geschlossen.
Anmerkung:
Letzter Eigentümer der Saline war seit 1820 ein Graf van den Brock (Broeck?). Seine Tochter und Erbin des Besitzes hieß Karoline. Sie heiratete einen erfolgreichen Arzt aus der Nachbarstadt Sarreguemines mit Namen Dr. Kirbs.zurück: Rilchingen-Hanweiler