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Geschichte von Limbach bei Kirkel
Quelle: link www.kirkel.de
erstellt am 8.12.2004

Limbach ist der zweitgrößte Ortsteil mit rd. 3.700 Einwohnern und einer Flächengröße von 753 ha. Zu Limbach gehört auch die Wohnsiedlung Bayrischer Kohlhof, die per Gesetz 1985 von der Kreisstadt Neunkirchen in die Gemeinde eingegliedert wurde.

Sehenswürdig sind auch die evangelische Kirche aus dem 13. Jahrhundert und die Limbacher Mühle.
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Der Ort Limbach (Lientpach, Lindbach, Limpach) wird erstmals 1219 urkundlich erwähnt, doch dürfte er bereits zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert entstanden sein. Offenbar zur Unterscheidung von anderen Ansiedlungen gleichen Namens wird er Anno 1323 lateinisch mit "Limpach in strata publica" und 1387 als "Limpach uf der Straße" bezeichnet.

Gemeint war damit die uralte Straße, die aus Gallien (Frankreich) kommend über Metz, Saarbrücken und Kaiserslautern zum Rhein führte. Eine Urkunde aus dem Jahre 1386 erwähnt noch eine andere Straße, die gleichfalls durch Limbach führt und vom Oberrhein durchs Elsaß und das östliche Lothringen nach Luxemburg ging. Limbach war damit ein wichtiger Kreuzungspunkt, dessen Bedeutung noch dadurch unterstrichen wurde, daß von hier aus die Durchreisenden Geleitschutz erhielten. Nach der Urkunde von 1386 betrug die Geleitschutz gebühr damals z. B. für jedes Pferd 2 und für jede Achse 1 Schilling Straßburger Pfennige.

Pfalzgraf Johann bestellte um das Jahr 1550 einen Schultheiß und Zollbereiter zu Limbach, dem als Wohnung das "Geleithaus" zugewiesen wurde. Dieser hatte die Straßen zu überwachen und die Geleitgebühr einzuziehen. Um das Geleit, insbesondere aber den Straßenzoll, gab es zwischen den benachbarten Herrschaften Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken mehr als ein Jahrhundert lang Streit, der im Jahre 1591 fast zu blutigen Auseinandersetzungen geführt hätte.

Zu erwähnen wäre noch, daß an der Brücke, die bei Limbach über die Blies führt, ein Brückenzoll erhoben wurde. Der jeweilige Landesherr vergab diese Einnahmequelle in der Regel als Lehen. Der Dreißigjährige Krieg brachte auch für das Dorf Limbach das Ende; und es dauerte Jahrzehnte, bis sich in den niedergerissenen Mauern neues Leben regte. Etwa ab Beginn des 18. Jahrhunderts ging es dann wieder kontinuierlich bergauf, wenn auch, bedingt durch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Franzosen, nicht ganz störungsfrei. Als nach dem Frieden von Campo-Formio im Jahre 1797 das linsrheinische Gebiet nach französischem Vorbild gegliedert wurde, erlangte Limbach als Sitz einer Bürgermeisterei wieder größere Bedeutung. Ihr Zuständigkeitsbereich erfaßte die Orte Altstadt, Kleinottweiler und Niederbexbach bis hin zu Oberbexbach. Napoleons Niederlage 1815 bei Waterloo bedeutete auch das Ende der französischen Herrschaft und brachte eine staatliche Neugliederung, bei der Limbach an Bayern fiel. Die Grenzziehung zwischen Bayern und Preußen erfolgte nördlich der Annexe (Bayerischer) Kohlhof.

Noch heute sind die charakteristischen Grenzsteine zum größten Teil erhalten. Limbach liegt am Südufer der Blies und ist als zentraler Ort Sitz der Verwaltung und des gemeindlichen Versorgungsunternehmens. Es hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt etwa 3.500 Einwohner und eine Flächengröße von 753 ha. Zu Limbach gehört auch die Wohnsiedlung Bayerisch Kohlhof, die per Gesetz zum 1.4.1985 nun endgültig von der Kreisstadt Neunkirchen zur Gemeinde Kirkel zurückgekehrt ist. Für diese "Rückgliederung" hatten sich im Juli 1982 in einer nach Wahlrechtsgrundsätzen durchgeführten Bürgerbefragung 93,5 % der "Höfches" ausgesprochen.

Der Bayerisch Kohlhof, früher Gebietsteil von Limbach, wurde im Zuge der Gebietsreform von 1974 der Kreisstadt Neunkirchen angegliedert. Gegen die Abtrennung dieses Gebietsteiles wie auch gegen die Abtrennung des zur Gemeinde Kirkel-Neuhäusel gehörenden Eschweilerhofes hatten die neue Gemeinde Kirkel wie auch die früheren Gemeinden Kirkel-Neuhäusel bzw. Limbach beim Verfassungsgerichtshof des Saarlandes Verfassungsbeschwerde eingelegt. Diese wurde jedoch mit Urteil vom 17.11.1975 zurückgewiesen. Intensive Bestrebungen nach außen mit dem Ziel der Rückgliederung der Gebietsteile an die Gemeinde Kirkel kamen dann wieder im Februar 1980 auf, nachdem aufgrund der Regierungserklärung vom 29.8.1979 eine Überprüfung der Gebietsreform in Aussicht gestellt wurde.

Nachdem die Stadt Neunkirchen keine Bereitschaft zeigte, das Problem auf freiwilliger Basis im Rahmen eines Grenzänderungsvertrages zu lösen, hat die Gemeinde Kirkel mit Unterstützung der inzwischen gebildeten "Bürgerinitiative Bayer. Kohlhof" ihr Begehren auf die Rückgliederung der bewohnten Ortslage vom Bayer. Kohlhof an Parlament und Landesregierung gerichtet. Letztere erließ schließlich am 10.5.1983 eine entsprechende Rechtsverordnung. Diese wurde jedoch von der Stadt Neunkirchen angefochten, woraufhin der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes mit Urteil vom 30.1.1984 die Rechtsverordnung für nichtig erklärte. Somit gehörte das "Höfchen" wieder zum Gebiet der Kreisstadt Neunkirchen.

Am 23.1.1985 schließlich erließ der Landtag des Saarlandes ein formelles Gesetz, das den Bayerischen Kohlhof ab 1.4.1985 wieder der Gemeinde Kirkel angliederte.

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