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Geschichte von Einöd
Quelle:
www.homburg-einoed.deletzte Änderung: 21/12/2004
Die Herkunft des Ortsnamens EinödAllgemeines zu Einöd, Schwarzenacker und IngweilerDrei unterschiedliche Dörfer, drei unterschiedliche Entwicklungen, und dennoch gehören die 3500 Einwohner irgendwie zusammen. Auch wenn alle nach wie vor auf eine gewisse Eigenständigkeit pochen. Einöd wird in einem Vertrag, der am 3. Juni 1290 zwischen dem Grafen Walram aus Zweibrücken und Ludwig von Homburg geschlossen wurde, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ingweiler kann von sich behaupten, älter zu sein, da es bereits 1180 in der Schenkungsurkunde des Klosters "Werschweiler" aufgeführt wurde. Die ältesten geschichtlichen Wurzeln dürfte unstrittig Schwarzenacker haben, wenn auch die Vermutung nahe liegt, dass auch auf den Gebieten des heutigen Einöd und Wörschweiler Spuren der römischen Siedlern zu finden sein dürften. So wie Kultur in Schwarzenacker blühte, so gnadenlos wurde sie im dritten Jahrhundert durch die Germanenstämme vernichtet. Eine Besiedlung erfolgte erst wieder um 1660, als der Audenkellerhof wieder Menschen beherbergte. Erwähnt wird vorher eine Wüstung "Wenigen Werschweiler", die aber bereits 1604 wieder einging. Erst 1702 setzt die Entwicklung Schwarzenackers ein, als Karolina de la Brier auf dem jetzigen Gelände des Edelhauses ein Wohnhaus samt Hof und Wirtschaftsgebäude errichten ließ. Entlang des Verkehrsweges, jetzt die B423, entwickelte es sich nach und nach zur Wohngemeinde und errang durch die Funde der römischen Spuren überregionale Bedeutung. Ingweiler gehörte bis 1603 zur Grafschaft Nassau- Saarbrücken, Einöd zählte zum Territorium Pfalz- Zweibrücken. Durch diese Konstellation entstanden immer wieder Streitigkeiten, die durch die Obrigkeit geschlichtet werden mussten. 1535 machte man das in einem Vertrag wasserfest, 1603 kam Ingweiler durch einen Tauschvertrag in pfälzische Hände. Bei einer Kirchenvisitation zählten die Inspektoren in Ingweiler 13 "Herdstätt", in Einöd 40. Vermutet wird, dass sich auf dem Ingweiler Friedhof Spuren der Römer finden lassen, auf deren Ruinen wurde später eine Kapelle errichtet. Deren Grundmauern verschwanden erst Anfang des 19. Jahrhunderts. 1760 wurde Einöd eine eigene Schultheißerei, welche die Orte Einöd, Bierbach, Ingweiler, die Höfe Nieder- und Obereschweiler, Audenkellerhof, Gutenbrunnen und Schwarzenacker umfasste. 1849 erhielt Einöd-Ingweiler und Schwarzenacker eine eigene Verwaltung, erster Bürgermeister wurde Joseph Schwarz aus Einöd. Alle drei Orte entwickelten sich von der bäuerlichen Gemeinde hin zu Wohnorten mit noch dörflichem Charakter. 1974 erfolgte die Gemeindegebiets- und Verwaltungsreform und schloss Schwarzenacker, Einöd und Ingweiler samt Wörschweiler an die Stadt Homburg an. Die Bezeichnungen Einöds im Laufe der Zeit
Die Schreibung "Eynheide" aus dem Jahr 1353 stellt den Versuch einer Umdeutung dar, indem in den zweiten Wortteil "Heide" hineingehört wird. Die DeutungAhd. Einôti, mhd. Einoede bezeichnet außer "Einsamkeit" auch einen "einzeln liegenden Hof", und "Einöd" wird in solcher Bedeutung in Bayern noch heute verwendet. Aus einem für sich alleine liegenden Anwesen entwickelte sich unser Dorf und behielt die ursprünglich appellativische Bezeichnung als Eigennamen bei. Die Legende"Der Ort Einöd verdankt seinen Namen vermutlich irgendeiner alten Klause. Über die Entstehung des Namens Einöd erzählt man sich folgende Geschichte: Auf einem noch sichtbaren, na etwas erhöhten Platze im Wiesentale am Erbach, der Großwiese, habe ein Einsiedler gelebt. Durch dessen Betrieb sei eine Kapelle am Berghang, wo jetzt die Kirche steht, und wohin von der Einsiedelei ein spät noch sichtbarer gepflasterter Weg führte, erbaut worden, und so sei eine Ansiedlung entstanden, welche von der Beschaffenheit der Gegend den Namen Einöd erhalten habe. Doch darüber ist nichts Schriftliches bekannt." (aus: Westpfälzische Geschichtsblätter, X. Jahrgang, Nr.2, S.7: Pfarrbeschreibung Einöd, verfasst von Vikar Lugenbiehl 1911) Die SteinzeitDie Geschichte lebt in Schwarzenacker besonders intensiv. Nicht nur, dass wir dort ein römisches Museum haben, nein. Die Steinzeit trat vor kurzem zu Tage! Bei Sondierungsgrabungen in Schwarzenacker stießen Grabungsleiter Michael Emser von der Stadtdenkmalpflege Homburg und sein Team auf Keramikreste. Nicht irgendwelche Keramikreste oder die übliche römische Alltagskeramik. Sondern etwas Älteres. Etwas viel Älteres. Ersten Schätzungen nach fanden sie Keramiken, die auf etwa 5000 Jahre vor Christus datiert werden müssen. Eingeordnet werden sie in die Jungsteinzeit, noch genauer in die Hinkelstein- Rössen- Zeit, die nach den ersten Fundorten so benannt wurde. Geschliffene Steinwerkzeuge, Keramik, Bogen, größere dörfliche Siedlungsgemeinschaften mit mehrjährig bewohnten Häusern kennzeichnen diese Epoche. Gleichzeitig begann der Mensch mit dem Anbau von Kulturpflanzen und der Haltung von Haustieren. Für lokale Kulturen war besonders die Keramik typisch, wie sie nun auch in Schwarzenacker gefunden wurde. Halb im Scherz und ahnungsvoll hatte Emser bei Beginn der Sondierung vor drei Wochen gesagt: "Vielleicht entdecken wir Dinge, die älter als die römischen Fundstücke sind." Jetzt haben sich seine Worte bewahrheitet. Sein Kollege Walter Reinhard vom Staatlichen Konservatoramt Saarbrücken sprach von einem "überregional bedeutsamen Fund". Gemeinsam gehen sie derzeit an die Bergung und Sicherung der Überreste. "Diese Kulturstufe war bislang im Saarland nicht vertreten", sagte Reinhard. "Bislang hat man in der näheren Umgebung nur eine Stelle im Moseltal entdeckt." Und wo Keramiken sind, da ist mit einer Siedlung zu rechnen. "Wir haben wahrscheinlich eine Abfallgrube gefunden, in der die Scherben lagerten", erklärte Reinhard. "Die Siedlungsvoraussetzungen waren hier sehr gut. Die Römer kamen nicht ohne Grund hierher." Er geht davon aus, dass ein Fachwerk-Lehmhaus auf dem heutigen Acker gestanden haben muss, entsprechende Lehmspuren habe man bereits entdeckt. Der komplette Nachweis sei aber durch den Materialzerfall nicht leicht zu erbringen. Schwierig werde es auch, einen Hüttengrundriss auszumachen. Erosion, die Nutzung des Geländes als Acker und Pflug könnten Hinweise verteilt oder vernichtet haben. "Wir machen derzeit keine großflächige Grabung. Wir haben ein breiteres Areal freigelegt, um mehr Scherben und damit eine exaktere Datierung vornehmen zu können", erläuterte Emser. "Allerdings haben wir noch keine römischen Funde entdeckt." Derzeit wird der Boden an dieser einen Stelle Schicht für Schicht abgetragen und auf Bruchstücke untersucht. "Danach zeichnen wir die Fundstelle und nehmen eine dreidimensionale Vermessung vor, um die Stelle jederzeit rekonstruieren zu können." Die gefundenen Keramiken werden nach Saarbrücken ins Konservatoramt gebracht, gesäubert und gehärtet, damit die 7000 Jahre alten Zeugnisse menschlicher Siedlungskultur nicht zerfallen. Einige davon werden als Ausstellungsstück den Weg zurück nach Homburg finden. Hintergrund der Sondierungsgrabung, die im Saarland Einmaliges zu Tage förderte: Im Abschnitt "W513" soll ein Neubaugebiet entstehen, die notwendige Probegrabung traf ins Schwarze. Bevor das 21. Jahrhundert seine Spuren in Schwarzenacker hinterlässt, muss das sechste Jahrtausend vor Christus erst gesichert werden. "Bis Ende der Woche wird die Sondierungsgrabung auf dem Feld abgeschlossen sein, Mitte Dezember sind die Gräben wieder verfüllt", sagte Emser. Im Jahr 2003 sind die Gärten der Anwohner mit Sondierungsgrabungen an der Reihe. Allerdings, wer einen immensen materiellen Wert der Keramiken erwartet hat, der wird enttäuscht. "Die Fundstücke sind nur von wissenschaftlicher Bedeutung. Geld ist mit den Keramikscherben nicht zu machen", meinte Reinhard. Grabungsleiter Emser ist zufrieden. "Finden kann man bei Grabungen immer etwas. Aber so ein Glanzlicht dabei zu entdecken, das ist was Schönes." Der November mausert sich zumindest in Homburg immer mehr zum "Fundmonat". Letztes Jahr um die gleiche Zeit präsentierte man mehrere massive Bronzeringe, zwei Gewandnadeln, zwei eiserne Trachtgegenstände und ein Tongefäß sowie eine 2,40 Meter große Stele. Sie stammten aus dem keltischen Hügelgrab in der Nähe des Rabenhorstes. Die Jungsteinzeit in Schwarzenacker übertrifft die Kelten allerdings. |
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| 550 v. Chr. | Ansiedlung der Kelten in Schwarzenacker |
| 58 v. Chr. | Die Römer besiegen die Kelten: Schwarzenacker wird eine römische Siedlung. |
| 275 | Die römische Siedlung in Schwarzenacker wird von den Germanen zerströt. |
| 496 | Franken gründen neue Dörfer im Bliesgau |
| 950 | Wasserburg "in den Kälberwiesen" |
| 1130 | Kloster Werschweiler wird gegründet |
| 1180 | 1. Nennung von Ingweiler: "Ominiswilare" |
| 1290 | 1. Nennung von Einöd: "Eynode" |
| 1410 | Einög kommt zum Herzogtum Zweibrücken |
| 1449 | Ingweiler kommt zu Nassau-Saarbrücken |
| 1603 | Ingweiler kommt durch Tausch zum Herzogtum Zweibrücken |
| 1609 | Erste "Volkszälung": 40 Herdstätten in Einöd und 13 in Ingweiler |
| 1618 - 1648 | Dreißigjähriger Krieg: Der Westrich wird Hauptkriegsschauplatz; Seuchen und Hungernöte brechen aus. |
| 1660 - 1650 | Bau des Audenkellerhofes |
| 1663 | Einöd hat von allen zweibrücker Landgemeinden die höchste Einwohnerzahl: 12 Familien mit 73 Personen; Ingweiler eine Familie mit 2 Personen |
| 1676 | Franzosen rücken über Einöd gegen Zweibrücken vor |
| 1697 | In Einöd wird erstmals eine Schule erwähnt |
| 1702 | Der "Schwarzenacker Hof" wird gebaut |
| 1720 | Der Edelhof wird auf dem Gelände des "Schwarzenacker Hofes" erreichtet |
| 1753 | Kirche in Einöd wird eingeweiht |
| 1760 | Einöd wir eigene Schuldheißerei |
| 1793 | Die französiche Revolutionsarmee fällt in das Herzogtum Zweibrücken ein; die Franzosen nehmen eine neue Gebietseinteilung vor - Einöd wird mit Ingweiler "Mairie" und gehört zum Kanton Zweibrücken |
| 1816 | Die Pfalz wird mit Bayern vereint |
| 1842 | Neues Schulhaus an der Hauptstraße |
| 1849 | Eigene Bürgermeisterei für Einöd; am 6. September wird Joseph Schwarz Bürgermeister |
| 1857 | Bahnlinie Homburg - Zweibrücken wird in Betrieb genommen |
| 1869 | Kirche wird erweitert; ein neuer Kirchturm wird gebaut |
| 1890 | 1. Einöder Poststelle |
| 1903 | Zentrale Wasserversorgung in Einöd |
| 1907 | Einöd wird Vikariatsort |
| 1914 | Elektrischer Strom für Einöd |
| 1918 | Französische Kolonialtruppen besetzen am 1. Dezember Einöd |
| 1919 | Französischer Schlagbaum in Einöd (15. November) am Anwesen Albrecht |
| 1922 | Einöd wird Pfarrort |
| 1923 | Annexe Wörschweiler (Nei - Einöd), auf Einöder Gemarkung gelegen, wird nach Wörschweiler eingemeindet |
| 1925 | Neuer Zollbahnhof wird in Betrieb genommen |
| 1931 | Im "Einöder Tal" wird das neue Schulhaus eingeweiht |
| 1935 | Saarabstimmung am 13. Januar: 95,6 Prozent für Rückgliederung an Nazi Deutschland Rückgliederung am 1. März |
| 1938 | Westwall- Bau |
| 1939 | Kriegsausbruch: Einöd wird evakuiert |
| 1940 | Heimkehr aus der Evakuierung |
| 1944 | Luftangriff auf Schwarzenacker |
| 1945 | Einmarsch der Amerikaner, 20. März |
| 1946 | Erneut französische Zollschranken |
| 1954 | Flurbereinigung |
| 1955 | Abstimmung über das Saar- Statut am 23. Oktober: 88,3 Prozent für Anschluß an die Bundesrepublik |
| 1957 | Am 1. Januar politische Rückgliederung |
| 1959 | Die Zollschranken fallen |
| ab 1960 | Neubaugebiete |
| 1961/62 | Neuer Sportplatz und Reitanlage |
| 1965 - 1968 | Autobahn (A8) wird gebaut |
| 1966 | Neues Gemeindezentrum mit Kindergarten |
| 1966 - 1970 | Ansiedlung zweier Einkaufszentren |
| 1970 - 1972 | Bau des Feuerwehrgebäudes |
| 1974 | Saarländische Gemeinde- und Gebietsreform: Einöd-Ingweiler und Schwarzenacker werden Stadtteile von Homburg |
| 1990 | 700 Jahrfeier in Einöd |
Einöd – saarlandbilder – Karte