Friedrichsthal Geschichte Bildstock Maybach Glashütten Grube Friedrichsthal Schacht Erkershöhe
Geschichte von Friedrichsthal
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Aus der Geschichte

Die Anfänge 1723 - 1816

Die Stadt Friedrichsthal mit ihren Stadtteilen Friedrichsthal, Bildstock und Maybach gehört zu den jüngsten Städten und Gemeinden des Saarlandes und verdankt ihren raschen Aufschwung der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Während der Stadtteil Bildstock auf ein um das Jahr 1700 angelegtes Hofgut der Grafen von Ottweiler zurückgeht, liegt der Ursprung Friedrichsthals in der Errichtung einer Glashütte im Jahre 1723. Beide Gründungen fallen in die Regierungszeit des Grafen Friedrich Ludwig, der im Jahre 1680 die Nachfolge seines Vaters, des Grafen Johann Ludwig, in der Herrschaft Ottweiler antrat, die damals bis zur Bannbrück zwischen Friedrichsthal und Altenwald reichte.

Im Jahre 1721 übernahm Friedrich Ludwig durch Erbfall die Herrschaft Idstein bei Wiesbaden und im Jahre 1723, noch vor der Gründung Friedrichsthals, auch die Grafschaft Saarbrücken, da mit dem Tode des Grafen Karl Ludwig die Nassau-Saarbrückische Linie endete. Als Friedrich Ludwig im Jahre 1728 starb, hatte er seinerseits wiederum keinen Nachfolger, so daß seine Besitzungen an die Linie Nassau-Usingen fielen. Da die dortigen Erben noch minderjährig waren, führte ihre Mutter, die Fürstin Charlotte Amalie, die Regierungsgeschäfte bis zu ihrem Tode im Jahre 1738. Die Söhne Wilhelm Heinrich und Karl teilten sich die Herrschaft, wobei ersterer, nachdem er für mündig erklärt wurde, im Jahre 1741 die Herrschaft unter anderem auch in Saarbrücken und Ottweiler übernahm. Sein Sohn Ludwig, der von 1768-1793 unser Land regierte, erregte viel Aufsehen durch seine Heirat mit dem Fechinger Mädchen Katharina Kest, der bekannten Gänsegretel. Um sie hoffähig zu machen, übertrug Ludwig ihr die Herrschaft Ottweiler und damit auch Friedrichsthal und Bildstock, in der sie jedoch in Wirklichkeit niemals regierte.

Als französische Revolutionstruppen im Saarland einrückten, ergriff Fürst Ludwig die Flucht. Ein Jahr später starb er in Aschaffenburg. Sein Sohn, der letzte seines Stammes, war nominell regierender Fürst bis 1797.


Alte Glashütte am Stockbach
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Napoleon war hier

Friedrichsthal- Bildstock lag zur fürstlich-nassauischen Zeit ganz auf Ottweiler Territorium. Historische Grenzen zwischen den Stadtteilen gibt es demnach nicht. Das beweisen auch die alten Einwohnerverzeichnisse, die stets Friedrichsthal und Bildstock den ottweilerischen Meiereien zurechneten. Als junge Siedlungen hatten Friedrichsthal und Bildstock auch keinerlei Gemeindebanne, innerhalb derer etwa altes Ortsrecht und Herkommen gelten konnte. Lediglich Grundstücks- und Hofgrenzen waren in dieser Zeit festgelegt und markiert.

Mit dem Friedensschluß von Campo Formio 1797 trat der deutsche Kaiser mit den linksrheinischen Landen auch unser Gebiet an Frankreich ab. Im Auftrage Frankreichs führte der Elsässer Rudler eine neue Verwaltungseinteilung durch. Das dabei gebildete Saardepartement mit der Hauptstadt Trier zerfiel in die Arrondissements Saarbrücken, Trier, Birkenfeld und Prüm. Saarbrücken wiederum war in die Kantone Saarbrücken, St.Arnual, Lebach, Ottweiler, Merzig, St. Wendel, Blieskastel und Waldmohr eingeteilt. Erst bei dieser mehr oder weniger willkürlichen Grenzziehung wurde Friedrichsthal dem Kanton Saarbrücken, ein Teil Bildstocks dagegen dem Kanton Ottweiler zugeschlagen.

Zwei Dörfer im Wald


Das Blatt Friedrichsthal aus dem Beaumier & Calmelet - Atlas mit Bergbau-Konzessionen.
Deutlich ist die Saarbrücker Straße zwischen Bildstock und Friedrichsthal zu erkennen.
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Im Jahre 1801 machte der Friede von Luneville den Rhein zur offiziellen Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, so daß die vier besetzten Departements auch staatsrechtlich mit Frankreich vereinigt wurden. Während dieser französischen Zeit gehörte Friedrichsthal zur Mairie (Bürgermeisterei) Dudweiler und der bewohnte Teil Bildstocks zur Mairie Neunkirchen. Erstmals entstanden in dieser Zeit genaue Karten, welchen das metrische System zugrunde lag und die genordet waren. Der Atlas von Beaumier und Calmelet ist von so großer Genauigkeit, daß sich die alten Karteneintragungen präzise mit den heutigen in der Deutschen Grundkarte 1:5000 decken.

Diese Karte (hier ein Ausschnitt aus dem Blatt Friedrichsthal) gehört zur Aufnahme der Rheinlande durch die preußischen Offiziere Tranchot und von Müffling.

Als Blücher im ]ahre 1814 mit seinen Truppen bei uns einrückte, hatte die französische Herrschaft über unser Land zunächst ein Ende. Der erste Pariser Friede vom 30. 5. 1814 führte jedoch dazu, daß Friedrichsthal mit dem Kanton Saarbrücken bei Frankreich blieb, während Bildstock, da im Kanton Ottweiler gelegen, zu Deutschland kam und der "Kaiserlich-KöniglichÖsterreichischen und KöniglichBayerischen gemeinschaftlichen Landes-Administrationskommission" unterstellt wurde, die ihrenSitz in Bad-Kreuznach hatte. Rund anderthalb Jahre waren Friedrichsthal und Bildstock demnach durch eine Staatsgrenze voneinander getrennt. Bildstock lag in Deutschland und Friedrichsthal in Frankreich. Erst der zweite Pariser Friede vom 20. 11. 1815 führte dazu, daß auch das Saarbrücker Land mit Friedrichsthal wieder zu Deutschland kam, und zwar zu Preußen. Preußen ordnete seine im Wiener Kongreß erworbenen Besitztümer neu. Friedrichsthal und Bildstock kamen im Jahre 1816 zur Bürgermeisterei Dudweiler im neugeschaffenen Landkreis Saarbrükken. Zu diesem Zeitpunkt hatte Friedrichsthal 360 und Bildstock 61 Einwohner.

Nach langen Kriegs- und Krisenzeiten waren in unserer Heimat zunächst wieder Ruhe und Ordnung geschaffen und die Weichen für den Aufschwung gestellt. Die rasche Aufwärtsentwicklung unserer Stadt wird in den folgenden Beiträgen über die Glashütten und den Bergbau noch eingehend beschrieben.

Der Weg zur Stadt

Im 19. Jahrhundert wurden alle Grundlagen und Voraussetzungen geschaffen, um Friedrichsthal und Bildstock zu einer Stadt des blühenden Handwerks und Geschäftslebens zu machen, das heute weit über die Ortsgrenzen ausstrahlt.

Das Jahr 1866 brachte für unsere Stadt eine entscheidende Wende. Die Bürgermeisterei Dudweiler, zu der wir ja zusammen mit Sulzbach seit 1816 gehörten, war nicht mehr in der Lage, den mittlerweile 14.000 Einwohner zählenden Sezirk (auf Friedrichsthal-Bildstock entfielen davon ca. 4.000) ordnungsgemäß zu verwalten. Neben dem Bürgermeister Franz Nikolaus Ganns gab es nur einen einzigen Bediensteten in diesem großen Kommunalverband. Mit einem Erlaß des preuBischen Innenministers vom 21. November 1865 wurde die Dreiteilung der Bürgermeisterei Dudweiler in die neuen Gebietseinheiten Dudweiler mit Fischbach, Sulzbach mit Altenwald und Neuweiler sowie Friedrichsthal mit Bildstock verfügt. Am 1. Januar 1866 war Friedrichsthal eine selbständige Gemeinde.

Es fehlten jedoch sowohl in Sulzbach als auch in Friedrichsthal an einem Rathaus und an qualifiziertem Fachpersonal, um die neuen Gemeinden zu verwalten. Im Sulzbacher Hause Friedrich Zeitz errichtete man ein Amtslokal und Franz Nikolaus Ganns wurde Bürgermeister der beiden neuen Gemeinden Sulzbach und Friedrichsthal in Personalunion.

Den Friedrichsthalern war es natürlich nicht recht, daß sie jetzt als selbständige Gemeinde immer noch keine eigene Verwaltung hatten. Sie konnten zunächst jedoch nicht mehr erreichen, als daß seit etwa Juli 1870 die Führung der Personenstandsbücher nach hier verlegt wurde. Als Amtslokal dieser ersten Frie'drichsthaler Behörde, des Standesamtes, diente ein Schulsaal, in dem sich Bürgermeister Ganns oder sein Bürogehilfe und Schwiegersohn Philipp Forster an einigen Tagen in der Woche zur Verfügung hielten.

Der Friedrichsthaler Gemeinderat gab sich damit nicht zufrieden, immer wieder versuchte er vom Landrat zu erreichen, daß die Personalunion aufgehoben werae und die Gemeinde einen eigenen Bürgermeister erhalte. Jedoch sooft solche Anträge gestellt wurden, lehnte sie der Landrat auch ab. Erst der Tod von Bürgermeister Ganns im Jahre 1879 schuf den Friedrichsthaler Bemühungen günstigere Voraussetzungen. Nach weiterem Hin und Her zwischen Friedrichsthaler Gemeinderat, dem Saarbrücker Landrat und der Bezirksregierung in Trier wurde von letzterer am 27.März 1880 verfügt, daß der mittlerweile zum 3. Beigeordneten avancierte Philipp Forster als kommissarischer Bürgermeister der Gemeinde Friedrichsthal einzusetzen sei. Am 2. April 1880 führte Landrat von Geldern den neuen Bürgermeister in sein Amt ein. Die Einwohnerzahl der Gemeinde lag zu diesem Zeitpunkt gerade etwas über 5.000.

Die Gründerjahre

Die nun folgende Epoche, allgemein auch Gründerjahre genannt, prägte das Gesicht der Gemeinde. Wir erhielten schon früh den Eisenbahnanschluß und nachdem im Jahre 1873 im Trenkelbachtal eine neue Grube abgeteuft wurde, entstand ein neuer Ortsteil: Maybach. Der gesamte Ort erlebte eine BIüttezeit. Im Jahre 1871 erhielt Friedrichsthal ein Postamt, 1896 wurde in Bildstock eine Postagentur eröffnet. Die Freiwillige Feuewehr wurde 1881 gegründet. Zwischen 1880 und 1910 erbaute die Gemeinde sieben Schulhäuser mit insgesamt 31 Klassen. Im heutigen Rathaus befand sich die kommunale Realschule. 1901 wurde die Straßenbahnlinie Saarbrücken-Friedrichsthal eröffnet. Mit dem Bau eines Wassewerkes in Spieser Mühle im Jahre 1899 sicherte sich Friedrichsthal langfristig die Wasserversorgung. 1905 kam hierzu die Versorgung mit elektrischem Strom, 1926 auch die öffentliche Gasversorgung.

Der Einwohnerzustrom hielt an, so daß man im Jahre 1910 schon 13.117 Einwohner zählen konnte. Schon bald nach Beginn des Ersten Weltkrieges litt die Bevölkerung große Not. Die Haupttätigkeit des damaligen Bürgermeisters Ernst Ballke (Amtszeit 1915 bis 1920) bestand notgedrungen in der Versorgung der Bevölkerung mit dem Lebensnotwendigen. So zum Beispiel richtete die Gemeinde einen Kuhstall mit 18 Milchkühen ein, um Säuglinge, Kranke und Alte zu versorgen.Jeder Anspruchsberechtigte erhielt täglich 3/4 Liter Milch. Außerdem wurde ein Lager mit Grundnahrungsmitteln, hauptsächlich Kartoffeln, unterhalten. Eine kommunale Suppenküche versorgte die Ärmsten der Armen täglich mit einer warmen Mahlzeit. Nach Ende des Weltkrieges wurde auch Friedrichsthal von dem sogenannten Spartakusaufstand betroffen. Die Mengen rotteten sich zusammen und plünderten die Geschäfte. Die Gemeinde mußte schIießlich den entstandenen Schaden ersetzen, soweit man von den PIünderern nicht die Beuteware zurückerhalten konnte.

Durch den Versailler Vertrag wurde das dort mit Saarbeckengebiet bezeichnete Land der direkten Herrschaft des Völkerbundes unterstellt, wobei der französische Staat das Eigentum der saarländischen Gruben als Ersatz und Wiedergutmachung für die im 1.Weltkrieg an den französischen Gruben verursachten Schäden erhielt. Das Sonderstatut des Völkerbundes für das Saarland hatte von vornherein eine befristete Geltungsdauer von 15 Jahren. Zunächst erholte sich Friedrichsthal nur langsam von den Auswirkungen des Krieges. Jedoch konnte im Jahre 1924 die kommunale Lebensmittelausgabe eingestellt werden. Auch entstand in dieser Zeit erstmals ein von Privatleuten geschaffenes Siedlungsgebiet, das ,,Eigenheim" an der Grühling- und Trenkelbachstraße in Bildstock. Bürgermeister war in den Jahren 1921 1933 Paul Kondruhn; ihm folgte für die Zeit von 1934 - 1945 Wilhelm Braun. Am 12. Januar 1935 hatte die saarIändische Bevölkerung Gelegenheit, sich über ihre endgültige staatsrechtliche Zugehörigkeit zu entscheiden. Drei Alternativen standen zur Wahl: 1.Aufrechterhaltung des Status quo 2. Anschluß an Deutschland 3. Anschluß an Frankreich 90 Prozent der Bevölkerung sprachen sich für die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich aus, 8,8 Prozent wollten unter dem Völkerbundsmandat weiterleben, während nur 0,4 Prozent für einen Anschluß an Frankreich votierten. Als sich die Saarbevölkerung wiederum für Deutschland entschied, hatte mittlerweile Hitler seit 1933 im Deutschen Reich die Macht inne. Die politischen Parteien waren mit Ausnahme der NSDAP verboten und die Länder waren ,gleichgeschaltet'. So kam es, daß die Vertreter des Völkerbundes die Ubergabe der Regierungsgeschäfte am 1.März 1935 im Saarbrücker Rathaus nicht an die ehemaligen Staaten Preußen und Bayern vornahmen, zu denen das Saarland hauptsächlich gehörte, sondern unmittelbar an den Reichsinnenminister. Die ,Heimkehr ins Reich' hatte zunächst positive Folgen für das wirtschaftliche und kulturelle Leben in Friedrichsthal. Die freundschaftlichen Beziehungen mit der Stadt Villingen im Schwarzwald führten 1937 zu einer Städtepartnerschaft, die heute noch mit Leben erfüllt ist. Mit Urkunde vom 23. Juni 1936 erhielt die Gemeinde das Recht, ihr eigenes Wappen zu führen. Der 25. Juli 1937 war ein großer Tag für die Gemeinde. Die Saarabstimmungsgedenkstätte auf dem Marktplatz wurde eingeweiht, der Villinger Brunnen wurde der Bevölkerung übergeben und schließlich wurde auch das Friedrichsthaler Freibad eröffnet, zur damaligen Zeit eines der modernsten Bäder Deutschlands. Ein Jahr später, am 29. Mai 1938, war die Bismarckschule grundlegend renoviert, um 10 Klassen erweitert und eine Turnhalle daran angegliedert.

Kriegs- und Nachkriegsjahre

Die Blütezeit dauerte jedoch nicht lange, bald brach der Zweite Weltkrieg herein. Im Jahre 1944 erlebte auch Friedrichsthal mehrere Bombenangriffe, wodurch auch mehrere Einwohner ihr Leben verloren. Zeitweilig hatte Friedrichsthal bis zu 3000 Einquartierungen. Während der Evakuierung von Saarbrücken war Friedrichsthal Sitz der Kreisverwaltung. Der Einmarsch der amerikanischen Truppen am 19. März 1945 machte auch für die Gemeinde Friedrichsthal dieser Epoche ein Ende. Die Nachkriegszeit brachte unserer Stadt wiederum große Sorgen. Hunger und Wohnungsnot beherrschten den Alltag. Männer und Söhne vieler Familien waren im Krieg gefallen oder befanden sich in Gefangenschaft. Viele standen vor dem Nichts. Die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Richard Rauch war durch die schlechten Verhältnisse dazu verurteilt, Nachlaßverwalter der vergangenen Zeit zu sein. Inzwischen waren unsere Stadt und unser Land bereits zum dritten Mal wirtschaftlich und politisch von Frankreich abhängig. Da es den Franzosen primär um die Gewinnung der Kohle ging, weniger jedoch um die Demontage der vom Krieg verschont gebliebenen Fabriken, lebten wir in der ersten Zeit nach dem Krieg wirtschaftlich besser, als die Bewohner der übrigen Besatzungszonen. Insbesondere der Bergarbeiterstand war gut gestellt. Um die herrschende Wohnungsnot zu beheben, hat man bald mit dem Bau von Eigenheimen begonnen. Es entstand die Kettelersiedlung in mehreren Stufen und der erste Bauabschnitt der neuen Ostschachtsiediung. Bürgermeister in dieser Zeit war von 1946 - 1955 Ludwig Schnur, der spätere Landtagspräsident. Im Amt folgten ihm Fritz Edelmann von 1956 bis 1962, Wolfgang Grausam von 1962 bis 1991 und Werner Cornelius seit 1991.

In der Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955 hat sich die saarländische Bevölkerung gegen das Saarstatut ausgesprochen, das eine Europäisierung der Saar unter französischem Einfluß vorsah. In dieser Ablehnung war der Wunsch der SaarIänder zur Wiedervereinigung mit Deutschland zu sehen, dem Frankreich dann auch Rechnung trug. Seit dem 1. Januar 1957 ist das Saarland Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Erst im Juli 1959 erfolgte die wirtschaftliche RückgIiederung mit der Währungsumstellung.Wie gesagt ist unsere Stadt in kaum 250 Jahren von etwa 15 auf mehr als 15.000 Einwohner angewachsen. Es leuchtet ein, daß sich eine solche rapide Aufwärtsentwicklung nicht auf Dauer fortsetzen Iäßt. Eine Stagnation trat ein. Der Wohltäter unseres Ortes, der Steinkohlebergbau, zeigte seine negativen Folgen. Die Bergschäden nahmen einen unerträglichen Umfang an. Viele Familien, die bauen wollten und des Abbaues wegen kein Baugelände bekommen konnten, sind abgewandert. Namhafte Industrieunternehmen verließen wegen der Bergschäden unsere Gemeinde und siedelten sich außerhalb des Bergsenkungsgebietes an. Zahlreiche Familienväter sind dem Betrieb, in dem sie arbeiteten, nachgewandert, wodurch ein weiterer Aderlaß entstand.

Optimistisch in die Zukunft

In den 1970er Jahren ist der Bergbau unter der bebauten Ortslage zurückgegangen. Die Saarbergwerke zeigten sich mehr und mehr bereit, ihren enormen Grundbesitz zu veräußern. Für einige Millionen DM hat die Stadt in diesen Jahren Grunderwerb durchgeführt. Die Saarbergwerke haben mehrere 100 Häuser in Bildstock an Friedrichsthal an Privatleute verkauft. Nach Jahrzehnten größter Schwierigkeiten können wir neue Bau- und Industriegelände erschließen. Auf den neu erworbenen FIächen entstehen Grünanlagen, Wohngebiete oder neue Gewerbeflächen.

Durch die Verleihung der Stadtrechte an die Gemeinde Friedrichsthal am 19.September 1969 erhielten die Bemühungen des Rates und der Verwaltung, den Ort in allen Bereichen attraktiver zu machen, eine wertvolle ideelle Unterstützung. Eine Welle kommunaler Investitionen hat beaonnen. Die Hauptstraßen wurden ausgebaut, Bürgersteige erneuert und mit Millionenaufwand wurde das Kanalnalnetz in Ordnung gebracht und eine neue Verbindungsstraße zwischen Bildstock und Friedrichsthal angelegt.

Überall im Stadtbereich findet man Grünflächen. In der Stockbrunnerwies wurde im Jahre 1973 das Hallenbad in Betrieb genommen. Das Freibad ist inzwischen ebenfalls grundlegend erneuert.

Bei der Stadterhebung erhielt Friedrichsthal vom Herrn Minister des Innern eine besondere Zuweisung in Höhe von 100.000,- DM. Mit diesem Betrag und einem Aufwand von weiteren 350.000,- DM entstand am Fuße des Hoferkopfes nach PIänen der Gartenarchitektin Uta Baumann ein Freizeitpark, der nun den Namen der Stadt trägt, mit der wir seit rund über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind: Villingen im Schwarzwald. Auch der ehemalige alte Friedhof in Bildstock hat sein Gesicht gewandelt. Hier entstand ein Park mit dem Stadtbrunnen, ein Geschenk des damaligen Landkreises Saarbrücken zur Stadtwerdung.

So erscheint unsere kleine Stadt nach und nach in freundlicherem Gewande, und aus einer typischen Industriegemeinde entsteht allmählich ein neues Gemeinwesen, in dem es sich lohnt zu leben und wo frohe und zufriedene Bürger wohnen.

Friedrichsthal | www.saarlandbilder.net