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Geschichte von Dillingen
66763 Kreis Saarlouis | link www.dillingen-saar.de

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Geschichte der Stadt Dillingen bis 1945
Quelle: link www.dillingen-saar.de

Dillingen/Saar kann auf eine über 2000-jährige Geschichte zurückblicken. Spuren der Vergangenheit tauchen immer wieder einmal im Stadtbild auf.

Von den Anfängen bis ins Mittelalter

In den Jahren 58- 51 vor Christus eroberte Gaius Julius Cäsar Gallien, zu dessen Provinz Belgica auch das heutige Saarland gehörte. Die Kreuzung der Fernstraßen Metz-Mainz und Trier-Straßburg, der Zugang zu den Tälern von Prims und Nied und die Saarfurt bedingten den Aufstieg der gallorömischen Siedlung CONTIOMAGUS, deren Relikte im Boden des heutigen Stadtteils Pachten lagen und liegen.

Münzfunde legen nahe, daß die Siedlung bereits im ersten vorchristlichen Jahrzehnt existierte. Über 200 Jahre lang lebten die Gallorömer hier in dem Vicus mit seinen Werkstätten, Kultanlagen samt Kulttheater, Gräberfeldern usw. ohne größere Anfeindungen von außen. Im 3. Jahrhundert wird der Friede von eindringenden Germanenstämmen und schwachen Kaisern bedroht.

275/276 fällt CONTIOMAGUS während der fränkischen Invasion in Schutt und Asche. Teile der Siedlung wurden wieder aufgebaut, die Steine der Kultanlagen wurden für den Bau eines Kastells benutzt. Im 4./5. Jahrhundert ging die Herrschaft der Römer endgültig zu Ende, neue Herren sind nun die fränkischen Merowinger.

Es folgen die Jahrhunderte der Dunkelheit der Geschichtsschreibung. Weder schriftliche noch archäologische Quellen verraten etwas über Menschen und Geschehen.

Erste schriftliche Quelle belegen, daß in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts Dillingen und Pachten zu den Pfarreien gehörten, die nach Mettlach pilgern mußten.

Für Diefflen ist eine Erwähnung 1324 bekannt als eines der Dörfer im Nalbacher Tal.

Das Mittelalter und die Feudalzeit bis zur französischen Revolution kennt für die drei Dörfer unterschiedliche und wechselnde Zugehörigkeiten zu Herrschaften, zu Hochgerichten, zu Territorien. Die drei Dörfer waren im Mittelalter hauptsächlich Bauerndörfer, deren Geschichte keine Spuren hinterließ. Lediglich für Dillingen läßt sich ein Datum feststellen, das von Bedeutung für Dillingen ist. 1357 wird erstmals das Alte Schloß erwähnt, das heute ein kulturelles Zentrum ist. Wieder vergehen Jahrhunderte, die der Nachwelt keine Zeugnisse über historische Ereignisse in Dillingen hinterlassen.

Feudalzeit

Dies ändert sich im 17. Jahrhundert , das der gesamten Region Krieg, Zerstörung und Neuanfang bringt. Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 und die Erbfolgekriege Ludwigs XIV lassen eine verwüstete Region zurück. Durchziehende und Verwüstung hinterlassende Soldaten, Hexenprozesse, Hungersnöte und Seuchen bürden den Menschen Leid auf. Erst 1697 kehrt wieder Frieden ein.

1685 tritt ein Ereignis ein, daß das Schicksal Dillingens maßgeblich beeinflußt. Ludwig XIV erteilt dem Besitzer von Schloß und Herrschaft Dillingen, Marquis Henry Gaspard de Lenoncourt, die Erlaubnis in Dillingen Eisenhütten, Stahlwerke und Schmelzen zu errichten. Ab 1690 werden Produkte für den alltäglichen Gebrauch hergestellt u.a. für die wenige Kilometer weiter entstehende Festung Saarlouis.Aus dieser Anfangsproduktion erwächst das Weltunternehmen Dillinger Hüttenwerke.

Im 18. Jahrhundert bleibt Dillingen zunächst noch ein vorwiegend ländliches Dorf trotz der sich entwickelnden Industrie. An der Prims wird 1757 eine Papiermühle errichtet. Wenige Jahre später - 1766- geht der Besitz Lothringens an Frankreich über. Die Dillinger sind nun nicht mehr Untertanen des Herzogs von Lothringen, sondern des französischen Königs. Er erhebt Dillingen 1789 zum französischen Herzogtum mit Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken, seiner zweiten Gemahlin, der bürgerlich geborenen Katharina Kest, und deren Kindern, als Herzöge und Herzoginnen von Dillingen. Die Französische Revolution beschert dem Herzogtum ein frühzeitiges Ende. 1815 werden Dillingen, Diefflen und Pachten aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses preußisch.

19. Jahrhundert bis zum 1. Weltkrieg

Der enorme Aufschwung Dillingens zu einer modernen Stadt beginnt in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Mit der anlaufenden Lieferung von Schiffsblechen durch die Hütte an die kaiserliche Marine wächst die Zahl der Beschäftigten und damit die Zahl der Einwohner Dillingens. Eng verbunden mit dem Wachstum der Gemeinde ist die Verbesserung der Infrastruktur. Ein Krankenhaus entsteht (1888), eine erste elektrische Straßenbeleuchtung wird geschaltet (1897), der Bau von Bahnlinien (1897) und eines Bahnhofes (1899) wird in Angriff genommen (1897) und Dillingen wird 1897 eigenständige Bürgermeisterei. In den folgenden Jahrzehnten bis zum 1. Weltkrieg entwickelt sich die Gemeinde rasant. Ein neues Rathaus (1908) wird erbaut, mit dem Saardom entsteht ab 1913 die größte katholische Kirche an der Saar. Ein Gymnasium (1908) legt den Grundstein für die Bildungsstadt Dillingen. Zahlreiche Wohnbauten zeugen von neuem Selbstbewußtsein und Wohlstand. Im 1. Weltkrieg erlebt Dillingen erstmals Fliegerangriffe.

1918 - 1945

Nach dem 1. Weltkrieg wird Dillingen als Teil des Saargebietes unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Die Jahre danach bringen Dillingen weiteren Aufschwung und die politischen Kämpfe der Zeit. In den 20er Jahren entsteht eine Synagoge in der heutigen Schloßstraße. 1929 wird die Wallerfanger Brücke eingeweiht, die erste Straßenverbindung über die Saar. Nach der Wiedereingliederung ins Deutsche Reich wird Pachten 1936 - nicht freiwillig- eingemeindet. Die antisemitische Politik der Nationalsozialisten findet auch in Dillingen und seinen Ortsteilen Anhänger. 1938 brennt die Synagoge, jüdische Mitbürger werden Opfer von Übergriffen. Im Zweiten Weltkrieg litt Dillingen unter einer hohen Zahl von Kriegstoten, Evakuierungen und der Zerstörung von großen Teilen der Industrieanlagen, der öffentlichen Bauten und der Wohnhäuser.

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