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Geschichte von Bexbach
Bexbach vom 12.Jh bis 1973 (ausführlich!)
Quelle: link www.heimatverein-bexbach.de
letzte Änderung: 8/1/2008

Im Jahre 1219 wird Bexbach erstmals urkundlich erwähnt, Kleinottweiler 1221 und Höchen 1261, während Ober- und Niederbexbach 1310 in Urkunden erscheinen. Zur Zeit der Edelknechte von Beckensbach fand man hier im 14. Jahrhundert Eisenerz und seit dem 16. Jahrhundert Kohlen. Die Gebieter über das Land und die wenigen Leute waren adlige Herren oder geistliche Vereinigungen. Ganz trostlos sah es nach dem 30jährigen Krieg aus, die Bexbachorte waren vollständig verwüstet und menschenleer. Nach dem Westfälischen Frieden (1648) wurde die Grafschaft Saarbrücken-Nassau mit Bexbach und seinen Nachbarorten Bestandteil Frankreichs. 1671 gab es in Oberbexbach noch 2, in Mittelbexbach und Höchen keine Untertanen mehr. Die Wiederbesiedlung der Bexbacher Gegend begann nach 1683, zunächst durch eine Handvoll Familien. Diese kamen überwiegend aus Lothringen. 1697 erhielten die früheren Landesherren ihre alte Souveränität über Land und Leute zurück, und 1755 wurde die Meierei Mittelbexbach als Bestandteil der Grafschaft Saarbrücken-Nassau bestätigt. Die Französische Revolution (1789) brachte neue Hoffnungen für die unter der Feudalherrschaft leidenden Menschen. Die Revolutionskriege mit ihren Nöten und Schrecken leiteten über zum Beginn einer neuen gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung. Unter französischer Besatzung wurde 1793 die Mairie Mittelbexbach der Mairie Limbach zugeteilt, und 1797 schaffte Frankreich im eroberten Gebiet feste Verwaltungseinheiten. So entstand im Jahre 1798 das Saardepartement mit 31 Kantonen. Die Bexbachorte gehörten überwiegend zum Kanton Waldmohr und zählten um diese Zeit ca. 600 Einwohner. Die Amtssprache war französisch. Nach der Besiegung Napoleons kam das Höcherberggebiet als Teil der Pfalz, die damals "Rheinkreis" genannt wurde, am 1. Mai 1816 zum Königreich Bayern.

Der Kanton Waldmohr wurde zunächst der Kreisdirektion Zweibrücken, dann 1818 dem Landkommissariat Homburg zugeordnet. 1848 erhielt Mittelbexbach wieder eine eigene Bürgermeisterei, zu ihr gehörten auch die Nachbarorte. Die Eröffnung der Pfälzischen Ludwigsbahn im Jahre 1849 brachte eine verkehrsmäßig bedeutende Verbesserung zum Rhein und förderte die Industrialisierung im Homburger, Bexbacher und Neunkircher Raum. Es entstanden angenehmere Lebensbedingungen. Neben harter beruflicher Arbeit in Bergwerk und Eisenhütte betrieb die überwiegende Anzahl der Einwohner zusätzlich eine kleinere oder größere Landwirtschaft. So entwickelte sich der Stand des "Bergmannsbauern". In den Gemeinden herrschte großer Gemeinsinn. Zentrale Wasser- oder Elektrizitätsversorgungsanlagen wurden errichtet, der Wegebau gefördert und Schul- und Rathäuser gebaut. Diese Entwicklung stoppte der Erste Weltkrieg (1914 - 1918). Das Land an der Saar wurde von Deutschland abgetrennt und der Kreis Homburg dabei verkleinert. Er war von nun an östlicher Grenzkreis des unter der Aufsicht des Völkerbundes stehenden Saargebietes, das am 1.3.1935 wieder zu Deutschland zurückkehrte. Die politischen Verhältnisse wurden neu geordnet, und so entstand am 1.4.1937 die Großgemeinde Höcherberg aus den Gemeinden Höchen, Oberbexbach (mit Frankenholz) und Mittelbexbach (mit Ludwigsthal). Bald darauf brachte der Zweite Weltkrieg (1939 - 1945) viel Leid und Elend für Land und Bewohner. Nach Kriegsende erreichten kommunale Bestrebungen mit Wirkung vom 1.5.1947 die Auflösung der Großgemeinde. Es entstanden wieder die selbständigen Gemeinden Mittelbexbach, Oberbexbach und Höchen, Frankenholz, als ehemaliger Bestandteil von Oberbexbach, wurde nun ebenfalls eine selbständige Gemeinde mit eigenem Bann. Zur Erledigung der Verwaltungsaufgaben für die neuen Höcherberggemeinden entstand der Verwaltungsbezirk Mittelbexbach, der bis zum 31.12.1949 blieb. Danach richteten die Gemeinden eigene Verwaltungen ein. Durch die wiedergewonnene Selbständigkeit war das Selbstbewusstsein der einzelnen Höcherberggemeinden gewachsen, und es begann ein aktives Planen und Handeln zum Wohle aller Einwohner. Mittelbexbach erhielt im Jahre 1951 ein eigenes Wappen, wurde 1955 in Bexbach umgenannt und bekam 1970 die Stadtrechte verliehen. Nacheinander erhielten auch die anderen Gemeinden eigene Wappen, so Oberbexbach im Jahre 1952, Höchen 1953, Frankenholz 1958, Niederbexbach und Kleinottweiler 1968. Von 1945 - 1956 gehörte das Saargebiet, nun Saarland genannt, wieder zum französischen Einflussgebiet und hatte ab Dezember 1947 als autonomes Land eine eigene Verfassung. Seit 1956 ist das Saarland in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform wurden am 1. Januar 1974 die Stadt Bexbach und die Gemeinden Niederbexbach, Kleinottweiler, Oberbexbach, Frankenholz und Höchen zur neuen Stadt Bexbach mit rund 20 000 Einwohnern zusammengefasst.

Bexbach vom 12.Jh bis 1973
Quelle: http://home.t-online.de/home/J.Klasen/bextex.htm Saarland im Netz (Jörg Klasen)

 

Die alte Mark Bexbach

Im 12. Jh.

und wohl schon längere Zeit zuvor, sind die Edelknechte (Ritter) von Beckensbach die dominierenden Grundherren in der noch ungeteilten Mark Bexbach. Sie besitzen ein großes Eigengut (Stammgut), genannt "Das Eigenthumb", rechter Hand des Bexbachs und diesseits und jenseits der Blies, das auch Teile der späteren Niederbexbacher Gemarkung, darin die "Herberge in Niederbexbach" umfaßt. Ihr Stammsitz war vermutlich eine alte Burganlage bei Ortsweiler an der sp. MB/NB Banngrenze. Eine Nebenlinie, die sich "Ritter Pflug von Beckensbach" nennt, hatte ihren Sitz in einem abgetileten Teilbezirk jenseits des Hirschbergs, dem "Lauxweiler Eigen". Auch darin befand sich eine Burganlage.

1219

Erwirbt Graf Tiedrich von Homburg vom Kloster Wörschweiler im Tausch dessen Mühle in Limbach, gegen Güter des Grafen in Bexbach.

1223

Ritter Ortwin von Beckensbach überläßt dem Kloster Wörschweiler den Weidgang zu Bexbach beiderseits der Blies.

1260

Graf Tiederich von Homburg tauscht mit dem Kloster Wörschweiler Güter zu Bexbach gegen Klostergüter beim Klosterhof Winresbach (Wirsbach bei Frankenholz)

1264

Ritter Werner von Winterbach, Burgmann zu Homburg, tauscht seine Güter zu Bexbach gegen Klostergüter in Laupach (Pfalz).

1267

Das Kloster Wörschweiler kauft und tauscht die Homburgschen und Winterbachschen Untertanen zu Bexbach gegen den von dem Homburger Grafen Anno 1260 ausgestellten Pfandbrief über 44 Pfd. Heller.

1272

Heinrich Hornig verzichtet auf die Forderungen, die er auf die Güter des Klosters Wörschweiler zu Heckloch (Höchen) und Bexbach erhoben hatte.

1288

Ritter Heinrich von Thedingen, Burgmann in Saarbrücken, besitzt als Lehen des Grafen von Saarbrücken u.a. Güter zu Beckesbach (Oberbexbach)

1293

Schultheiß Heinrich von Beckensbach ist Schlichter in einem Streit zwischen dem Grafen von Homburg und den Mönchen des Klosters Wörschweiler.

1296

Heinrich von Thedingen vermacht in einem Testamen dem Deutschen Haus in Saarbrücken (Deutscher Orden) u.a. seinen Hof bei Beckensbach und die Mühle Volenbach.

1299

Erstmalige urkundlich belegte Unterscheidung der Mark in Mittel-, Ober- und Niederbexbach

 

Mittelbexbach

1301

Ludwig von Beckensbach, gen. Pflugelo, ist Burgmann in Homburg.

1310

Landolf von Beckensbach bestätigt eine bedeutsame Schenkung an Gütern und Hörigen auf dem Eigen zu Beckesbach media (Mittelbexbach), die sein Vater Hansmann, sein Oheim Nikolaus und sein Bruder Johannes dem Deutschen Haus bei Saarbrücken vermacht haben.

1317

Landolf von Beckensbach und das Deutsche Haus vergleichen sich darin, daß die Erträge aus dem gemeinsamen "Eigenthumb" in Mittelbexbach zehn Jahre jedem zur Hälfte gehören sollen. Die Unterhaltung des Meierschweins in Laudenbach übernimmt die ersten 3 Jahre das Deutsche Haus, ab dem 4. Jahr Landolf. Zeugen u.a. Zeismann, Priester und Pfarrer zu Bexbach.

1322

Ritter Heinrich Pflugelo von Bexbach trägt dem Erzbischof von Trier sein Eigen zu Mittelbexbach als Lehen auf.

1323

Edelknecht Landolf von Mittelbexbach ist Mann (Vasall) des Junkers Johann von Kirkel. Edelknecht Landolf vergleicht sich mit dem Deutschen Haus dahingehend, daß dem Deutschen Haus 3/4 des Nutzens an den von seinem Vater Hansmann, seinem Bruder Johann und seinem Vetter Nikolaus dem Deutschen Haus gemachten Schenkungen, u. a. mit den Herbergen zu Niederbexbach und zu Neunkirchen, zustehen sollen. Der Wag (Weiher) zu Mittelbexbach soll beiden gehören. Diplich, Richter von Lichtenberg, verzichtet auf alle Dienste, welche die Leute der Deutschherren in Bexbach an ihn zu erfüllen haben.

1331

Ritter Heinrich Pflugelo von Bexbach und seine Frau Sophie tragen dem Erzbischof von Trier für erhaltene 40 Pfd. Heller 4 Pfd. aus ihrem Besitz zu.

1336

Ritter Heinrich vermacht dem Kloster Wörschweiler 60 Pfd. Pfennige von seinen Gütern zu Bexbach und Lauxweiler.

1340

Edelknecht Johannes v. Grumbach, Burgmann und Müller, bekundet, daß er sich mit dem Komthur des Deutschen Hauses wegen der Missel um Beckensbach verglichen habe.

1347

Edelknecht Ludtmann v.d. Linden bekundet, daß er sich mit Sophie, Witwe des Heinrich Pflugelo, dahin verglichen habe, daß er das Viertheil zu Lautzkirchen (Lauxweiler) und Laudenbach mit ihr gemeinsam haben soll. (Ergänzungsvertrag 1357). Seyfried der Erzgräber und seine Frau Emela verkaufen dem Kloster Wörschweiler Güter in Rieschweiler mit der Auflage, daß das Kloster jährlich 6 Heller Zins an das Gericht zu Bexbach entrichten soll.

1357

Zur päpstlichen Steuer liefert im Archipresbyteriat Neumünster "Betkensbach" 6 Groschen. Nikolaus von Beckensbach trifft mit Conrad von Homburg, Pfarrer in Limbach, eine Abrede über eine Gült auf dem Zehent zu Limbach.

1366

Edelknecht Johann von Moore (Waldmohr) verpfändet seinem Mag (Schwager) Nikolaus von Beckensbach seine Güter in Mittelbexbach.

1380

Edelknecht Nikolaus von Beckensbach wird Mann (Vasall) des Grafen Johann d.Ä von Spannheim und erhält jährlich 10 Pfd.Heller.

1384

Johann von Kirkel schuldet Nikolaus von Beckensbach für einen gekauften Hengst 200 Fl.

1387

Nikolaus (III.) von Beckensbach wird Vasall des Kurfürsten Rupprecht d.Ä. und erhält ein Mannlehen (Rentenlehen) von 200 Fl. Er gibt sein Eigengut in Mittelbexbach zum Pfand. Für sich und seinen Sohn verspricht er, Burghut in Kirkel zu tun. Unter den neun Burgmännern in Kirkel, die an Churfürst Rupprecht gefallen sind, befindet sich Edelknecht Rupprecht von Beckensbach.

1399

Nach dem Tode von Nikolaus (III.) von Beckensbach kommt Mittelbexbach in den Besitz des pfälzischen Kurfürsten Rupprecht und wird dem Amt Kirkel zugeteilt.

1403

Johann von Orlebach und seine Frau Gertraut, Tochter von Nikolaus von Bexbach, überlassen dem Deutschen Orden das Erbteil Gertraudts "in Bexstbach".

1409

erwirbt Graf Simon (I.) Mauchenheimer von Zweibrücken von Luca v.d. Linden (Schwiegersohn des Landolf von Beckensbach) dessen 1/4-Anteil an dem Eigen in "Midelbexpach" für 30 alte Guden.

1410

Auf dem Wege der Erbteilung kommt Mittelbexbach mit dem Amt Kirkel zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.

1411

Herzog Stephan von Zweibrücken verleiht seinem Amtmann in Kirkel, Simon (I.) Mauchenheimer, u.a. "das Dorf Mittelbexbach" als Mannlehen.

1439

Bei der Erbauseinandersetzung zwischen Heinrich und Cunz Mauchenheimer fällt das Dorf Mittelbexbach (pfalz-zweibrückisches Lehen) an Heinrich Mauchenheimer.

1457

Das Kloster Remigiusberg fordert vom Kloster Wörschweiler einen Anteil an den im Dorf Mittelbexbach anfallenden Zinsen.

1467

16. Februar, Herzog Ludwig I. gibt zur Niederschrift, daß Claus Blieck (von Lichtenberg) den (Heinrich) Mauchenheimer bei einem Streit um die verfallene Kirch (vakante Pfarrstelle) in Limbach zu Mittelbexbach "im pfarhuse erstechen wilt han".

1482

Ältestes erhaltenes Mittelbexbacher Schöffenweistum: Jörg v. d. Leyen, Schwiegersohn des Simon (I.) Mauchenheimer, tritt im Namen seines Schwiegervaters Simon Mauchenheimer beim Maltag in Mittelbexbach als "Oberster Lehens- und Gerichtsherr" auf.

1491

Rechtsstreit zwischen Jörg v.d. Leyen und Mathias Mauchenheimer wegen der Rechte in Mittelbexbach vor dem Hofgericht in Heidelberg.

1492

Vergleich zwischen Jörg v.d. Leyen und dem neuen Lehensträger Mathias Mauchenheimer über die Patronatsrechte und Gerechtsamen zu Mittelbexbach.

1495

Durch Schiedsspruch erwählter Schiedsleute werden Jörg v. d. Leyen und Bernhard Mauchenheimer, nunmehriger Lehensträger, dahingehend verglichen, daß ersterer 2/3 aller Einnahmen aus Mittelbexbach haben solle, Mauchenheimer bzw. dessen Erbe Jörg v.d. Leyen abgelöst habe.

1508

Zweites Schöffenweistum von Mittelbexbach. Als Grund- und Gerichtsherr tritt Bernhard Mauchenheimer auf.

1535

(oder 1523?) Einführung der Reformation in Mittelbexbach durch Pfarrer Reif.

1558

und Folgejahre. Der Herzog in Zweibrücken, mit den von der Leyen wegen des Kloster Hornbacher Lehens im Glantal im Streit liegend, betreibt systematisch die Verdrängung der von der Leyen aus ihren Gerechtsamen in Mittelbexbach.

1564

Beschreibung der Ämter Zweibrücken und Kirkel durch den Geographen Tilemann Stella.

1568

Den von der Leyen werden Ge- und Verbotsrechte in Mittelbexbach entzogen.

1568-1585

bis 1585 Permanente Verhandlungen zwischen Nassau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken wegen der Bexbachorte, deren Besitz Saarbrücken anstrebt.

1574

Gemäß Vertrages zwischen Nasau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken vom 18. Februar darf "Das Geleitsrecht der Pfalzgrafen in Mittelbexbach [..] Nassau-Saarbrücken nicht beeinträchtigen". Die Pest im Lande.

1575

Not im Lande durch umherziehendes Kriegsvolk. Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken ordnen gemeinsam an, daß sich ihre Dörfer durch Warnschuß und Glockenstreichen vor herannahender Gefahr warnen sollen, darunter die drei Bexbachorte. Wechsel in der Landesherrenlinie an Nassau-Weilburg. Ausübung der katholischen Religion in der Nassau-Saarbrückischen Grafschaft verboten.

1576

Kirchen-Visitation (ev.) in Mittelbexbach: Im Dorf sind 3 Herren (Oberkeit), 9 Hausgesässe sind herzogisch. Der junge Pfarrer Jakob aus Luttweiler b. Meisenheim, ist seit einem Jahr im Amt. Die Pfarrei hat keine Kirchenzensoren.

1580

Kirchen-Visitation (ev.) Mittelbexbach: Jakob Messerschmidt, vom Collator Mauchheimer dahin gesetzt, versieht die Pfarre Mittelbexbach und die Nassauischen (Pfarrangehörigen) von Oberbexbach. Rückgabe des Lehens Mittelbexbach an Pfalz-Zweibrücken durch Philipp Hans Mauchheimer. Mittelbexbach kommt zum Amt Kirkel.

1581

28. Juni. Ausgleichsvertrag zwischen Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken u.a. wegen der Nutzungsrechte im gemeinsamen "Eigenthumb" (Dorf und Bannteil "Lauxweiler Eigentum" jenseits des Hirschbergs, ehedem zum Mittelbexbacher "Eigenthumb"-Stammgut der Bexbacher Edelknechte gehörig) wird von der Bexbacher Mark abgetrennt. Im Vertrag ist u.a. daselbst ein "Weingarten" genannt. Ergänzungsvertrag vom 26. Oktober: Nachweis über eine Landwehr im Nordteil der Gemarkung.

1588

Im Herzogtum Zweibrücken setzt sich das reformierte Bekenntnis durch, unter Verdrängung der bisherigen lutherischen Richtung. Strenge Kirchenzucht, Kirchenzensoren in allen Pfarreien und Gemeinden.

1590

Am 27. Juni wurde zu Limbach, zwischen beiderseits beauftragten Räten, ein Abschied zur Behebung der zwischen Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken vornehmlich wegen der Bexbach-Orte bestandenen Missel ausgearbeitet, "so aber nicht vollzogen". Die Kanzlei in Zweibrücken erklärt, daß dies wegen der aufgetretenen "Leibsplöttigkeit" des Herzogs unterblieben sei. Am Ende der von Wellesweiler herkommenden Straße ist bei deren Einmündung in die Grubenstraße bzw. den nach Oberbexbach führenden "Streitweg" ein Nassau-Saarbrückischer Zollstock errichtet.

1599

Nach einem vom Amt Kirkel gefertigten Verzeichnis gibt es in Mittelbexbach 30 Hausgesässe mit 21 Fuhren und 72 Pferden.

1599

und im Folgejahr 1600. Die Mittelbexbacher Gemeinsleute wenden sich in Eingaben und Vorstellungen bei der Kanzlei in Zweibrücken gegen den beabsichtigten Austausch des Dorfes an Nassau-Saarbrücken.

1600

In Mittel- und Oberbexbach werden Steinkohlen im Tagebau gewonnen.

1603

Im "Lymbacher Abschied" vom 14. Juni tauscht Pfalzgraf Johannes das Dorf Mittelbexbach an Nassau-Saarbrücken aus.

1603, 1616 und 1622

Ergänzungsverträge zum "Lymbacher Abschied". Infolge des Hoheitswechsels wird die Geleitstätte in Mittelbexbach aufgehoben und neue in Niederbexbach, Odweiler und Rohrbach errichtet. Nassau-Saarbrücken führt Klage, daß Pfalz-Zweibrücken wegen des Geleitsgeldes "die Straßen um Mittelbexbach verbaue".

1613

Mittelbexbach zählt 28 Familien, 78 Personen.

1616

Pfalz-Zweibrücken hat die "alt Straß, die von Mittelbexbach neben Odweiler (nach Waldmohr) führt", "verbaut", d.h. durch eine Sperre unpassierbar gemacht, um einen Verlust des "Geleitsgeldes" zu verhindern. Es hat eine neue Straße angelegt, so daß die Durchreisenden "straks durch Odweiler nehmen müssen". Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken einigen sich dahingehend, daß die alte Straße wieder geöffnet, Nassau-Saarbrücken jedoch seine Untertanen anhalten wird, die Geleitstätte in Odweiler nicht vorsätzlich zu umfahren.

1618-1648

Dreißigjähriger Krieg.

1625

Erste Brandschatzung in Mittelbexbach durch kroatisches Kriegsvolk.

1629

Das Amt Homburg, mit ihm die Dörfer Mittel- und Oberbexbach, kommen im Wege der Erbteilung unter gemeinsame Verwaltung der nassauischen Linie Nassau-Saarbrücken (5/9 Anteil), N.-Idstein und N.-Weilburg (gemeinsam 4/9 Anteil).

1633

Zweite Brandschatzung Mittelbexbachs. 8 Gehöfte werden zerstört.

1634

Nach einer "Summarischen Beschreibung des Ambts Hohenburg" von 1634 sind in Mittelbexbach 20 Häuser bewohnt, von letzteren einige von alters her eingefallen, andere durch "Kriegsvolk" zerstört. Eine abgebrannte Pfarrherdstatt und Zehentscheuer und "auch zur Schul gebraucht, ein umfallend uff der Kirchenmauer stehend Häußlein" werden genannt.

1635

Vierte und nunmehr völlige Zerstörung des Dorfes.

1679-1697

Reunionszeit. Gründung einer französischen "Saarprovinz"; deren Intendant Baron de Coubillière nimmt im nahen Homburg (bis 1685) seinen Sitz.

1682

Erste Wiederbesiedlung des Dorfes durch Zuwanderer aus französischem Sprachgebiet, im Zuge der von Intendant Coubillière betriebenen "Französisierung" des Gebietes.

1683

Wiedergründung einer kath. Pfarrei in Mittelbexbach. Der Intendant in Homburg weist den Katholiken als herrenlosen Besitz die alte Dorfkirche zu (die nur mehr als Ruine erhalten war).

1685

Förmliche Niederlassungsgenehmigung des Grafen in Ottweiler (der Vasall des frz. Königs geworden war) für die dauernde Niederlassung von neun Familien in Mittelbexbach.

1686

Kirchenvisitation des Metzer Bischofs. "In Mittelbexbach ist die Kirche in sehr schlechtem Zustand, nur das halb zerfallene Chor steht noch. ... Die Glocken von dem Herrn (Grafen) in Ottweiler abgenommen und in ihrer Kirche aufgehängt."

1697

Ende der Reunionszeit durch den Ryswyker Friedensschluß. Restauration der alten Herrschaftsverhältnisse. Mittel- und Oberbexbach wieder bei Nassau-Saarbrücken, Herrschaft Ottweiler, Amt Homburg.

1701

Das alte Dorfkirchlein wird notdürftig renoviert.

1708/09

Ungewöhnlicher Kälteeinbruch. Saat, Frucht und Bäume erfrieren auf den Feldern. Es herrscht Hungersnot. Erste Auswanderungswelle nach Amerika.

1719

Errichtung einer neuen Mühle am Kaysersweiher (der späteren Rotmühle) durch Karl Fleon und Henry Martin in Mittelbexbach.

1719/20

Zweite Renovierung der katholischen Pfarrkirche.

1724

Der Neusiedler Jean Ciron aus Hangard wird "Maitre d'école" (Schulmeister) an der katholischen Pfarrschule in Mittelbexbach.

1727

Eine Kirchenglocke wird beschafft.

1728

Renovation im Amt Homburg. Neuordnung der Grundbesitzverhältnisse in Mittel- und Oberbexbach: Gesamtbesitz 925 1/2 Morgen, 9 2/4 Ruthen, 45 Grundstücksbesitzer als Hausgesässe, 15 Ortsfremde, 36 Untertanen.

1729

Der Meier Karl Fleon errichtet nördlich des späteren Grubengeländes im "Ziegelhütter Schlag" eine Ziegelhütte, die er aber 1735 wieder aufgibt.

1730

In Mittelbexbach sind 40 Untertanen (Familien) seßhaft.

1732

Der Landesherr verbietet den Katholiken seines Landes, eigene Schulen zu halten; die Kinder werden den prot. Pfarrschulen zugewiesen.

1737

Dem den herrschaftlichen Beamten nicht immer fügsamen Hufschmied Anton Didier wird das Meieramt entzogen und dem aus Wiesbach stammenden Johann Haßler (der spätere Müller der Bliesmühle) übertragen. Die 12 "Holzberechtigten" in Mittelbexbach im Kleinottweiler-Wald sind in drei Klassen zu je vier Hausgesässen unterteilt.

1739

Der Nassau-Saarbrückische Amtmann Koch in Homburg sichert sich eine Konzession für den Kohlenabbau in der Mittel- und Oberbexbacher Gemarkung.

1740

Koch berichtet: "Das Bexbacher Kohlenwerk hat wegen der besseren Kohle in Wellesweiler keinen sonderlichen Trieb (Aufschwung) genommen. Überdies wird der Kohlenabsatz durch die zweibrückischen Zollstationen um Mittelbexbach, so in Niederbexbach, Kleinottweiler, Limbach und Einöd, sehr behindert."

1746

Der Bexbacher Jahrmarkt, der "Martinimarkt", wird aus Nah und Fern rege besucht. Ein gleiches wird aus den Jahren 1749, 1752 und 1754 berichtet.

1748

Errichtung der Bliesmühle durch den Meier Johann Haßler. Aufgrund der 1748 bis 1851 erlassenen Dorfordnungen wurden vornehmlich Felddiebstähle hart, z. T. mit entehrender Strafe geahndet.

1750/60

Die auf landesherrliche Anordnung erfolgte Einführung des Kartoffelanbaus fand anfänglich bei den Bauern wenig Gegenliebe.

1751

Erweiterung der Dorfkirche.

1754

Fürst Wilhelm Heinrich behält sich das alleinige Kohlenschürfrecht in seiner Grafschaft vor. (Dem Saarbrücker Grafen bereits im Neumünster Weistum von 1523 zugewiesen). Beginn des vorindustriellen Steinkohlenbergbaus in den Saar-Ländern, der Weg zur Prägung durch die Montanindustrie ist eröffnet.

1755

Der "Homburger Austausch". Das Nassau-Saarbrücker Amt Homburg kommt zu Pfalz-Zweibrücken, ausgenommen Mittel- und Oberbexbach. Niederbexbach und Frankenholz kommen zu Nassau-Saarbrücken. Der Austausch von 1755 brachte für die Bexbach-Orte eine erhebliche Erhöhung der Abgabenlast. Für Mittelbexbach stieg sie von rund 390 auf 850 Fl. Bildung der "Meierei Bexbach" aus den drei Bexbachorten mit Frankenholz. Zuordnung zum Oberamt Ottweiler. Zum ersten Meier der neugebildeten Meierei wird der bisherige Mittelbexbacher Ortsmeier Johann Hasler bestellt. Nach seinem Tod, 1758, wird das Meieramt dem bisherigen Niederbexbacher Schöffen Jakob Gortner übertragen. Aufhebung der Zollstelle in Mittelbexbach. Den Lutherischen in Mittel- und Oberbexbach, bis dahin zu Pfarrei Homburg gehörig, und den Lutherischen zu Niederbexbach, bisher nach Waldmohr gehörig, kann Nassau-Saarbrücken andere Pfarreien in seinerHoheit zuweisen.

1756

Nachdem die Eisenhütten geeignete Öfen konstruiert und gegossen hatten, fand die Steinkohle auch in den Wohnungen zu Heizzwecken Verwendung.

1757

Einführung einer neuen Dorfordnung in der Grafschaft Ottweiler mit Sonderbestimmungen für die Meierei Bexbach.

1758

In den Bexbachorten wird der "Grundbirnzehent" erstmals erhoben. Bannrenovation durch den Ottweiler Geometer Schwarz (Bannbuch 1760)

1760

Feuerlöschordnung für die Gemeinden des Oberamts Ottweiler. Statistik des Oberamts Ottweiler: Mittelbexbach: 357 Einwohner (71 Haushalte), 23 Ackerer, 37 Taglöhner, 23 Handwerker (1 Bäcker, 2 Küfer, 5 Leineweber, 3 Maurer, 2 Müller, 1 Pottaschenbrenner, 2 Schmiede, 1 Schneider, 2 Siebmacher, 2 Wagner, 2 Zimmerleute), 1 Zöllner, 3 Wirte, 52 Häuser, 59 Stück Zugvieh. In Mittelbexbach tagen mehrfach Beauftragte von Nassau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken zur Beseitigung von Streitfragen, die sich aus dem Austausch von 1756 ergaben.

1763

"Verzeichnis aller Menschen, Häuser, Viehs und Fuhrwerks des Dorfes Mittelbexbach": 392 Einwohner (87 Haushalte), 155 erwachsene Haushaltsangehörige (davon 2 Lutheraner, 153 Katholiken), 203 Kinder, 20 Anverwandte, 6 Knechte, 9 Mägde, 72 Häuser, 18 Familien ohne selbständigen Haushalt (Alt-Eltern, Hintersassen etc.). 68 Zugochsen, 10 Zug-Kühe, 6 Pferde, 5 Wagen, 35 zweiräderige Karren, 38 Pflüge.

1766

Einführung der sogen. "Gemeindeberechtigungskohlen".

1764

bis 1766. Begradigung und teilweise Umbettung der Blies auf Strecken zwischen St. Wendel und Niederbexbach.

1771

Anlegung einer Alaunhütte in Mittelbexbach.

1778

Der Meier der Meierei Bexbach sitzt nunmehr und in der Folge wieder in Mittelbexbach.

1782-1791

Ca. 20 Familien aus Mittelbexbach folgen dem Ruf kaiserlicher Werber und siedeln in die kaiserlichen Donauländer, Banat, Batschka aus.

1783

Mittel- und Oberbexbach beschweren sich über die hohe Steuerlast. Strohdächer auf Wohn- und Wirtschaftsgebäuden werden wegen der Feuergefahr allgemein verboten.

1785

Auflassung der Brückweiher und Verteilung der Areale in Losen unter den Gemeinsleuten. In dem seit dem Austausch von 1755 ausstehenden Streit um die Holzberechtigung (Lese-Stockholzraffen und Laubscharren) wird zwischen der landesherrlichen Regierung und den Holzberechtigten, "deren es nie mehr als 12 sein dürfen", vereinbart, daß letztere auf das Beholzigungsrecht in den Ottweiler Waldungen verzichten, ihnen hingegen ein solches im Forbacher (Furpacher) und Lützelholzer Wald eingeräumt wird.

1788

Anlegung einer Generalkarte und eines Bannbuches. Der Gemeindebann ist in 13 Tracti eingeteilt.

1789

Bastillesturm und Französische Revolution. Beschwerdeschrift der Mittel- und Oberbexbacher Gemeindsleute an die landesherrliche Regierung. Sie umfaßt 50 Klagepunkte in Sachen Jagd- und Chausseefronden, Frohngeld, freiem Tabakhandel, Schürfrecht für Steinkohlen, konfessionelle Gleichbehandlung bei der Ernennung von Gerichtsleuten und Ortsvorstehern, Beseitigung der Zollstätten u.a.m. Das Amt Ottweiler berichtet an den Landesherrn: "Der Geist der Empörung breitet sich aus."

1790

Mittelbexbach zählt 87 Familien, 357 Einwohner, 52 Wohnstätten. Auflösung der Meiereien in der Herrschaft Ottweiler. Die Bexbachorte kommen zur neu gebildeten Schultheißerei Neunkirchen.

1792

Im Herbst dringen französische Revolutionstruppen in die Nassauischen Lande ein. Allgemeines Rauben und Plündern bei den "Besitzenden", Zerstörung der Schlösser Karlsberg, Jägersburg, Neunkirchen u.a.m. Die Parole "Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit!" findet auch in den Bexbachorten Echo. Die nunmehrigen "Citoyens" tragen dreifarbige Kokarden und pflanzen "Freiheitsbäume" auf dem Marktplatz in Mittel- und Oberbexbach.

1793-1814

Die sogenannte Französische Zeit.

1793

Im Anmarsch gegen die französischen Revolutionstruppen nimmt Feldmarschall Blücher am 17./18. November 1793 Quartier in Mittel- und Niederbexbach, zieht sich jedoch alsbald wieder auf eine Linie hinter Kaiserslautern zurück. Aufhebung der Leibeigenschaft und Minderung der Abgabenlast durch den Landesherrn in Saarbrücken. Neue französische Zeitrechnung. Das Jahr I begann am 22. September 1792.

1794

Große Not im Lande. Eine "Entleerungskomission" fordert die Ablieferung von Waffen, Metallen jeder Art, von Leinen, Hemden, Garnen, Kleidung, Pferdegeschirr und Sätteln usw. Das letzte Stück Vieh wird aus dem Stall geholt. Die Revolutionsbegeisterung in Stadt und Land nimmt mit Zunahme der Lasten ab; die Freiheitsbäume werden gefällt, die Kokarden abgenommen. Gottesdienste werden verboten, Kircheninventare versteigert oder zerstört, die Kirchen in Magazine und Pferdeställe umgewandelt.

1798

In Mittelbexbach finden sich keine Einzeichner in die aufgelegte Votumsliste für den Anschluß an Frankreich. Förmliche Annektion des linksrheinischen Gebiets durch Frankreich. Gründung eines "Saardépartements" mit der Hauptstadt Trier. Die Bexbachorte kommen zum Kanton Waldmohr im Arrondissement Saarbrücken. Aufhebung der Feudalrechte durch Regierungskommissar Rudler. Neuordnung der Kommunalverwaltung nach frz. Vorbild. Die Hintersassen in den Gemeinden erhalten das volle Bürgerrecht. Aufhebung der Schulheißereien. An die Spitze der Gemeinden treten, z.T. schon seit 1794, Municipalagenten. Die bisherigen Meier und Schöffen verlieren ihre Funktion. In Mittelbexbach werden die bisherigen Gemeindeschöffen Stanislaus Steimer und Lotharius Wallich zu Municipal-Agenten berufen. Die Verwaltungsaufgaben der Gemeinden werden bei der Kantons-verwaltung konzentriert. Auf behördliche Anordnung werden im November die Heirats- und Sterbe-Taufregister der Pfarrämter geschlossen. Die Beurkundung von Personenstandsfällen erfolgt von diesem Zeitpunkt ab in Zivilstandsregistern, die von den Municipalagenten geführt werden.

1799

Die Mittelbexbacher Gemarkung umfaßt 905 ha. Das Dorf hat 357 Einwohner.

1800

Neue napoleonische Verwaltungsorganisation. Die Kantone verlieren ihre Verwaltungsfunktion. Einführung von "Mairien" unter der Arrondissementverwaltung. Die Bexbach-orte kommen zur Mairie Limbach.

1801

Die ersten der "Neu-Franken" in den okkupierten linksrheinischen Departements werden zur napoleonischen Armee einberufen.

1802

Die katholische Pfarrei Bexbach scheidet aus der Diözese Metz aus und kommt zum Bistum Trier. Das Dorf zählt nunmehr 329 Einwohner.

1804

Einführung des Code Civile (frz. Bürgerliches Gesetzbuch), der bis zum 1. Januar 1900 in Geltung bleibt. Die Katholiken von Münchwies werden von Bexbach getrennt und der wieder- gegründeten katholischen Pfarrei Höchen zugepfarrt. Hangard folgt 1810.

1806

Wiedereinführung des Gregorianischen Kalenders.

1808-1811

Mit dem Bau der Kaiserstraße verliert die durch Mittelbexbach führende Kaiserslauterer Straße ihre Bedeutung als Fernverkehrsstraße.

1808

Die Gräfin von Ottweiler fordert beim Sous-Prèfet des Arrondissements Saarbrücken u.a. von den Gemeinden Ober-, Mittel- und Niederbexbach die anteilmäßige Zurückzahlung eines von ihr der Landeskassa Ottweiler für gemeindliche Zwecke gegebenen Darlehens. In dem sich lange hinziehenden Prozeß wurden die Gemeinden mit Urteil des Langerichts Zweibrücken zur Zahlung verpflichtet. Es entfielen auf die Bexbachorte einschl. Frankenholz ein Betrag von 3.729,07 Fl. zusätzlich 1.943,28 Fl. an Zinsen.

1810

Öffentliche Belobigung des Bexbacher Municipalrates Lotharius Wallich als "ein Mann, der seine ehrenvolle Funktion mit Einsicht, Genauigkeit und Eifer erfüllt", durch den Sous-Präfekten in Saarbrücken. (Veröffentlicht im Saarbrücker Intelligenzblatt Nr. 45 vom 10.11. 1810.) Deportation von "Conscribenten" (Widerständlern) auch aus den Bexbachorten.

1812

Beschaffung einer zweiten Kirchenglocke. Sie wurde in Metz gegossen. Die Glocke zersprang 1856 beim "Zenken", dem Feueralarm und Hilferuf zu einer in Kleinottweiler ausgebrochenen Feuersbrunst.

1814

In den Befreiungskriegen beziehen russische Kosaken bei der Verfolgung napoleonischer Truppen in Mittelbexbach Quartier. Ausbruch einer Seuche, die auch viele Einheimische hinrafft. Anlegung eines neuen Friedhofes in der Oberbexbacher Straße. Der Friedhof um die Kirche wird geschlossen. Nach dem Ende der französischen Herrschaft werden die Bexbachorte von der österreichisch-bayerischen Landesadministration in Kreuznach dem Kreis Ottweiler zugeordnet.

1815

Mittelbexbach zählt 522 Einwohner.

1816

1. Mai. Der Rheinkreis, die spätere "Pfalz", kommt zu Bayern, mit den späteren Kreisen Homburg und St. Ingbert u.a. auch die Bexbach-Orte. Sie gehören zur "Kreisdirektion Zweibrücken". Die früheren herrschaftlichen Waldungen werden "Staatswald".

1816

und 1817. Hungersnot im Lande infolge Mißernten und außerordentlicher Teuerung.

1816

Die Grube Bexbach wird Staatsbetrieb ("Max-Josef-Grube"). Die Förderung erfolgt mit Kübel und Seil durch Luftschächte oder durch Schubkarren im neu angelegten Stollenbetrieb.

1817

Gründung der "Plantage" (das heutige Ludwigsthal). Erstsiedler ist Jakob Neu aus Steinbach bei Ottweiler.

1818

Die Angehörigen der nunmehr vereinigten evgl. Kirchen in Bexbach werden nach Limbach gepfarrt. Aufhebung der Kreisdirektion Zweibrücken. Bexbach kommt zum neu errichteten "Landkommissariat Homburg". Erster Landkommissar ist Dr. Siebenpfeiffer. Abkehr vom Dezimalsystem. Die Frankenwährung wird durch das deutsche Münzsystem ersetzt: 18 Franken entsprechen 8 Fl. Umwandlung der bisherigen kath. Pfarrschule in eine gemeindliche kath. Volksschule. Darin wurden auch die prot. Kinder unterrichtet. Zuvor besuchten die luth. Kinder die luth. Schule in Niederbexbach, die reformierten die ref. Schule in Oberbexbach; das Schulhaus stand in "Pirrungs Gässche" (später "Ullrichs Häuschen").

1820

Auswanderungswelle nach Amerika, Rußland, Ungarn u.a.m.

1821

Die Katholiken von Wellesweiler scheiden aus der Pfarrei Mittelbexbach aus und werden nach Neunkirchen gepfarrt. Die kath. Pfarrei wird von der Diözese Trier wieder getrennt und der Diözese Speyer zugeteilt.

1822

Anlegung eines Grundsteuer-Katasters durch den von der Regierung ernannten Spezial-Kommissar Hierthes aus Limbach.

1824

Bau eines neuen Schulhauses neben der katholischen Kirche. (1898 an den Vinzenziusverein als Schwesternstation verkauft)

1825-1838

Ausbau der Distriktstraße Mittelbexbach-Homburg (der Abschnitt Mittelbexbach-Kleinottweiler wird1836 bis 1838 fertiggestellt). Zur Finanzierung des Ausbaus wird eine "Maut" erhoben. Die Zahlstelle, eine Barriere zwischen Mittelbexbach und Kleinottweiler (am Torhaus), wird 1866 auf eine Stelle "unterhalb des zum Eisenbahnhof Mittelbexbach führenden Weges gegen Wellesweiler hin" (Haus Imschweiler) verlegt. Die allseitigen Bemühungen um Wegfall des lästigen Wegegeldes hatten erst ab 1. Januar 1876 Erfolg.

1828

Konzession für die Fa. Gebr. Krämer St. Ingbert für die Anlegung einer Eisensteingrube in der Bexbacher Gemarkung. Geogr.-Statistisches Handbuch von Rhein-Bayern (Pfalz): "Mittelbexbach, ehem. nassau-saarbrückisches Dorf mit herrschaftlichen Steinkohlegruben. Es hat mit der Rotmühle, der Bliesmühle und der Plantage 839 Einwohner, worunter 779 Katholiken, 56 Protestanten und 4 Juden sind."

1829

Neu-Errichtung einer Zollstelle (Zollstock) am Ende der Wellesweiler Straße, an der Banngrenze gegen Wellesweiler.

1830

In den Gruben werden die bisher üblichen Rüböllichter ("Krottekepp") durch Sicherheitslampen ersetzt.

1831

"Skandal" um den Ortsadjunkten Jakob Wagner, dem Wirt der ältesten Mittelbexbacher Gastwirtschaft "Zum Löben". Er hatte an der Kirchweih seine Gäste zum Barfußtanzen aufgefordert und glühende Kohlen unter die Tanzenden geworfen. Aufgrund dieser dörflichen Posse verlor er durch Anordnung der Kreisregierung "Amt und Würde".

1831/32

Mißernte mit folgender Hungersnot.

1833

In Mittelbexbach ist ein hauptamtlicher Nachtwächter angestellt. Er ist ausgestattet mit einem langen Spieß und einem Horn. Er war u.a. verpflichtet, in der Nacht die Stunden von Mitternacht bis 2.00 Uhr zu blasen.

1835

Gemeinderäte treten an die Stelle der bisherigen Ortsschöffen.

1836-1838

Prozeß der Gemeinden Ober-, Mittel- und Niederbexbach gegen das Oberbergamt und den Bayerischen Staat wegen des Kohlenabbaurechtes. Der Prozeß ging verloren.

1837

Umbennenung des bayerischen Rheinkreises in "Pfalz".

1837-1848

Auf der Grube Bexbach wird der erste Förderschacht abgeteuft.

1838

Die Protestanten in Mittelbexbach bestatten ihre Toten gemeinsam mit den Katholiken auf dem Friedhof in der Oberbexbacher Straße. Bis dahin wurden ihre Toten in Niederbexbach begraben.

1839

Ein Bierbrauer (Michael Omlor) in Bexbach.

1844/45

Anlegungung des sog. "Ur-Katasters". Mittelbexbach mit Plantage, Kohlengrube, Blies- und Rotmühle und dem Wetzelhaus umfaßt 2.655 Tagwerk, 55 Dezimale an Fläche, 198 Häuser, 1.301 Einwohner (1.161 Katholiken, 140 Protestanten). Steinerne Brücke über den Bexbach, hölzerne über die Blies.

1845-1847

Hunger- und Teuerungsjahre. Die Gemeinde ließ für die Unbemittelten Suppe kochen. Über 50 Familien wandern nach Amerika aus.

1845

Erstmals werden auf dem Friedhof Grabsteine gesetzt.

1848

Mittel- und Oberbexbach mit Frankenholz scheiden aus der Bürgermeisterei Limbach aus und bilden eine gemeinsame Verwaltung mit Sitz in Mittelbexbach

1848/49

Revolution in Deutschland. "Freischärler-Bewegung" in der Pfalz. Niederschlagung durch preußische Truppen. Ein Nachkomme des Mittelbexbacher Hufschmieds Jakob Didier, (1671-1711), einst am Marktplatz (später Kaufhaus Pirrung) wohnhaft, Heinrich Didier (1802-1864), Postmeister und Gutsbesitzer in Landstuhl, war neben dem Advocaten Culmann aus Zweibrücken führender Kopf der liberalen Bewegung und kurze Zeit Präsident der "Freien Pfalz". Er unterzeichnete als erster die beiden Beschlüsse des Landesverteidigungsausschusses in Kaiserslautern am 3. und 5. Mai 1849. Die Fuhrleute in Mittelbexbach (rund 100 an der Zahl) protestieren gegen den Bau der Eisenbahn, die ihnen die Existenzgrundlage entziehe.

1849

Einweihung des Bahnhofs Bexbach als vorläufige Endstation der "Ludwigsbahn" zwischen der "Rheinschanze" (dem heutigen Ludwigshafen) und Bexbach. Der Eisenbahnhof ist der älteste im heutigen Saarland. Beim Bau des Eisenbahndammes wird u.a. der Spanntaler Weg z.T. (Abzweigung vom Bliesweg) verlegt.

1850

Weiterführung der Bahnstrecke nach Wellesweiler/Neunkirchen.

1851

Errichtung einer Gendarmeriestation und einer Poststation, die auch für die übrigen Bexbachorte einschl. Frankenholz und Kleinottweiler zuständig ist, im Hause Dillmann in der Rathausstraße. Enorm hoher Fuhrwerksverkehr auf der Bezirksstraße zwischen Mittelbexbach und Homburg trotz der neuen Eisenbahn. Der Mittelbexbacher Bürgermeister berichtet 1851:"Kohlentransport 21.000 Fuhren, 35.000 Zugtiere, Eisen, Glas, Früchte etc.; 5.000 Fuhren mit 8.000 Zugtieren"; aber auch: "Die Straße ist dermalen so zusammengefahren, daß das Fuhrwesen fast nicht mehr durchzukommen weiß..."Die Termine öffentlicher Tanzveranstaltungen werden festgelegt.

1852

Einrichtung eines Postkutschenverkehrs zwischen Mittelbexbach und Höchen (keine Personenbeförderung).

1853

Einrichtung eines ständigen Wochenmarktes auf dem Marktplatz.

1854

Die Gemeinde wehrt sich gegen den "wilden Zuzug armer vermögensloser Leute", vornehmlich aus der Pfalz. Auf der Plantage sind 33 Familien mit 200 Seelen ansässig. "Sie stehlen das Holz in den Waldungen und hausen in Bretterbuden." Die Gemeinde verlangt die Abschiebung. Marktordnung für die Wochenmärkte. Beginn im Sommerhalbjahr um 7 Uhr, im Winterhalbjahr um 9 Uhr. Geflügel, Früchte etc. dürfen nicht in den Häusern feilgeboten werden. Auf dem Markt soll ein Fähnchen aufgesteckt werden "und im Augenblick, wenn dasselbe hinweggenommen wird, der Markt eröffnet werden".

1858

Die alte katholische Kirche hat "nach Aufnahme aller Bänke und Plätze sowohl unten als auch oben auf der Emporbühne" Platz für ca. 360 Personen. Sie war etwa 7,5 m lang, 5,5 m breit und 4,5 m hoch.(?) Eine Erweiterung an der Altarseite ist geplant, kommt jedoch nicht zur Ausführung. Seelenzahl der kath. Pfarrei: Mittelbexbach 1.160, Oberbexbach 570, Kleinottweiler 70, Limbach 80, Altstadt 30, Niederbexbach 180, zusammen 2.090. "Mittelbexbach ist ein großes, nahrungsreiches Dorf, da die ärarialischen Steinkohlengruben am Höcherberg viel Verdienst geben."

1860

Aus Amerika kommt das erste Petroleum. Die Petroleumlampe, das neue "Wunderlicht", verbannte die rußigen Öllampen aus den Stuben. Letztere hatten zuvor den Kienspan als Beleuchtung verdrängt.

1869

In Mittelbexbach besteht eine Orts-Bibliothek (Bücherverleih).

1870

Am 19. Juli Ausbruch des deutsch-französischen Krieges. Am 6. August Schlacht bei Spichern. Überfüllende Einquartierungen in Mittelbexbach. Truppen biwakieren im Wiesental jenseits des Bahndammes (3. preußische Armee). Große Ochsenherden, nachgeführter Proviant für die Truppen, weiden im Bliestal.

1874

Errichtung einer Ziegelhütte durch das Consortium Wilhelm Bartels, Otto Omlor, Friedrich und Johann Kayser. Sie floriert erst, als sie 1893 von der Pfälz. Bank in Ludwigshafen übernommen und eine neue Gesellschaft "Falzziegelwerk Bexbach" unter der fachmännischen Leitung von Direktor Rudolph Esswein aus Jockgrim das Werk führt. Er wirbt zahlreiche Facharbeiter aus der Gegend um Germersheim an, die in Mittelbexbach fast alle um das Werk konzentriert heimisch werden. Die "Betschbacher Zichelhitt" wird zu einem der bedeutendsten Ziegelwerke Süddeutschlands.

1874

Einführung der Mark als Währung.

1875

Mittelbexbach zählt 1.749 Einwohner. 4. Juli. Verheerendes Unwetter. Die Wassermassen reißen die Bachbrücke in der Hauptsraße ab. Neubau der Brücke.

1876

Einrichtung eines Betsaals für die Protestanten im Anwesen Friedrich Kayser in der Hauptstraße.

1877

In Mittelbexbach gibt es 288 Hauptgebäude, wohnen 378 Familien. Die Pfarrei zählt 1.875 Seelen. Gründung des protestantischen Vikariats in Mittelbexbach.

1878-1880

Ausbau der Distriktstraße Mittelbexbach-Oberbexbach. Durchstich der heutigen "Hohl" am Ortseingang von Oberbexbach. Aufschüttung eines Straßendammes auf Mittelbexbacher Seite im Schelmental. Die Oberbexbacher Straße diente, lediglich Kirchenpfad, als Fußweg.

1880

Die jahrhundertealte Dorfkirche ist seit langem zu klein. Sie wird abgebrochen und an ihrer Stelle die heutige große Martinskirche errichtet. Während der Bauzeit wurde eine Notkirche in der Malzfabrik Schirber eingerichtet. Die Glocken waren an den Lindenbäumen im Fabrikhof aufgehängt.

1881

Neuausbau der durch Mittelbexbach führenden Distriktstraße (Hauptstraße). Errichtung einer neuen, durch Eisenträger gestützten Bachbrücke. 8. Oktober. Einweihung der St. Martinskirche durch den Speyrer Bischof Georg v. Ehrler. Die Gemeinde verzichtet auf ihre althergebrachten Forstrechte in den Bexbacher Staatswaldungen. Sie erhält eine Abfindung von 8.500 Mark.

1882

Das gemeindliche Arrestlokal in der Hauptstraße (an der Stelle steht das ehem. Möbelhaus Weitzel) wird instandgesetzt. Mittelbexbach zählt mit Ludwigsthal 1.585 Einwohner. Es gibt 9 Dorfwirtschaften, davon 3 in Ludwigsthal.

1884

Choleragefahr! Die Bereitstellung von Unterkunftsräumen für Erkrankte wird vorbereitet. Das Dorf hat noch keine Straßenbeleuchtung. Auf Anordnung des Bezirksamtes mußte eine Laterne an der Bachbrücke aufgehängt werden. Die Wirte müssen ihren Gästen in der Winterzeit mit einer brennenden Laterne "heimleuchten". Das "Polizei-Geläute" (Feierabend) wird seit Jahren nicht mehr vorgenommen.

1885

Instandsetzung des "Bliesweges". Anlegung des neuen Friedhofes im Taubental, unterhalb des "Schadima". Der alte Friedhof wird geschlossen. Ausbau des Verbindungsweges von Limbach-Altstadt-Niederbexbach nach Mittelbexbach.

1886

Bau der Drahtseilbahn zwischen der Grube Frankenholz und dem Bexbacher Bahnhof ("Die Luftbahn") über die Drehscheibe am Falzziegelwerk. Ein neues Schulhaus soll am Marktplatz (Haus Bartels) erbaut werden. Auf Intervention des Bauschaffners erfolgt die Errichtung beim Hirtenhaus in der Hauptstraße (das heutige Rathaus). Vor dem Schulhaus wird ein Dorfbrunnen errichtet.

1888

Bau einer evangelischen Pfarrkirche im neu-gotischen Stil an der Gabelung Hochwiesmühler- und Homburger Straße; eine wesentliche Bereicherung des Ortsbildes. Auf der rechten Bachseite vor der Brücke steht ein Ortsbrunnen. Er wird seit langer Zeit zum Waschen und als Viehtränke genutzt. Ein solcher steht auch an der Brunnengasse (im Tal hinter dem Haus E. Winter, Oberbexbacher Straße).

1890

Oberbexbach mit Frankenholz scheidet aus der Mittelbexbacher Bürgermeisterei aus und richtet ab 1. Juli 1890 eine eigene Gemeindeverwaltung ein. Errichtung des ersten Bexbacher Schwimmbades im Bexbachtal, hinter dem "Weißen Rössel" durch Zimmermeister Friedrich Klein. Es ist durch eine Bretterwand gegen "Sicht" von außen geschützt. Das Dorf erhält eine Straßenbeleuchtung; die Gemeinde erwirbt 8 Petroleumlampen. 1899 kamen je eine Lampe für den "Druscheleck" und die "Gutdell" hinzu.

1891

Beschaffung von 4 neuen Glocken für die Kirche, die in Metz gegossen wurden.

1892

Die Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen werden neu festgesetzt: a) Kaufleute und Krämer: von 7-9 Uhr vorm., von 1-4 Uhr nachm. b) Bäcker und Metzger: von 6-9 Uhr vorm., von 3-5 Uhr nachm.

1893

Eine Bürgergruppe aus Ludwigsthal strebt die Loslösung von Mittelbexbach an. Ohne Resonanz. Der Nachtwächter muß die Stunden von abends 11 Uhr bis 2 Uhr blasen. Er versieht zugleich die Aufgabe eines Schweinehirts. Die Schweine muß er im Sommer um 6 Uhr früh, im Winter um die Mittagsstunde austreiben. Gemeinderat, Fabrikrat und die kath. Höchstbesteuerten stimmen dem Neubau eines katholischen Pfarrhauses zu. Instandsetzung des Hangarder- und des Wiebelskircher Weges. Die Kirchweih wird vom Sonntag nach Martini auf den 3. Sonntag im September verlegt und mit dem bisherigen Augustmarkt verbunden. Der bisherige Märzmarkt findet künftig an Ostermontag, der Martinimarkt am Sonntag nach Jakobi statt.

1895

Die Grube Frankenholz errichtet beim Bexbacher Bahnhof eine Kohlenwäsche. Das anfallende Bergematerial wird auf eine im Spanntal angelegte Bergehalde verkippt, die ständig wächst und allmählich das Ortsbild wesentlich bestimmt.

1896

Bau einer steinernen Brücke über die Blies bei der Haseler Mühle, an Stelle der alten Holzbrücke. Umbau der Drahtseilbahn Frankenholz-Bexbach. Die bisherige Holzkonstruktion der Pfeiler wird durch Eisenmasten ersetzt. Die Drehscheibe in der Grubenstraße beim Falzziegelwerk entfällt.

1897

Das alte Schulhaus in der Pfarrgasse wird an den Vinzentiusverein als Schwesternstation für 8.000 Mark verkauft. Errichtung einer Gemeinde-Waage mit Wiegehäuschen auf dem Marktplatz, 1905 an die Bäckerei Zahn in der Johannesstraße verlegt.

1898-1899

Bau einer zunächst zweigeschossigen, 1903 um ein Stockwerk aufgestockten Schule im Taubental (Schulstraße, Pestalozzischule). Den Anschluß des Gemeindebüros an das Telefonnetz lehnt der Gemeinderat der "hohen Kosten wegen" ab. Großes Herbstmanöver im Saar- und Bliesraum. Die Gemeinden müssen Transport- und Fuhrwerke bereitstellen. Einrichtung eines Postkutschenverkehrs zur Personenbeförderung zwischen Mittelbexbach und Höchen. Die gelb gestrichene Postkutsche fuhr zweimal täglich zu Berg und Tal. 6 Personen konnten auf der Talfahrt befördert werden. Bei der Bergfahrt mußte der Postillion seine Fahrgäste nach Gewicht abschätzen und evtl. (zumeist auf 4 Personen) reduzieren. Von solchen Hemmnissen befreite erst der Ersatz der Postkutschen durch Omnibusse anfangs der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts.

1899

Erste Apotheke in Mittelbexbach ("Glück-auf-Apotheke", Lamprecht) Ecke Hauptstraße-Ludwigsstraße.

1900

1. Januar. Einführung des Deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), Aufhebung des Code Civile, der z. Zt. der frz. Verwaltung eingeführt worden war. Mittelbexbach zählt mit Ludwigsthal 3.972 Einwohner. Bliesbegradigung zwischen Neunkirchen und Niederbexbach. In der Blies gab es noch Aale, Hechte, Karpfen und Flußkrebse. Gründung einer "Freiwilligen Sanitätskolonne". Bau des Schwesternhauses mit Kindergarten in der Schulstraße. Trennung vom Amtsgerichtsbezirk Waldmohr und Zuordnung zum Bezirk Homburg beantragt.

1901

Erhebung des prot. Vikariats zur selbständigen Pfarrei. Anschluß des Postamtes an das öffentliche Fernsprechnetz.

1902

Bau der Grubenbahn. Anschluß des Falzziegelwerkes. Im Postamt Mittelbexbach wird eine öffentliche Fernsprechzelle eingerichtet.

1903

Der Gemeinderat legt erstmals die Straßennamen fest und nimmt eine Neunummerierung der Häuser vor.

1904-1905

Bau eines Gas- und Wasserwerks in der Ludwigstraße und eines Wasserhochbehälters am Ende der Wellesweiler Straße (Fassungsvermögen 200 cbm). Oberbexbach lehnt die ihn angebotene Beteiligung ab.

1904

Die vom Gewerbeverein geforderte Errichtung eines gemeindlichen Glaswerkes findet in einer einberufenen öffentlichen Bürgerversammlung keine Mehrheit (von 420 Bürgern sind 76 erschienen, Ergebnis 38 zu 38 Stimmen). Der Gemeinderat vergibt die Baukonzession an einen privaten Unternehmer. Ausbau des Verbindungswegs zwischen Homburger- und Hochwiesmühlstraße (beim "Kirchenland").

1905

Bau einer ev. Volksschule in der Karlstraße, der nunmehrigen Schillerstraße. Die Gemeindewaage wird vom Marktplatz an die Bäckerei Zahn verlegt, das alte Wiegehäuschen auf dem Marktplatz abgebrochen. Das alte Schulhaus in der Hauptstraße wird Bürgermeisteramt. Das Erdgeschoß bleibt vorerst Lehrerdienstwohnung.

1906

Das Bezirksamt Homburg ordnet den Anschluß des Gemeindebüros an das Telefonnetz an.

1907

Das "Wetzelhaus" hinter dem Hirschberg, ein beliebtes Ausflugsziel, wird von der Stadt Neunkirchen erworben und abgerissen. Einbau einer öffentlichen Uhr (Kirchenuhr) im Turm der kath. Kirche.

1908

Bau eines Feuerwehrgerätehauses hinter dem Rathaus mit einem Arrestlokal. Das Gas- und Wasserwerk wird für 250.000 Mark von der Firma Kölbel aus Zweibrücken in Gemeindebesitz übernommen.

1909

Die Straßenbeleuchtung wird auf Gaslaternen umgestellt.

1910

Für die Gemeindeverwaltung wird eine Schreibmaschine beschafft, die in zwei Raten bezahlt werden soll. Mittelbexbach zählt mit Ludwigsthal 5.108 Einwohner (3.687 Katholiken, 1.421 Protestanten). Das Torhaus zwischen Mittelbexbach und Kleinottweiler brennt infolge eines Blitzeinschlages ab. Am 12. März wurde der "Prinzregententag", der Geburtstag des Prinzregenten, auf der Grube Bexbach feierlich begangen. Die Bergleute, in Bergmannsuniform, fanden sich um 9 Uhr auf der Grube ein und marschierten unter Vorantritt der Grubenkapelle zur Kirchenparade nach Mittelbexbach. Auf dem Festplatz gab es anschließend ein gemeinsames Mittagessen, dem folgten Konzert und Tanz für die Bergmannsfamilien bis in die Nacht. In gleicher Weise wurde auch das sog. "Bayerische Bergfest" alljährlich im Juli begangen.

1911

Der Oberbexbacher Lehrer Heinrich Louis (der 1910 eine Chronik von Oberbexbach-Frankenholz geschrieben hatte) veröffentlicht eine "Chronik von Mittelbexbach und Ludwigsthal". Geburtsstunde des Fußballsports in den Bexbachorten. Das erste Spiel (auf dem Kirchenland zwischen Homburger- und Hochwiesmühlenstr.) zwischen den Jünglingsvereinen Mittelbexbach und Homburg endet 0:10. Die Homburger Spieler bezogen daraufhin schwere Prügel und mußten eilends flüchten.

1913

Beim Postamt wird eine handbetriebene Fernsprechvermittlung eingerichtet. (30 Fernsprechanschlüsse) Bau einer Autohalle für den Postverkehr zwischen Mittelbexbach und Höchen in der Johannesstraße.

1914-1918

Erster Weltkrieg. Bexbach wird strategische Bahnstation. In ununterbrochener Folge werden Mannschaften und Waffen jeder Art ausgeladen, endlose Truppendurchzüge durch die Hauptstraße Richtung Wellesweiler/Neunkirchen.

1915

Errichtung eines Hilfslazaretts in der werkseigenen "Drehscheibe" beim Falzziegelwerk.

1916

Einführung von Brotmarken, von sonstigen Lebensmittelmarken, Bezugsscheine für Schuhe und Kleidung.

1917

Die Schulen sammeln Eicheln und Bucheln in den Wäldern, Brennnesseln zur Herstellung von Stoffen, Kohlrabi statt Kartoffeln. Die Glocken beider Kirchen werden zu Kriegszwecken beschlagnahmt und von den Kirchtürmen abgenommen. Die jeweils kleinste Glocke verblieb.

1918

9./11.November: Revolution und Waffenstillstand. In Mittelbexbach sind 161 Gefallene zu beklagen. Bildung von "Arbeiter- und Soldatenräten". Die zurückflutenden deutschen Truppen lassen Waffen und Gerätschaften zurück, um der Räumungspflicht bis Dezember Genüge zu tun und der Gefangenschaft zu entgehen. 2. Dezember. Französische Truppen rücken in Mittelbexbach ein; in Siegerpose mit schmetternden Clairions. Der Bürgermeister wird seiner Funktion enthoben, die Mitglieder des "Arbeiter- und Soldatenrates" im "Spritzenhaus", dem Ortsgefängnis beim Rathaus, festgesetzt, mißliebige Personen über den Rhein abgeschoben.

1919

Die Ladenschlußzeit wird zur Winterzeit auf 19 Uhr festgesetzt. An Sonn- und Feiertagen bleiben die Geschäfte geschlossen. Auf Antrag und Kosten der Stadt Neunkirchen wird der Bliesweg bei der Bliesmühle um das Mühlenareal herum verlegt. In der Nacht vom 28. zum 29. November wurde in die kath. Pfarrkirche eingebrochen, die goldene Monstranz, ein Kelch, mehrere Meßgewänder und Weißzeug gestohlen. (Das Diebesgut soll später auf einem benachbarten Friedhof vergraben worden sein).

1920

Errichtung eines Fußballplatzes in der "Colling" (F.C. "Viktoria"). Der Nachtwächterposten wird nicht mehr besetzt. Die Bexbachorte gehören zum neu gebildeten, von einer Völkerbundregierung verwalteten "Saargebiet". Allmähliche Normalisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse.

1920

Die Stadt Neunkirchen setzt ihre seit Jahren systematisch betriebene Grundstückserwerbs-Politik im Bliestal und im Raum um den Hirschberg fort. Sie kauft die Bliesmühle und legt sie still.

1921

Der Landrat in Homburg stellt die Frage einer Zusammenfassung aller Höcherberggemeinden in einer Bürgermeisterei zur Diskussion. Der Plan findet, abgesehen von Mittelbexbach, keine Zustimmug. Einführung der Müllabfuhr. Einführung der elektrischen Stromversorgung. Beschaffung neuer Glocken für die kath. Pfarrkirche.

1922

Projekt einer Straßenbahnverbindung Mittelbexbach-Oberbexbach-Frankenholz-Höchen-Jägersburg-Mittelbexbach wird von den Höcherberggemeinden erwogen. Architekt Müller aus Kaiserslautern erstellt den ersten Ortsbebauungsplan. In "Wienholds-Saal" (das spätere Anwesen Ebel bzw. Lutz) in der Niederbexbacher Straße wird das erste Kino durch Peter Rickes aus Saarbrücken eingerichtet.

1922-1923

Inflation der Mark. Ab Juni 1923 Einführung des Franken als gesetzliches Zahlungsmittel (Zunächst waren nur die Bergleute in Franken entlohnt worden). Hamsterkäufe im nahen Waldmohr.

1923

Errichtung eines Kriegerdenkmals auf dem neuen Friedhof. Der "100-Tage-Streik" der Saarbergleute als Protest gegen die Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen. Verhaftungswelle der frz. Militärbehörden ohne Erfolg. Neugestaltung des Marktplatzes linker Hand der Oberbexbacher Str. Errichtung eines Laufbrunnens mit einem Löwen als Brunnenfigur.

1924

Über die Pfingsttage: Erste große Gewerbeausstellung auf dem Turnplatz. Unter der Regie von Dr. J. König und Albert Nieder erscheint bei Drucker Josef Nieder die "Dorfbas" als humoristische Wochenzeitschrift; ihr war nur ein kurzes Dasein beschieden. Der während des 1. Weltkrieges eingegangene Bexbacher Wochenmarkt wird wieder eingeführt. Errichtung einer öffentlichen Badeanstalt erwogen. Der Gemeinderat bildet eine Kommission. Es blieb bei der Planung.

1925

Vorbereitung der "Jahrtausendfeier"des Deuschen Reiches. Die Regierugskomission in Saarbrücken verbietet den Gemeinden die Bereitstellung öffentlicher Mittel. Der Miitelbexbacher Gemeinderat lehnt diese Einmischung in die Selbstverwaltung ab. Die "Jahrtausendfeier" wird zum größten Umzug im ganzen Lande und in Bexbachs Ortsgeschichte. Ein Flaggenmeer in Schwarz-Rot-Gold. Beschriftung auf Wänden und Dächern: "Die Saar ist deutsch!" Mittelbexbach zählt 6.400 Einwohner. Der Gemeinderat beschließt bei der Saarregierung "wegen der fortschreitenden Versetzung preußischer Lehrer in saar-pfälzische Gebietsteile Einspruch zu erheben ("verpreußt" werden, das wollte man nicht!)"

1925-1927

Erneuerung und Verbreiterung der "Oberbexbacher Straße" vom Marktplatz her. Der Neuordnung fällt die seit Generationen liebevoll gepflegte "Mutter-Gottes-Grotte" zum Opfer.

1926

Bau des Sportfeldes "Auf der Heide"

1927

Bau einer Leichenhalle auf dem alten Freidhof an der Oberbexbacher Straße. Die Aufbahrung der Leichen in den Wohnungen wird verboten. Diese Anordnung erregte teilweise heftigen Unwillen unter der Bevölkerung - man sah die Neuerung als "pietätlos" an.

1930

Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, Verbreiterung der Bahnhofstraße. Die Brunnenfigur "De Leeb" wird vom Marktplatz an den Bahn-hofsvorplatz versetzt. Karl Wagner baut in der "Triebsdell", östlich des Eberfurter Weges, ein Freibad, das einige Jahre später wegen nicht ausreichender Wasserzufuhr geschlossen werden mußte.

1931-1933

Bau eines Wasser- und Aussichtsturms an der Niederbexbacher Straße ("Hindenburgturm"). In den folgenden Jahren Einrichtung eines "Grubenmuseums" im Turm und eines unterirdischen "Strebs".

1932

Kanalisierung und Neugestaltung der Hauptstraße. Der Bexbach wird verrohrt und verschwindet mit der alten "Bachbrigg" aus dem Ortsbild. Die "tausendjährige Eiche", die "Rund-Eich" am Hangarder Weg, fällt einer mutwilligen Zerstörung durch Brand zum Opfer. Das gemeindliche Gaswerk wird stillgelegt. Das Gas wird nunmehr von den Stadtwerken Neunkirchen bezogen. Die Grube Bexbach soll wegen Absatzmangel stillgelegt werden. Protestversammlungen, Resolutionen, Vorstellungen (u.a. auch bei der Bayerischen Staatsregierung in München), eine heftige Presse-kampagne u.a.m. verhindern vorläufig die Durchführung dieser Pläne.

1933

Beginn des Abstimmungskampfes an der Saar. Die deutschen Parteien im Saargebiet, von der Deutschnationalen Partei bis zum Zentrum, schließen sich in der "Deutschen Front" zusammen. Als Gegenpol entsteht unter der Führung des Chefredakteurs der Saarbrücker Landeszeitung, Johannes Hoffmann, die "Status-Quo-Bewegung" aus Protest gegen das Parteien- und Gewerkschaftsverbot und die antikirchliche Haltung der Führung der NSDAP im Reich.

1935

13. Januar Volksabstimmung. Abstimmungsergebnis in Mittelbexbach: Für die Rückkehr zum Reich: 4.011 Stimmen = 94,7%, für den Status Quo 222 St. = 5,2%, für den Anschluß an Frankreich 5 Stimmen = 0,1%.

1936

Die Grube Bexbach wird stillgelegt. Die letzte Schicht wird am 23. Juli 1936 gefahren. Grubenbrände 1927, 1930 und schließlich ein Großbrand 1935, der nicht gelöscht werden konnte, haben das Ende herbeigeführt. Die Schächte wurden zugeschüttet, die Übertageanlagen abmontiert.

1937

Am 1. April Bildung der "Großgemeinde Höcherberg" unter Zusammenschluß von Mittel- und Oberbexbach, Frankenholz und Höchen zu einer Einheitsgemeinde. Verwaltungssitz in Mittelbexbach.

1939-1945

Zweiter Weltkrieg. Schon am Tage vor dem Einmarsch in Polen (1. September) werden Bezugsscheine für Lebensmittel, Kleider, Schuhe etc. ausgegeben.

1942

Die großen Kirchenglocken beider Kirchen werden (wie ihre Vorgänger im Ersten Weltkrieg) beschlagnahmt. In Hamburg werden sie eingeschmolzen. Erste Luftangriffe von Jagdbombern auf Bexbach.

1944

Am 16.2., 20.2., 24.2., 3.3. und 16.3. erneute Angriffe aus der Luft. Verluste: 8 Tote, 6 Gebäude zerstört, 98 z.T. schwer beschädigt.

1945

Die Front rückt vom Westen her näher. Erhebliche Verluste und Schäden durch Artilleriebeschuß in den Bexbachorten. Am 20. März dringen amerikanische Truppen in Bexbach ein.

1945

8. Mai. Waffenstillstand nach bedingsloser Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. Mittelbexbach beklagt 498 Gefallene und Vermißte, 35 Opfer unter der Zivilbevölkerung durch Bomben und Bordwaffenbeschuß.

1945-1957

zweite Separation des Landes an der Saar (bis 1955 unter französischem Protektorat)

1945

1. Juli. Die Amerikaner übergeben die Besatzung an der Saar und in der Pfalz den Franzosen. 30. August. Trennung des Saargebietes und eines Teils des ehem. preuß. Rheinlandes von der Bezirksregierung in Neustadt. Eine französische Militärregierung unter Gilbert Grandval übernimmt die Verwaltung des "Saarlandes".

1947

1. Mai. Die Großgemeinde Höcherberg ist wieder aufgelöst. Die Regierung verfügt jedoch die Beibehaltung der zentralen Verwaltung in der Form eines "Verwaltungsbezirks". 16. Juni. Einführung einer "Saarmark" an Stelle der Reichsmark-Währung. Am 5. Oktober die Wahl eines verfassungsgebenden Parlaments in Saarbrücken. Deutsche Parteien wurden, ebenso bei der folgenden Landtagswahl, nicht zugelassen. Im November Wahl des Saarländischen Landtages. Ein gebürtiger Bexbacher Sozialdemokrat Direktor Hans Ruffing, in Saarlouis wohnhaft, wird Mitglied des Landtages. Die Bewohner der Hochwiesmühle, kirchlich, schulisch und verkehrsmäßig mehr mit Mittelbexbach verbunden, beantragen die Umgemeindung nach Mittelbexbach. Der Gemeinderat in Oberbexbach lehnt den Antrag (wie bereits 1929 geschehen) ab. Auf französische Anordnung soll der Hindenburgturm in "Bellevue" umbenannt werden. Der Gemeinderat beschließt am 2. Juli eine Namensänderung in "Museums- und Aussichtsturm", verleiht dem Turm jedoch 1956 wieder seinen alten Namen.

1948

Die "Ortsschelle" als Mittel amtlicher Bekanntmachungen hat ausgedient.

1949

Am 1. Januar wird die Rothmühle stillgelegt. Inspiriert durch die Landesausstellung "Sozialer Wohnungsbau des Saarlandes" beim Hindenburgturm und im Zuge der allgemeinen Entwicklung des Sozialen Wohnungsbaus, begann in Bexbach ein "Bauboom" ohne gleichen. In der Folgezeit entstanden, neben den Mustersiedlungen beim Hindenburgturm (1949) und im Kalkofen (1955) neue Siedlungen zwischen Hoch- und Oberbexbacher Straße, am Taubenberg, in der Hochwiesmühlstraße, im Gebiet westlich der Susannastraße, im Bereich des Eberfurter Weges, Triebsdell, Junkersberg u.a.m.

1949-1954

Bau einer neuen Schachtanlage auf dem Gelände der alten Bexbacher Grube. Sie erhielt den Namen "Grube St. Barbara". Ein neuer Schacht wurde bis zu einer Tiefe von 731,5 m abgeteuft und modernste Förder- und Übertageanlagen errichtet. Von hier aus sollte das Kohlenfeld zwischen Bexbach-Frankenholz-Hangard-Wiebelskirchen und Kohlwald abgebaut werden.

1949-1955

Errichtung des Kohlenkraftwerkes "St. Barbara I", dem 1960 das Kraftwerk II folgt.

1950

Die Verwaltungseinheit der Höcherberggemeinden - der Verwaltungsbezirk Bexbach - zerbricht an widerstrebenden Ortsinteressen. Da vornehmlich Mittelbexbach sich in seiner Entwicklung gehemmt sieht, wird von dort die Auflösung des Verwaltungsbezirks betrieben, die schließlich von der Landesregierung mit Wirkung vom 1. Januar 1950 verfügt wird. Die beteiligten Gemeinden Mittel-, Oberbexbach, Höchen und Frankenholz werden amtsfrei und in ihrer Verwaltung selbständig.

1951

Die katholische Kirchengemeinde beschafft als Ersatz für die im vergangenen Krieg geopferten Glocken ein neues, aus vier Glocken bestehendes Geläut, das in Annecy le Vieux, in der Haute Savoie (Frankreich), gegossen wurde. Die kleinste Glocke des vorherigen Geläutes stiftet die kath. Kirchengemeinde der Filiale Niederbexbach. Sie wird dort an einem Gerüst aufgehängt. Im Zuge der Verrohrung des Bexbach-Laufes im Ortszentrum wird im "Grünen Tal" ein neuer, größerer Marktplatz angelegt. Im Gelände um den Hindenburgturm wird auf einer Fläche von ca. 60.000 qm eine großzügige Parkanlage geschaffen. Sie ist der Mittelpunkt einer Ausstellung "Garten und Blumen im sozialen Wohnungsbau", die im Juni 1951 eröffnet wird. Der "Bexbacher Blumengarten" wurde zu einem überregionalen Anziehungspunkt, bei welchem sich jährlich Zehntausende Besucher einfinden. Ein besonderer Anziehungspunkt ist dabei die alljährliche Camping-Ausstellung. Der Minister des Innern verleiht der Gemeinde Mittelbexbach auf ihren Antrag ein Gemeindewappen. Das Wappen enthält als Emblem einen goldenen sechsstrahligen Stern im linken oberen und das Bergmannssymbol "Hammer und Schlägel gekreuzt" im rechten unteren, durch einen Querbalken schräg geteilten Feld. Als Vorlage diente dabei das Wappen der einstigen Bexbacher Edelknechte. Farben: Blau-Gold.

1952

Das Fernsprechnetz Mittelbexbach wird auf den "Selbstwähldienst" umgestellt (1.530 Anschlüsse). Vom 15. August bis 7. September "100 Jahre Post und Eisenbahn". Festtage und Ausstellung im Blumengarten.

1953-1954

Errichtung des Kohlenkraftwerks "St. Barbara" diesseits der Grubenanlage

1953-1956

Grundlegender Umbau des Pumpenhauses in derLudwigstraße, Grundwasserbohrungen in den Blieswegen, Errichtung eines neuen Hochbehälters mit einem Fassungsvermögen von 3.000 cbm auf dem "Lichtenkopf". Der Wasserhochbehälter im Hindenburgturm wird wird funktionslos.

1954

Bau eines neuen Schulhauses, der "Goetheschule", im Bereich der Schillerstraße. Durch An- und Umbauten entsteht hier 1969 ein modernes Schulzentrum. Grube Frankenholz mit der Bexbacher Grube durch einen Querschlag vereinigt. Erste Förderung Juni 1954. Einstellung der Kohlenförderung in Frankenholz, Stillegung der "Luftbahn" nach Bexbach, Abbruch der Kohlenwäsche am Bahnhof.

1955

Änderung des Gemeindenamens in "Bexbach". 7. Juli. Einweihung des Kraftwerkes St. Barbara, Enthüllung einer St. Barbara-Statue auf dem Gelände zwischen Grube und Kraftwerk. Vom 27. August bis 2. Oktober Landesausstellung "Wohnungsbau im Saarland" im Blumengarten. 23. Oktober. Volksbefragung über das zwischen der deutschen und französischen Regierung ausgehandelte "Saarstatut". Ergebnis in (Mittel)Bexbach: Ja-Stimmen 1.455 = 27,47%, Neinstimmen 3.842 = 72,53 %. In dem heftig geführten Abstimmungskampf setzen sich die am 23. Juli erstmals zugelassenen deutschen Parteien CDU, SPD und DVP, im "Heimatbund" zusammengeschlossen, eindeutig durch. Bexbach mit Ludwigsthal zählt 8.255 Einwohner.

1957

Am 1. Januar Rückkehr des Saarlandes zu Deutschland. Das Saarland wird 11. Bundesland.

1959

Die Grube St. Barbara wird geschlossen, die letzte Schicht am 3. Februar 1959 verfahren. Nach der Stillegung der Gruben löste sich auch die seit 1954 zusammengeschlossene Bergkapelle Bexbach-Frankenholz auf. Eine große Musiktradition im Höcherbergraum ging damit zu Ende. Bau eines neuen Postamts-Gebäudes in der Bahnhofstraße.

1960

Im Verlag Edwin Hügel/Bexbach erscheinen, als Wochenblatt, die "Bexbacher Nachrichten", ab 1962 erhalten sie den Titel "Höcherberg-Nachrichten".

1962

Die Falzziegelwerke müssen infolge Erschöpfung der Tonlager im Bliestal schließen. Restaurierung der Kath. St. Martinskirche mit Anbau einer Taufkapelle, stilvollen Altargruppen, neuen Kirchenfenstern u.a.m. Einbau einer neuen klangvollen Orgel.

1964

Bexbach erhält wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister. Als solcher wird der Dipl.Kaufmann Paul-Heinz Collet aus Dudweiler auf die Dauer von zehn Jahren gewählt.

1965

Bau des "Lessingdammes" zur Verbindung der Max- und Oberbexbacher Straße.

1968

Im Blumengarten wird der Hindenburgturm ebenerdig durch einen Anbau erweitert. Neben dem bereits vorhandenen Grubenmuseum mit einer unterirdischen Schaubergwerksanlage wird in den neuen Räumen ein heimatkundliches Museum eingerichtet.

1969

Ende der Konfessionsschulen im Saarland. Es entfällt auch die Trennung von Jungen und Mädchen.

1970

Der Minister des Innern entspricht einem Antrag des Gemeinderates und verleiht der Gemeinde Bexbach das Recht, die Bezeichnung "Stadt Bexbach" zu führen.

1972

"De Leeb" wandert wieder. Er findet einen neuen Standort am Eingang des Blumengartens.

1973-1974

Bau einer Mehrzweckhalle im Talgelände nördlich des Lessingdammes: Höcherberg-Halle.

1973

Vorbereitung der Allgemeinen Gebiets- und Verwaltungsreform. Das Vorhaben führt allerorts zu kontroversen Auseinandersetzungen. Neunkirchen bemüht sich darum, Oberbexbach und Frankenholz in ihr Stadtgebiet einzubeziehen, findet dort jedoch wenig Gegenliebe. Beschluß des Stadtrates vom 13. November: Der Stadtrat stimmt dem Gesetzesvorschlag der Landesregierung, soweit dieser Bexbach und die Umgemeinden betrifft, zu. Er bedauert jedoch, daß dem Anliegen der Stadt auf Einbeziehung der auf Wellesweiler Bann liegenden Wohnsiedlung St. Barbara sowie Neubreitenfelderhof, Altbreitenfelderhof, Websweilerhof und Websweiler in die neue Stadt nicht entsprochen werden soll. 31. Dezember. Auflösung der Stadt Bexbach und Überführung in die neugebildete Gesamtstadt Bexbach. Die Annexe Ludwigsthal mit 950 Einwohnern wird der Stadt Neunkirchen zugeordnet.

Bexbachsaarlandbilder