Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals –14. Mai 1904
historische Aufnahmen [erstellt am 22.11.2004]

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Vorsicht! erzkonservative deutschtümelei – die "passende" Musik...
(gibt aber einen guten Eindruck über die damalige Zeit)

Der Gedanke, in den Saarstädte ein Standbild für Kaiser Wilhelm I. zu errichten, tauchte zuerst im Jahre 1888 in St. Johann auf. Nach einem Aufruf und einer Versammlung im Tivolisaale am 15. Juli 1888 wurde beschlossen, eine Geldsammlung zu eröffnen. Aber es kam die Summe nicht zustande, die für die Erriichtung eines solchen Denkmals notwendig gewesen wären. Das hatte seinen Grund darin, daßeben damals auch in Metz und Trier Kaiserdenkmäler geschaffen wurden und gerade auch hier dafür viele Beträge gesammelt wurden. Erst als nach Jahren Herr Rexroth 20 000 Mark für das Denkmal stiftete, lebte der Gedanke von neuem auf. Im Jahre 1903 begann man mit den Fundamentierungsarbeiten für den notwendigen Gewölbebogen. I, März 1904 wurde von Herrn Maurermeister Barth der 2,6 Meter hohe Granitsockel aufgestellt, dessen Frontseite den deutschen Reichsadler, dessen Seitenwände die Wappen von Saarbrücken bzw. St. Johann trugen. Das Standbild selbst ist ein Werk des Proffessors Donndorf, der auch das Bismarckdenkmal in Saarbrücken geschaffen hatte. Das Denkmal wurde in der Kunstgießrei von Hagenbeck in Friedrichshagen bei Berlin hergestellt. Ende März 1904 fand die Aufstellung des Reiterstandbildes statt. Am 14. Mai 1904 wurde die Einweihung in Anwesenheit des Kaiserpaares vollzogen. Beide Städte prangten im Fstschmuck. Verschiedene Ehrenpforten waren in den Straßen errichtet, durch die das Kaiserpaar hindurchkam. Das Kaiserpaar wurde nach dem Empfang am Bahnhof im Galawagen nach dem St. Johanner Rathaus geleitet, woselbst Bürgermeister Dr. Ress die hohen Gäste begrüßte und dem Kaiser einen Ehrentrunk der Stadt darbot. Der Kaiser dankte in einer Ansprache für den festlichen Empfang und leerte den Pokal auf das Wohl der Stadt St. Johann. Dann ging die Fahrt zur alten Brücke. Gegenüber dem Denkmal war ein festliches Zelt aufgeschlagen. Alle Behörden, alle Stände waren vertreten. Dichte Menschenmassen umlagerten während des Festaktes die Ufer der Saar. Hunderte von Wimpeln grüßten von den Saarschiffen. Nach einm Gesangsvortrage und einer Festansprache von Bürgermeister Feldmann, in der er betonte, daß dieses Denkmal den fernsten Geschlechtern noch Kunde geben solle von dem großen Begründer des neuen deutschen Reiches, daß es aber auch beständig mahnen solle an die Verpflichtung, sich der Väter wert zu erweisen durch Erhaltung dessen, was jene errungen haben, fiel die Hülle. Die Nationalhymne erklang, Kanonendonner erdröhnte, 500 Brieftauben flogen von den Saarschiffen auf, umkreisten das Denkmal und brachten überall hin die Kunde von der Enthüllung des Denkmals.Der Kaiser trat nun vor und betrachtete lange das Reiterstandbild Meister Donndorfs, dem er persönlich seine Befriedigung ausdrückte. Auch die Kaiserin unterhielt sich mit dem Schöpfer des Denkmals. Im Parademarsch zog die Ehrenkompagnie und die in Saarbrücken stehenden Regimenter an dem Kaiser vorüber. Unter der Eskorte der Ulanen fuhr das Kaiserpaar zum Saarbrücker Rathaus. In dem historischen Festsaale fand eine Begrüßungsfeier statt, bei der Bürgermeister Feldmann eine Ansprache hielt, auf die der Kaiser erwiderte und den Bürgermeister bat, der Bürgerschaft für den freundlichen Empfang den Dank zu übermitteln. Das Interesse der Majestät wandte sich den historischen Gemälden Anton von Werners zu. Unter brausenden Hochrufen fuhr das Kaiserpaar dann zum Bhnhof. De Tochter des Kaiserpaares, Prinzesin Viktoria Luise, war auch mit nach Saarbrücken gekommen, nahm aber an der Fahrt durch die Stadt nicht teil.


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